Es hat nicht ganz gereicht zu einer Sensation für die Fußball-Frauen des SV Weinberg. Knapp mit 0:1 (0:0) unterlagen sie in der 2. Bundesliga dem Aufstiegsaspiranten FC Union Berlin, der damit weiterhin Kurs 1. Bundesliga nimmt.
Um es gleich vorwegzunehmen: Der SV Weinberg bot den bisher auswärts unbesiegten Hauptstädtern einen großen Kampf und verkaufte sich am Ende unter Wert.
Auf dem erstaunlich gut bespielbaren Platz in Sachsen lieferten sich beide Teams eine abwechslungsreiche Partie, die sich aber mit zunehmender Spielzeit immer mehr in der Weinberger Hälfte abspielte. Allerdings litt die Begegnung in den ersten 45 Minuten auch ein wenig unter der unausgewogenen Spielleitung von Schiedsrichterin Marie-Theres Mühlbauer (Pölling), die in einigen Situationen schlicht und einfach die falsche Entscheidung traf.
Höhepunkt war in der 16. Minute die Aktion von Gästetorjägerin Dina Sophia Orschmann, die ihre Schottland-Erfahrung in die Waagschale warf und SVW-Torhüterin Glaser sehr ruppig anging. Dieses Vergehen wurde von der Schiedsrichterin nicht geahndet und das verletzungsbedingte Ausscheiden von Glaser mit einem Achselzucken begleitet.
Zu diesem Zeitpunkt hätte der SV Weinberg mit 1:0 führen können, nein müssen. In der 10. Minute spielte Lisa Wich die wiedergenesene Ellen Riess frei und anstatt aus sieben Metern direkt abzuschließen, beging Riess einen technischen Annahmefehler und Gästetorfrau Cara Bösl konnte den Ball aufnehmen. Die ehemalige U-Nationaltorhüterin (bis Juli 24 bei Eintracht Frankfurt) erledigte die wenigen Aufgaben vorzüglich.
Vor der Weinberger Großchance rettete in der 8. Minute Franziska Glaser gegen Naika Reissner und dann mussten die gut 450 Zuschauer bis zur 40. Minute warten, ehe wieder so etwas wie Torgefahr in der Luft lag. Beide Mannschaften standen in der Defensive sehr gut, so dass sich die Offensivkräfte schwer taten, Chancen zu kreieren.
In besagter 40. Minute strich ein eigentlich harmloser 16-m-Schuss von Union-Kapitänin Lisa Heiseler an den Pfosten und ein paar Zeigerumdrehungen später scheiterte Schlitter an der gut reagierenden Bösl.
Nach dem Seitenwechsel wurde die Überlegenheit des Tabellenzweiten sichtbarer. Für Weinberg wurde es immer schwieriger, sich aus der Umklammerung zu lösen. Auch wurden die Entlastungsangriffe viel zu hektisch vorgetragen und waren eine leichte Beute für die Defensivabteilung des Aufsteigers.
So kam es wie es kommen musste: In der 63. Minute wurde ein weiter Ball von der SVW-Abwehr falsch berechnet. Lisa Heiseler, die fünf Minuten vorher noch an SVW-Keeperin Celia Steinert gescheitert war, schnappte sich das Leder, umkurvte drei Weinberger Abwehrspielerinnen und netzte mit ihrem starken linken Fuß unhaltbar für Steinert zum Tor des Tages ein.
Nach diesem Treffer wurde das Spiel wieder ausgeglichener und der Druck des Favoriten ließ nach. Allerdings verstand es der SVW nicht, die sich nun bietenden Chancen zu nutzen. Djellza Istrefaj, Leonie Haberäcker, Anna Wachal, Marlene Ganßer und Solveig Schlitter verkomplizierten einfache Situationen, vergaßen den richtigen Zeitpunkt zum Abschluss und standen dann mit leeren Händen da. So konnte der Favorit sich am Ende über einen knappen Sieg freuen, den er sich hart erarbeiten musste. Die Ansbacherin im Union-Trikot, Nele Bauereisen, wurde in der 73. Minute eingewechselt und vergab ein paar Minuten später eine große Chance zum 2:0.
SV Weinberg: Glaser (18. Steinert), Haberäcker, Anna Grimm, Horwath, Mara Grimm, Eva Wiesinger, Schlitter, Klärle (81. Arnold), Kömm (81. Wachal), Riess (62. Ganßer), Wich (62. Istrefaj).