Großaufgebot der Polizei in Emskirchen: 2000 Menschen beim Schanzenfest 2026 | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 08.08.2026 14:31, aktualisiert am 08.08.2026 16:33

Großaufgebot der Polizei in Emskirchen: 2000 Menschen beim Schanzenfest 2026

Pattsituation: Polizei und Schanzenfestteilnehmer standen sich auf der Wiese vor dem Altschauerberger Feuerwehrhaus gegenüber. (Foto: Johannes Zimmermann)
Pattsituation: Polizei und Schanzenfestteilnehmer standen sich auf der Wiese vor dem Altschauerberger Feuerwehrhaus gegenüber. (Foto: Johannes Zimmermann)
Pattsituation: Polizei und Schanzenfestteilnehmer standen sich auf der Wiese vor dem Altschauerberger Feuerwehrhaus gegenüber. (Foto: Johannes Zimmermann)

Das Internet-Phänomen Drachenlord sorgt am Samstagnachmittag wieder für ein Großaufgebot der Polizei in Emskirchen und dem Gemeindeteil Altschauerberg (Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim). Über digitale Plattformen war zum nächsten Schanzenfest aufgerufen worden – und etwa 2000 Menschen aus ganz Deutschland und sogar Österreich kamen.

Es erinnert an die Situation vor einem Jahr, als rund 4000 Menschen eine Spur der Verwüstung rund um Emskirchen hinterließen. Dieses Mal ließ es sich zwar anfangs etwas ruhiger an. Doch gegen 13.30 Uhr hatten sich etwa 2000 Menschen am Rewe-Markt in Emskirchen versammelt, dem traditionellen Startpunkt für den Zug zur Drachenschanze, also zu dem Gelände in Altschauerberg, auf dem früher das Wohnhaus des Drachenlords Rainer Winkler stand.

Offiziell angemeldet war die Versammlung auch in diesem Jahr nicht. Doch die Gemeinde hatte nach dem erneuten Aufruf bereits im Vorfeld eine Allgemeinverfügung erlassen, wonach sich nur Gruppen bis maximal acht Personen auf der Straße aufhalten dürfen. Außerdem hatte sich die Polizei mit zahlreichen Kräften einschließlich der Reiterstaffel gut vorbereitet und Altschauerberg frühzeitig völlig abgeriegelt. Sie begann bereits gegen Mittag in Emskirchen, Platzverweise auszusprechen, und kündigte an, die Allgemeinverfügung durchzusetzen.

Der Drachenlord ist schon lange weg

Erst schien es, als würde sich die Menge zerstreuen. Doch dann machte sich ein Tross von rund 2000 Menschen lautstark auf den Weg in das kleine Dorf. Eine Meldung, wonach ein Auto angezündet worden sei, bestätigte sich zwar nicht, ein Grill hatte geraucht. Allerdings wurden Böller geworfen, wie Polizeisprecherin Janine Mendel bestätigte. Auch auf Polizeikräfte, darunter auf die Polizeireiterstaffel.

Es gab mindestens eine Festnahme, außerdem wurden mehrere Menschen abgeführt, damit die Polizei ihre Personalien feststellen kann. Denn: Das Betreten des Ortes Altschauerberg ist nach einer Allgemeinverfügung verboten. Auch die Schlagstöcke kamen zum Einsatz, wie Pressesprecherin Mendel am Rande der Versammlung informierte.

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Die Feuerwehr sperrte die Straße ab, rund um den Einkaufsmarkt hatte zuvor Chaos geherrscht. Menschenmassen an den Straßenrändern, die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer zujubelten. Auch im Rewe-Markt soll es wieder zu tumultartigen Szenen gekommen sein.

Tausende Menschen überfluteten am 9. August 2025 Emskirchen. Sie versammelten sich, um nach Altschauerberg zu ziehen, wo früher der Drachenlord wohnte. (Archivbild: Johannes Zimmermann)
Tausende Menschen überfluteten am 9. August 2025 Emskirchen. Sie versammelten sich, um nach Altschauerberg zu ziehen, wo früher der Drachenlord wohnte. (Archivbild: Johannes Zimmermann)

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Der mittlerweile 38-jährige Drachenlord Rainer Winkler wohnt schon seit vielen Jahren nicht mehr in Altschauerberg. Die Gemeinde Emskirchen hat das Gelände gekauft und alle Gebäude darauf abgerissen. Dennoch blieb der Ort eine Pilgerstätte für Menschen, die sich selbst Hater nennen, obwohl viele von ihnen gar nicht mehr wissen, was die Ursprünge des Schanzenfestes sind.

Im Laufe des Nachmittags versuchten die Hater, an den Polizeisperren vorbei durch den Wald zum Schanzengelände in Altschauerberg zu gelangen. Die Polizei nahm zahlreiche Menschen vorübergehend in Gewahrsam. Gleichzeitig kamen immer mehr Teilnehmende dazu, die Menge wuchs nach Polizeiangaben auf rund 2000 Menschen an. Gegen 15 Uhr eskalierte die Situation im Wald, als Böller auf die Polizeipferde und auf die Reiter geworfen wurden. Die Polizei wiederum setzte Schlagstöcke ein. Mindestens ein Hater wurde wegen Angriffs auf Polizeibeamte festgenommen.

Mitten in diese Situation platzte die Nachricht, dass die Mülldeponie im nahegelegenen Dettendorf brennt. Die Rauchsäule ist demnach kilometerweit zu sehen.Einen Zusammenhang mit dem Schanzenfest gibt es jedoch nach ersten Erkenntnissen nicht.

Dieser Artikel wird aktualisiert, wenn neue Informationen vorliegen.


Von Gudrun Bayer und Johannes Zimmermann
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