Heftig umstrittene Rodung bei Heilsbronn: Tennet kündigt Lösung an | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 07.02.2025 20:20

Heftig umstrittene Rodung bei Heilsbronn: Tennet kündigt Lösung an

Das Umspannwerk in Raitersaich zählt zu größten seiner Art in Deutschland. (Archivfoto: Heinz Wraneschitz)
Das Umspannwerk in Raitersaich zählt zu größten seiner Art in Deutschland. (Archivfoto: Heinz Wraneschitz)
Das Umspannwerk in Raitersaich zählt zu größten seiner Art in Deutschland. (Archivfoto: Heinz Wraneschitz)

„Das ist ja mal eine positive Nachricht“: Bürgermeister Dr. Jürgen Pfeiffer hatte in der Sitzung des Heilsbronner Stadtrates neue Informationen mit Blick auf das Umspannwerk bei Raitersaich im Gepäck. Demnach kommt es nicht zu der bislang vorgesehenen Rodung von mehreren Hektar Wald.

Der Strom-Übertragungsnetzbetreiber Tennet hat vor, anstelle des bisherigen Umspannwerks im Roßtaler Ortsteil die Anlage ein paar hundert Meter weiter westlich von Raitersaich neu zu errichten. Im Zuge dieses Vorhabens braucht es auch neue Stromleitungen. Bislang hatte Tennet vor, dafür Schneisen in den Wald zu schlagen, also zahlreiche Bäume zu fällen. Aus Heilsbronner Sicht ist vor allem der Ortsteil Gottmansdorf betroffen.

Zehn Hektar Wald wären verschwunden

Rund zehn Hektar Wald hätten für das Vorhaben gerodet werden müssen. Heilsbronns Bürgermeister Dr. Jürgen Pfeiffer hatte schon von Beginn an vermutet, dass es bei dieser Zahl nicht bleibt. Bei einer Bürgerversammlung im Jahr 2022 hatte Pfeiffer folgende Befürchtung geäußert. „Die Folge wird wohl sein, dass links und rechts der Rodungsstrecke weitere fünf bis zehn Hektar Stürmen und der Trockenheit zum Opfer fallen werden.“

Schnell regte sich auch Widerstand in den Reihen der Bürger, es bildete sich auch eine Bürgerinitiative. Dieser ging es aber nicht darum, die neuen Trassen grundsätzlich zu verhindern. Ihnen war klar, dass für den Ausbau der erneuerbaren Energien auch das Stromleitungsnetz ertüchtigt werden muss.

Aber die Initiative wollte verhindern, dass dafür Bäume im großen Stil gerodet werden. Denn bei dem betroffenen Areal handelt es sich nicht um einen vom Borkenkäfer geschädigten Nadelwald, sondern um einen Mischwald, der über Jahrzehnte aufgebaut wurde – auch mit staatlichen Zuschüssen. Als Alternative lag schnell die Überspannung des Waldes auf dem Tisch. Unterstützung gab es dafür vom Bund Naturschutz, vom Bayerischen Bauernverband, von der Heilsbronner Stadtverwaltung und auch vom Stadtrat selbst. Die Überspannung, für die rund 100 Meter hohe Masten aufgestellt werden müssen, hatte die Verwaltung auch in entsprechenden Gesprächen im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens gefordert.

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Ende Januar erhielt die Verwaltung jetzt ein Schreiben der Regierung von Mittelfranken. Die Waldschneisen finden sich zwar noch in den nötigen Unterlagen für das laufenden Planfeststellungsverfahren, wie Bürgermeister Pfeiffer in der Sitzung des Stadtrates berichtete.

Allerdings ist in dem Schreiben auch die Information enthalten, dass der Strom-Übertragungsnetzbetreiber Tennet der Regierung von Mittelfranken zugesagt hat, auf die Schneisen zu verzichten und die Grundstücke zu überspannen. Im Stadtrat löste diese Bekanntmachung erfreute Reaktionen aus. „Wir gehen jetzt davon aus, dass das auch so umgesetzt wird“, betonte Pfeiffer abschließend.


Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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