Hat mal jemand eine Viertelmillion? TSV Windsbach braucht Geld für Liga eins | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 15.02.2026 15:58

Hat mal jemand eine Viertelmillion? TSV Windsbach braucht Geld für Liga eins

Der Windsbacher Bojan Tokic bog im Einzel einen 0:2-Satzrückstand noch um. (Foto: Martin Rügner)
Der Windsbacher Bojan Tokic bog im Einzel einen 0:2-Satzrückstand noch um. (Foto: Martin Rügner)
Der Windsbacher Bojan Tokic bog im Einzel einen 0:2-Satzrückstand noch um. (Foto: Martin Rügner)

Die Doppelturnhalle in der Ludwigstraße 17 ist zum Tempel der Ballkünstler geworden und das Zweitliga-Tischtennisteam des TSV Windsbach hielt beim 6:1-Sieg über den TTC SR Hohenstein-Ernstthal dort wieder ein Hochamt ab. Die Frage ist nun: Wohin führt das alles? Etwa schnurstracks in die erste Liga?

Die Tabelle sagt ja. In der stehen die Windsbacher auf dem ersten von zwei Aufstiegsplätzen. Der Klassenerhalt, das eigentliche Saisonziel, ist längst erledigt.

Der entscheidende Mann für diese Frage ist Manager Andreas Staudacher und der sagt ein entschiedenes Jein. Was nicht ausschließt, dass der TSV Windsbach, sollte die Erfolgsserie weitergehen, bereits nächste Saison in Konkurrenz tritt zu den Erstliga-Großmächten Borussia Düsseldorf, Werder Bremen und Borussia Dortmund. Was sporthistorisch schon einige Bedeutung hätte, weit über Mittelfranken hinaus.

Lizenzunterlagen werden eingereicht

Es geht ums Geld. „Die finanzielle Hürde ist der Hauptgrund dafür, dass zuletzt niemand aufsteigen wollte, die Vereine haben doch großen Respekt davor”, sagt Staudacher. Tatsächlich ist die erste Liga fast so etwas wie eine geschlossene Gesellschaft geworden. In die Windsbach möglicherweise bald eindringt. „Wir werden die Lizenzunterlagen für die erste Liga einreichen und dann mal schauen, was möglich ist. Die Chancen schätze ich 50:50 ein”, sagt Staudacher, „am Ende werden, sportlichen Erfolg vorausgesetzt, über den Aufstieg die Finanzen entscheiden”.

Wie hoch muss der Etat denn nun für die erste Liga sein? „Das beginnt bei 200.000 Euro bei den kleinen Vereinen und endet bei 1,5 Millionen bei den großen Klubs”, hat der 45-Jährige eruiert. Aktuell beläuft sich der Windsbacher Etat laut Staudacher auf deutlich unter 100.000 Euro. „Unter 200.000 brauchen wir gar nicht erst anzufangen”, so Staudacher, der gerne noch einen kleinen Sicherheitsaufschlag obendrauf packen würde.

Herausforderungen im organisatorischen Bereich

Nicht nur in Sachen Geldbeschaffung, auch im organisatorischen Bereich würden im Falle des Aufstiegs neue Herausforderungen auf die Windsbacher zukommen. Die Doppelturnhalle könnte mit etwas Mühe für Erstligaspiele hergerichtet werden. Verlangt werden etwa 400 Sitzplätze, ein stärkeres Licht und ein spezieller Boden, der wohl für jedes Spiel extra verlegt und dann wieder abgebaut werden müsste. Ein Unterschied besteht auch im Spielsystem. Statt vier Spieler wie jetzt in Liga zwei, treten eine Stufe weiter oben 3er-Mannschaften an.

„Der Unterschied zwischen der zweiten und der ersten Liga ist extrem. Mit unserer Mannschaft, die im Moment ja sehr gut spielt, würden wir in der ersten Liga kein Spiel gewinnen”, sagt die Windsbacher Nummer eins Tom Schweiger, „man bräuchte da noch ein, zwei neue Spieler, zumal ja jeder Gegner dort eine unfassbar starke Nummer eins hat”.

Das TSV-Team spielt in Bestform

Dass die Windsbacher kein Spiel gewinnen? Unter dem Eindruck des Heimsieges über Hohenstein-Ernstthal eigentlich kaum vorstellbar. Nur das Einserdoppel ging an die Gäste, die mit dem Koreaner Hyuk Kwon eine neue Nummer eins aufboten. Doppel zwei sowie alle Einzel holte der TSV, wobei Bojan Tokic im einzigen Fünfsatzspiel des Abends gegen Andrey Milovanov einen 0:2-Satzrückstand aufholte.

„Wahnsinn”, murmelte der eine oder andere Zuschauer, wenn eine verwegene Rückhand doch ins Ziel fand. Und nicht nur bei den spektakulären Ballwechseln, die sich zwischen dem kompromisslos angreifenden 18-jährigen Koreaner und dem nach vier Sätzen siegreichen Windsbacher Abwehrspieler Jakub Folwarski ergaben, pfiff manch einer anerkennend durch die Zähne.

Spitzeneinzel eine klare Sache

Unerwartet deutlich verlief das Spitzeneinzel, das Schweiger dank des wesentlich variableren Spiels in drei klaren Sätzen gegen Kwon für sich entschied und seine Rückrundenbilanz auf 4:1 ausbaute. Mit dem Spanier Miguel Nunez hatte Schweiger mehr Mühe, sicherte sich den Punkt schließlich mit 17:15 im vierten Satz.

Eine treibende Kraft bei den Windsbacher Tischtennis-Männern: Andreas Staudacher hat großen Anteil am Zweitliga-Aufstieg. (Foto: Tom Schweiger)
Eine treibende Kraft bei den Windsbacher Tischtennis-Männern: Andreas Staudacher hat großen Anteil am Zweitliga-Aufstieg. (Foto: Tom Schweiger)

Der erste Zweitliga-Kader des TSV Windsbach ist schon fix

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Folwarski, Tokic und Petr David sind in der Rückrunde im Einzel noch ungeschlagen, eine meisterliche Bilanz. Ja, es gab wieder großen Sport zu sehen in der Doppelturnhalle, was sich herumgesprochen hat. Mit gut 200 Zuschauern im Schnitt gehört der TSV auch im Zuschauerranking zu den Spitzenteams.

TSV Windsbach - TTC SR Hohenstein-Ernstthal 6:1 (Bojan Tokic/Petr David - Hyuk Kwon/Miguel Nunez 9:11, 11:9, 8:11, 5:11, Tom Schweiger/Jakub Folwarski - Andrew Baggaley/Andrey Milovanov 11:3, 14:12, 12:10, Schweiger - Nunez 11:4, 8:11, 11:5, 17:15, Folwarski - Kwon 15:13, 9:11, 11:6, 11:7, Tokic - Milovanov 9:11, 6:11, 11:6, 11:6, 12:10, David - Baggaley 11:9, 11:8, 11:9, Schweiger - Kwon 13:11, 11:5, 11:3.


Alexander Keck
Alexander Keck
Der noch in Vor-Internetzeiten der FLZ zugelaufene Schwarzwälder hat im Verlauf von fast drei Jahrzehnten die fränkischen Merkwürdigkeiten, die in Ohrmuscheln (Allmächd!) und auf Esstellern (Saure Zipfel!) landen schätzen gelernt. Nur die im Vergleich zu Spätzle stets zu breiigen Knödel mag der Schwabe nicht. Das Schreiben über Sport dagegen immer noch sehr - gerne auch abseits des Mainstreams.
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