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Veröffentlicht am 13.05.2024 11:04

Großer Andrang in Ansbach: Brunnenbesitzer ließen ihr Wasser testen

Bürgerinnen und Bürger, die Wasser aus einem eigenen Brunnen entnehmen, müssen selbst Sorge für dessen Qualität tragen. Verunreinigungen können die Gesundheit von Mensch und Tier gefährden. Untersuchungen auf Keime und Bakterien geben Aufschluss über die Qualität.

Da passte es gut, dass das Labormobil der gemeinnützigen Umweltschutzorganisation VSR-Gewässerschutz mit seinen Vor-Ort-Untersuchungen von Proben in Feuchtwangen und Ansbach Station machte. Fast 200 Hausbrunnenbesitzer nutzten das Angebot.

Sie wollten wissen, ob ihr Brunnenwasser zum Bewässern von selbst angebautem Obst und Gemüse oder zum Gießen von Pflanzen, Blumen und Obstbäumen geeignet ist. Etliche waren auch daran interessiert, ob das Wasser auch trinkfähig ist, zum Duschen beziehungsweise zum Befüllen von Pool, Planschbecken und Teich genutzt werden kann.

Sensibilisiert wegen Kindern und Enkeln

Ein Mann aus Sommersdorf (Gemeinde Burgoberbach) erzählte, dass er wegen seiner Enkelkinder sichergehen will. Er hat auf seinem Grundstück einen 21 Meter tiefen Brunnen und „diverse Wasserhähne“, wie er sagt, aus denen nur Brunnenwasser kommt, mit dem die Kinder planschen und sich vollspritzen. Es bleibe nicht aus, dass sie dabei auch Wasser schlucken.

Er sei sensibilisiert wegen des belasteten Grundwassers in der Umgebung des US-Militärgeländes Katterbach durch Rückstände aus Löschschaum. Außerdem rechnet er mit einer Nitratbelastung durch die stickstoffhaltige Düngung in der Landwirtschaft.

Aufschluss über Nitrat-Konzentration

Ein Lehrberger nutzt das Wasser aus seinem rund vier Meter tiefen Brunnen zum Gartengießen und für die Außendusche, an der auch die Enkelkinder ihren Spaß haben. Er wollte das Brunnenwasser deshalb auf den Gehalt an Legionellen prüfen lassen.

Eine Colmbergerin, die unterhalb des Golfplatzes wohnt, wollte Aufschluss über die Nitrat-Konzentration ihres Brunnenwassers. Sie hält Hund, Ziegen und Esel. Mit dem Wasser gießt sie den Garten und verwendet es für Toilette und Waschmaschine. Ob es auch zum Tränken der Tiere und zum Waschen von Obst und Gemüse geeignet ist, wird die Wasseranalyse zeigen.

„Früher hat jeder vom Brunnen getrunken“, sagt ein älterer Wolframs-Eschenbacher, der mit Schwiegersohn und Enkelkindern zur Teststation gekommen war und prüfen wollte, ob das Brunnenwasser bedenkenlos genutzt werden kann.

Informationen zu den Messwerten

„Unser Brunnen hat eine Zeit lang komisch gerochen und da haben wir uns nicht getraut, das Wasser zu nutzen“, berichtete ein Ansbacher Gartenbesitzer. Jetzt sucht er die Bestätigung, dass durch das Gießwasser die Gemüsepflanzen nicht verunreinigt werden.

Einige wenige Brunnenbesitzer waren davon ausgegangen, dass die Analyse kostenlos ist und zogen unverrichteter Dinge mit ihrer Wasserprobe wieder von dannen. Die Bürger konnten zwischen unterschiedlichen Untersuchungen wählen.

Eine Messung von Nitrat-, Säure- und Salzgehalt wurde für 12 Euro vor Ort von dem Physiker Harald Gülzow angeboten, so dass die Ergebnisse schon schon einige Zeit später vorlagen.

„Ich will es genau wissen”

Weitere Bewertungen des Brunnenwassers in einem Labor etwa auf Bakterien, Eisen, Phosphat, Schwermetalle, ob es zum Kochen geeignet oder trinkfähig ist, kosteten je nach Test gestaffelt bis zu 138 Euro. „Ich will es genau wissen“, sagte ein Familienvater aus Rügland, „es ist das Geld wert“.

Die Ergebnisse der Untersuchungen werden in einem ausführlichen Gutachten in den kommenden Wochen mit der Post zugestellt. Zusätzlich zu den Messwerten erhalten die Brunnenbesitzer Informationen, wofür sie das Wasser bedenkenlos nutzen können und wegen welcher Belastungen es zu Einschränkungen kommt.

Die vergangenen Dürrejahre haben gezeigt: Es wird immer wichtiger, Wasserressourcen zu schützen. Mit Brunnen- und Regenwasser zur Bewässerung können Gartenbesitzer auch längere Trockenperioden überbrücken und Leitungswasser sparen, das in den vergangenen Jahren immer teurer geworden ist.

Vor allem Gartenbesitzer – wie dieses Ehepaar aus Heilsbronn– nutzten das Angebot zum Testen ihres Brunnenwassers. (Foto: Silvia Schäfer)
Vor allem Gartenbesitzer – wie dieses Ehepaar aus Heilsbronn– nutzten das Angebot zum Testen ihres Brunnenwassers. (Foto: Silvia Schäfer)
Vor allem Gartenbesitzer – wie dieses Ehepaar aus Heilsbronn– nutzten das Angebot zum Testen ihres Brunnenwassers. (Foto: Silvia Schäfer)
Reger Betrieb am Labormobil der VSR-Gewässerschutz in Ansbach zur Brunnenwasser-Analyse: Die Bürger wollten wissen, wofür sie ihr Wasser bedenkenlos nutzen können. (Foto: Silvia Schäfer)
Reger Betrieb am Labormobil der VSR-Gewässerschutz in Ansbach zur Brunnenwasser-Analyse: Die Bürger wollten wissen, wofür sie ihr Wasser bedenkenlos nutzen können. (Foto: Silvia Schäfer)
Reger Betrieb am Labormobil der VSR-Gewässerschutz in Ansbach zur Brunnenwasser-Analyse: Die Bürger wollten wissen, wofür sie ihr Wasser bedenkenlos nutzen können. (Foto: Silvia Schäfer)
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