Wenn das Männerballett beim Obernzenner Fasching die Bühne betritt, dann zählt vor allem eines: die Gaudi. Männliche Tanzgruppen aus nah und fern dürfen sich in der Zenngrundhalle heuer erstmals bei einem Contest messen. Was steckt genau dahinter?
Seit mindestens 15 Jahren gehört das Männerballett in Obernzenn zum Fasching fest dazu. Seit dem Jahr 2019 ist die Gruppierung auch Teil des TSV Obernzenn. Vorher war sie selbstständig organisiert. Im vergangenen Jahr erreichte das Obernzenner Männerballett zahlreiche Anfragen für Auftritte. Oft wurde es gelobt, löste beim Publikum Begeisterung aus. Die Idee, einen Männerballett-Contest auszurichten, ist grundsätzlich nicht neu und wird andernorts schon seit vielen Jahren gelebt, weiß Anne Geißendörfer, beim TSV Obernzenn für die Gardeabteilung zuständig.
Primäres Ziel vieler Männergruppen sei nämlich vor allem, einen Unterhaltungsfaktor zu bieten. Bei einer Sitzung kam den Verantwortlichen dann in den Sinn: Warum keinen lustigen Abend organisieren, bei dem viele solcher Gruppen auftreten? Die Ehrenamtlichen stellten sich dabei klar auch die Frage, ob ein solcher Wettbewerb personell zu stemmen ist, betont Anne Geißendörfer.
Schließlich sei die Gardeabteilung nur eine Sparte des TSV Obernzenn und das Organisationsteam bestehe nur aus ein oder zwei Handvoll Menschen. Letztlich entschied man sich: „Wir probieren es einfach mal aus“, erzählt Geißendörfer. Beim Contest, der am Samstag, 29. März, um 19 Uhr in der Zenngrundhalle in Obernzenn stattfindet, werden nun verschiedene Männergruppen gegeneinander antreten.
Ein Thema wird nicht vorgegeben, anders als beim Obernzenner Showtanz – dort lautet das Motto dieses Jahr nämlich lustigerweise „Männer“, erzählt Geißendörfer weiter. Bewertet wird die Darbietung von einer unabhängigen Jury. Wer in ihr vertreten sein wird, steht noch nicht final fest – auf jeden Fall nicht nur Garde-Tänzerinnen. Statt dessen sollen auch Personen, die sich im musikalischen Bereich einbringen, mit bewerten.
„Es geht nicht primär darum, 110 Prozent synchron zu tanzen. Die Gruppen sollen einfach Lust drauf haben. Freude und Gaudi ist ein großer Faktor“, betont Anne Geißendörfer. Oft entstehe sogar der Eindruck, dass die Gäste beim Männerballett mehr Spaß beim Zuschauen haben, als beim Marschtanz. Auch weil die Männer sich wohl in diesem Zusammenhang selbst nicht allzu ernst nehmen, schätzt die Gardenchefin.
Zu den Bewertungskriterien zählen der Spaßfaktor, die Musik und Choreografie, die Kostüme, aber auch die Hebefiguren. Zudem wird es Sonderauszeichnungen geben, bei denen zum Beispiel die durchschnittlich älteste und die jüngste Gruppe sowie Fliegen- und Schwergewichte gekürt werden. Diese Wertung erfolgt dann unabhängig von der Tanzleistung.
Verschiedene Gruppen hat man schon angeschrieben und auf den Wettbewerb hingewiesen, ansonsten hoffen die Verantwortlichen vor allem auf Mundpropaganda und die Wirkung von Werbung auf Social Media. Die Obernzenner Männer treten beim Contest übrigens zwar auf, aber nehmen nicht am Wettbewerb teil.
Bislang sei das Feedback gut. Etwa sechs Gruppen – aus Nah und Fern – haben sich bereits angemeldet. „Mindestens zehn wären cool. Zu viele dürfen es auch nicht werden, sonst wird der Abend zu lang“, sagt Anne Geißendörfer.
Noch bis Samstag, 1. März, ist die Anmeldung zum Männerballett-Contest per E-Mail an garde.tsvobernzenn@web.de möglich.