Die Modernisierung der alten Gas- oder Ölheizung ist teuer. Besonders zusammen mit der energetischen Sanierung des Hauses. Schaut man aber nicht nur auf die reinen Anschaffungskosten, tut es vielleicht weniger weh. Denn mit Blick auf die Zukunft kann sich der Austausch lohnen.
Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online hat Beispielrechnungen für sechs typische Szenarien erstellt. Mit Blick auf Laufzeit, Finanzierungskosten, Förderungen, Energiekosten und Wertzuwachs der Immobilie.
Das Beispielhaus für die Rechnung: Ein unsaniertes Einfamilienhaus, Baujahr 1983, 130 Quadratmeter Wohnfläche. Das Gebäude wird nach 20 Jahren ohne energetische Maßnahmen einer kompletten Modernisierung unterzogen, also inklusive Gebäudehülle, Heizsystem und Photovoltaik.
Die Experten haben anhand von Durchschnittswerten und Energieprognosen sechs Szenarien berechnet. Sie kommen zu dem Schluss, dass sich über 20 Jahre betrachtet deutliche Unterschiede zeigen. So liegen die Energiekosten laut co2online nach einer kompletten Gebäudesanierung im Schnitt:
Zählt man zu den nach Sanierung niedrigeren Energiekosten die vermuteten Investitionskosten für eine komplette Sanierung inklusive Zinsen, abzüglich der Förderung, ergeben sich folgende Werte:
Werden bei den einzelnen Modellfällen dann zusätzlich die vermuteten Instandhaltungskosten und die angenommene durchschnittliche Wertsteigerung des Gebäudes berücksichtigt, ergibt sich laut co2online in der Gesamtrechnung ein ökonomischer Vorteil in Höhe von:
Die anderen Energieträger führen hingegen in der Beispielrechnung zu Mehrkosten - auch bedingt dadurch, dass die Experten hier einen geringeren Wertzuwachs voraussetzen. Bleiben:
Die Erkenntnis: Die Investitionskosten für Heizsysteme auf Basis erneuerbarer Energien sind zwar höher, durch staatliche Förderung und geringere laufende Kosten liegen die Gesamtkosten aus Investition und Energie jedoch niedriger als bei Gas- oder Ölheizungen.
Vergleicht man die Zahlen der Gas- und Ölheizungen einerseits mit den Werten der Wärmepumpen andererseits ergibt sich laut co2online über 20 Jahre dann insgesamt ein Vorteil von rund 70.000 Euro bis etwa 90.000 Euro zugunsten der Wärmepumpen.
Allerdings weisen die Experten darauf hin, dass die Zahlen durch tatsächliche Entwicklungen abweichen können, etwa durch regionale Unterschiede, individuelles Nutzerverhalten und veränderte politische Rahmenbedingungen.
Bei den Berechnungen für die sechs Modellfälle handelt es sich also nur um eine grobe Orientierung. Die komplette Berechnung mit all ihren Annahmen können Eigentümer auf der Internetseite der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online nachvollziehen - ein guter Einstieg für eigene Überlegungen.
Wenn Eigentümer über einen Heizungstausch sowie eine komplette Sanierung nachdenken, sollten sie mit Hilfe eines Energieberaters eigene Berechnungen anstellen. Zudem können sie für eine erste individuelle Einschätzung als Basis für die Gespräche mit Beratern und Handwerkern den Modernisierungs-Check von co2online nutzen.
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