Gewerbepark bei Ostermarsch angeprangert: Interfranken ein „Windhosen-Projekt”? | FLZ.de | Stage

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 06.04.2026 17:49

Gewerbepark bei Ostermarsch angeprangert: Interfranken ein „Windhosen-Projekt”?

Gut 100 Personen trafen sich zum diesjährigen Ostermarsch am Dorfgemeinschaftshaus in Breitenau, mit dabei Barbara Metz (2. v. li.), die Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe, und Vorstand Gerhard Binder (mittig mit Megafon). (Foto: Peter Tippl)
Gut 100 Personen trafen sich zum diesjährigen Ostermarsch am Dorfgemeinschaftshaus in Breitenau, mit dabei Barbara Metz (2. v. li.), die Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe, und Vorstand Gerhard Binder (mittig mit Megafon). (Foto: Peter Tippl)
Gut 100 Personen trafen sich zum diesjährigen Ostermarsch am Dorfgemeinschaftshaus in Breitenau, mit dabei Barbara Metz (2. v. li.), die Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe, und Vorstand Gerhard Binder (mittig mit Megafon). (Foto: Peter Tippl)

Als „Windhosen-Projekt“ mit Vergeudung von bisher elf Millionen Euro hat das Bürgerforum „Wörnitztal mit Zukunft – Allianz für eine lebenswerte Heimat“ seinen diesjährigen Ostermarsch am Ostermontag rund um den Feuchtwanger Stadtteil Breitenau überschrieben.

Seit über 25 Jahren stellt sich der Verein gegen die Planungen für den Industrie- und Gewerbepark Interfranken und sieht sich in seiner ablehnenden Haltung dadurch bestätigt, dass bisher keine wirklich greifbaren Ergebnisse zustande kamen. Veranschaulicht wurde das beim Treffpunkt zum Ostermarsch am Gemeinschaftshaus in Breitenau mit einem Banner, an Wäscheleinen aufgehängten Papierkopien von Geldscheinen und der Figur eines Aasgeiers.

500 Euro pro Person bezahlt

Jede Einwohnerin und jeder Einwohner der acht im Zweckverband beteiligten Gemeinden habe mittlerweile 500 Euro bezahlt und nichts sei geschehen, führte Gerhard Binder, Vorstand des eingetragenen Vereins „Wörnitztal mit Zukunft – Allianz für eine lebenswerte Heimat“, bei der Eröffnung im Hof des Gemeinschaftshauses an. Dabei zitierte er auch den neu gewählten Feuchtwanger Bürgermeister Dr. Ulrich Grünwald bei einer Wahlversammlung in Breitenau: In seiner Amtszeit werde er sich das Projekt genau anschauen und wenn keine schwarze Null zu erwarten sei, werde Grünwald das Projekt beenden, gab Binder sinngemäß wider.

Neben weit über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern begrüßte Vorstand Gerhard Binder als besonderen Gast Barbara Metz, die Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe, und Grünen-Landtagsabgeordneten Martin Stümpfig. Einen drei Kilometer langen Rundweg südlich von Breitenau hatten die Verantwortlichen als Strecke für den diesjährigen Ostermarsch bewusst ausgewählt, da auf der Strecke das Areal bis zum Autobahnkreuz A6/A7 und die Bahnlinie sowie das anvisierte Gewerbegebiet gut einsehbar sind.

Noch rauschen die Züge nur am Gelände des möglichen künftigen Bahn-Güterverkehrszentrums im geplanten Gewerbe- und Industriegebiet Interfranken vorbei.  (Foto: Thomas Schaller)
Noch rauschen die Züge nur am Gelände des möglichen künftigen Bahn-Güterverkehrszentrums im geplanten Gewerbe- und Industriegebiet Interfranken vorbei.  (Foto: Thomas Schaller)

„Wachsendes Interesse“: Mehr Betriebe wollen im GVZ Interfranken auf die Schiene

Die Planung eines Güterverkehrszentrums an der Bahn nördlich von Feuchtwangen kommt voran. Damit das Sinn ergibt, muss aber auch ein anderes Projekt klappen.
01.11.2025 12:21
query_builder5min

Güterverkehrszentrum als Hauptkritikpunkt

Hauptkritikpunkt von Gerhard Binder war das geplante Güterverkehrszentrum bei Zumhaus. Diese Planung soll am Freitag, 29. April, verabschiedet werden und damit zwei Tage vor der in vielen Rathäusern der acht Mitgliedsgemeinden stattfindenden Amtsübergabe. Fünf neue Bürgermeister werden ihr Amt antreten, und das sieht auch Landtagsabgeordneter Martin Stümpfig als eine spannende Herausforderung.

Die neu gewählten Bürgermeister und Ratsgremien sollten sich zuerst intensiv mit dem Projekt beschäftigen und eine aktuelle Bewertung über die Sinnhaftigkeit und den Nutzen durchführen. Unsicherheiten wie beim Wasserstoffprojekt kämen laut Stümpfig hinzu. Dazu sei die Höhe der zusätzlichen Verschuldung durch Interfranken nicht vertretbar.

Geringe gesetzliche und juristische Möglichkeiten

In einer kurzen Ansprache lenkte Barbara Metz von der Deutschen Umwelthilfe den Blick auf die Flächenversiegelung. 55 Hektar Fläche, so viel wie 80 Fußballfelder, werden täglich in Deutschland versiegelt und es gibt nur geringe gesetzliche und juristische Möglichkeiten dagegen. Industriebrachen verstärkt nutzen und beim Flächenverbrauch zurückhaltend zu sein, war ihr Anliegen. Als Beispiel für flächensparendes Bauen nannte Barbara Metz ein Küchenwerk in ihrer Heimatstadt Herrieden, bei dem ihr Vater, der verstorbene CSU-Bundestagsabgeordnete Josef Göppel, damals bei sinnvoller Nutzung des Baugrunds mitgewirkt hatte.

Der Freistaat Bayern und die Regierung von Mittelfranken seien bei flächensparendem Bauen durch klare Maßstäbe und Kriterien gefordert, wünschte sie sich. Vorstand Gerhard Binder dankte den Rednern und allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Außerdem hob er das Engagement der Vereinsmitglieder hervor, die im Gemeinschaftshaus in Breitenau für eine Bewirtung mit leckeren Kuchen und Getränken gesorgt hatten. Die Polizei Feuchtwangen war vor Ort und sicherte den Marsch ab. Vorfälle gab es aber keine.

north