Die Stadt Herrieden hat jetzt ein Tastmodell, das den Altstadtkern für alle fühl- und greifbar macht. Es ist am Eingang des Schlossparkes angesiedelt und fügt sich in die dortige Skulpturenmeile ein.
Das Projekt mit rund 12.000 Euro Gesamtkosten wurde mit 80 Prozent aus dem Regionalbudget der ILE-Region Altmühlland A6 gefördert. In der Altstadt Herrieden befindet sich historisch gesehen die Stiftsbasilika, die den Gestaltungsauftrag gibt. Ansonsten habe es schon damals alles gegeben, was man zum Leben brauchte, erklärte Ideengeber, Stadtrat Armin Jechnerer.
Am Modell, so führte er weiter aus, könne man Herrieden nun statisch dynamisch wahrnehmen und begreifen. Eine Draufsicht auf dieses Kunstwerk schaffe das Bewusstsein für die Entwicklung der Stadt an der Altmühl, ergänzte Rathauschefin Dorina Jechnerer. Betrug die bebaute Fläche der Altstadt um das Jahr 1826 etwa 13 Hektar und zählte die Ansiedlung rund 1000 Einwohner, seien heute im Kernort Herrieden rund 220 Hektar an Flächen bebaut und rund 4380 Einwohner zu verzeichnen.
Stadtführerin Martina Witteck bewertete das Modell als sehr gelungen. Es gebe sofort einen Überblick, wie man sich bewegen möchte. Sie verwies auf die eindeutige Vierteilung der Altstadt, die sich in den Geschäftsbereich, in Wohnen, Herrnhof (Chorherren) und Verwaltungssitz (Stadtschloss) aufgliedere.
Der Vorsitzende des Inklusionsbeirats, Josef Leichs, der 2021 ein diesbezügliches Modell beantragt hatte, zeigte sich freudig überrascht, dass es jetzt umgesetzt worden ist. Seheingeschränkte Menschen und auch Kinder hätten nun die Möglichkeit, sich durch Ertasten einen Überblick über die Stadt Herrieden zu verschaffen, fügte Inklusionsbeirat Erwin Bartsch hinzu.
Seitens der ILE-Region Altmühlland A6 gratulierte zu dem bedeutsamen Verwendungszweck der stellvertretende Sprecher, Aurachs Bürgermeister Simon Göttfert. Er hob die unkomplizierte Abwicklung hinsichtlich der Förderung hervor.
Ein altes Holzmodell der Herrieder Stadtansicht im Maßstab 1 zu 500 war die Grundlage für die Herstellung des aus Bronze von einer Kunstgießerei aus Hessen gegossenen Tastmodells gewesen, teilte Bürgermeisterin Jechnerer mit. Der Sockel wurde aus Beton gefertigt und die Maßnahme vom städtischen Bauhof abgewickelt. Allen, die zum guten Gelingen beigetragen haben, zollte Jechnerer ihre Anerkennung.