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Veröffentlicht am 16.12.2025 06:00

„Großartiger Beitrag für die Gesellschaft”: Ansbach verleiht das Stadtsiegel

Der Montagabend stand im Onoldiasaal ganz im Zeichen des Ehrenamtes. Für ihren „großartigen Beitrag für die Gesellschaft” zeichnete die Stadt vier Persönlichkeiten mit dem Ansbacher Stadtsiegel von 1532 aus. Trägerin und Träger dürfen sich künftig Bettina Baumann, Alexander Biernoth, Ingo Hayduk und Heribert Schmidt nennen.

Bereits seit dem Jahr 1976 vergibt die Stadt Ansbach das Siegel. Sie will damit Menschen ehren, die das gesellschaftliche Leben mit ihrem ehrenamtlichen Engagement bereichern und sich in besonderer Weise für die Bürgerinnen und Bürger einsetzen. Nach den Worten von Oberbürgermeister Thomas Deffner haben die Geehrten gezeigt, „dass Ansbach nicht nur eine Stadt mit langer Geschichte ist, sondern auch eine Stadt mit Zukunft, eine Stadt, die lebt, weil Menschen bereit sind, Zeit, Kraft und Herzblut zu investieren”.

Das Wohl der Gemeinschaft

Literatur, Geschichte, Sport, Theater: Die Geehrten repräsentierten die gesamte Bandbreite einer Gesellschaft, sagte Deffner. „Dank Ihres Engagements wird unsere Stadt lebenswerter”, betonte er. „Denn ohne ehrenamtliches Wirken wären viele Angebote schlicht unvorstellbar.” Der Rathauschef hob die Bedeutung des Ehrenamtes hervor. Dies bedeute, „Verantwortung zu übernehmen, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Es bedeutet, den Blick über das eigene Leben hinaus zu richten und das Wohl der Gemeinschaft in den Mittelpunkt zu stellen.”

Bettina Baumann prägt seit vielen Jahren die Ansbacher Literaturlandschaft. Unter anderem koordiniert sie die Programme der beiden Reihen „LesArt“ und „LeseLust“. Die Preisträgerin studierte Literatur- und Theaterwissenschaften in München und war im Anschluss europaweit als Koordinatorin internationaler wissenschaftlicher Konferenzen tätig, wie Elisabeth Meisel, Vorsitzende des Kulturforums, in ihrer Laudatio sagte.

Die Geschichte von Ansbach erlebbar machen

2014 sei Baumann in die Ansbacher Literaturszene eingestiegen. Mittlerweile habe sie fast 250 Lesungen und Veranstaltungen hinter sich. Spürsinn, was den Leser betrifft, und das Wissen um gute Literatur: Das sind laut Meisel nur zwei Eigenschaften, die auf die Geehrte zutreffen. „Das Schöne ist, dass wir Dich in der Stadt Ansbach haben.”

Die Ansbacher Stadtgeschichte steht dagegen im Mittelpunkt des ehrenamtlichen Schaffens von Alexander Biernoth. Den neuen Stadtsiegelträger zeichne die Fähigkeit aus, „Menschen für die Vergangenheit zu begeistern und auf humorvolle, bisweilen witzige Art Geschichte erlebbar zu machen”, betonte Deffner in seiner Laudatio. Der OB spielte dabei unter anderem auf seine Tätigkeit als Stadtführer an. Er erwähnte auch Biernoths Engagement als Vorsitzender der Ortsgruppe des Frankenbundes, als Mitglied der Historischen Friedhofsgruppe, im Pfarrgemeinderat St. Ludwig und im Verein der Freunde des Theresien-Gymnasiums Ansbach.

Ungewöhnliche Lebensleistungen

Wer in Ansbach über Sport redet, kommt an dem Namen Ingo Hayduk nicht vorbei. Durch seine Tätigkeit als Organisator, Spieler, Schiedsrichter und Funktionär habe er diesen Bereich des gesellschaftlichen Lebens geprägt, würdigte Stadtrat Otto Schaudig. 29 Jahre an der Spitze des TSV Ansbach seien „eine ungewöhnliche Lebensleistung im Ehrenamt”. Schaudig vergaß auch nicht Hayduks Wirken im Stadtverband für Sport, im Ansbacher Stadtrat und in der Erwin-Fricke-Stiftung. Er hob die über ein halbes Jahrhundert währende Arbeit für den Sport hervor, die auch noch heute wirke.

Als würdigen Preisträger bezeichnete Laudator Hans-Jürgen Eff den ehemaligen Chef der Theater-Genossenschaft, Heribert Schmidt. Zwölf Jahre lang habe er das Theater durch unruhige Gewässer navigiert, habe es am Leben gehalten, wo andere Häuser längst aufgegeben hätten.

Als Beispiele hierfür nannte Eff die Intendanzwechsel, die Corona-Pandemie, die Schließung des Großen Hauses und die Debatten um Zuschüsse im Stadtrat. Doch Schmidt habe sich nie entmutigen lassen. „Dieses Engagement, diese Leidenschaft waren eine außerordentliche Leistung für das kulturelle Leben in Ansbach.”

Musikalisch umrahmt wurde die Verleihung des Stadtsiegels von der Harfenistin Fides Leimbach.

Trafen sich auf der Bühne für ein gemeinsames Foto (von links): Elisabeth Meisel, Bettina Baumann, Alexander Biernoth, Otto Schaudig, Ingo Hayduk, Heribert Schmidt, Oberbürgermeister Thomas Deffner und Hans-Jürgen Eff. (Foto: Florian Schwab)
Trafen sich auf der Bühne für ein gemeinsames Foto (von links): Elisabeth Meisel, Bettina Baumann, Alexander Biernoth, Otto Schaudig, Ingo Hayduk, Heribert Schmidt, Oberbürgermeister Thomas Deffner und Hans-Jürgen Eff. (Foto: Florian Schwab)
Trafen sich auf der Bühne für ein gemeinsames Foto (von links): Elisabeth Meisel, Bettina Baumann, Alexander Biernoth, Otto Schaudig, Ingo Hayduk, Heribert Schmidt, Oberbürgermeister Thomas Deffner und Hans-Jürgen Eff. (Foto: Florian Schwab)

Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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