Viele Hände, schnelles Ende: Im Brücken-Center wurde mit Hochdruck an der Fertigstellung der neuen Räumlichkeiten für die Hochschule gearbeitet. Die Abnahme des ambitionierten Projektes ist bereits in trockenen Tüchern – auch wenn das optische Highlight der Baumaßnahme auf sich warten lässt.
Nicht nur Frank Fürhäußer vom Ansbacher Architekturbüro „Holzinger, Eberl, Fürhäußer“, das für die Objektüberwachung mit zwei Bauleitern verantwortlich zeichnete, durfte am vergangenen Freitag befreit aufatmen. Bis auf wenige, „kleinere Restarbeiten“ wie einige Türrahmen, ein paar Farbkleckse oder die hölzerne Umfassung eines Dachlichts im Eingangsbereich sind alle Arbeiten abgeschlossen, berichtete Fürhäußer. „Bis zu 100 Handwerker haben in Spitzenzeiten gleichzeitig an der Fertigstellung gearbeitet.“
Aber auch nach der Abnahme steht noch ein „bisschen“ Arbeit aus: Denn der verglaste Übergang, der die Hochschule und das Einkaufszentrum auf 25 Metern über die Schöneckerstraße verbinden soll, hat reichlich Verspätung. Verzögerungen beim Hersteller der Fertigteile, die dann direkt vor Ort zusammengesetzt werden, sind dafür verantwortlich, dass der architektonische Leckerbissen noch nicht installiert ist. Der erste Liefertermin im Oktober vergangenen Jahres war nicht zu halten und zunächst auf Ende diesen Monats verschoben worden – nun hofft Andreas Schmid, Geschäftsführer des Brücken-Centers, auf eine Lieferung „Ende Februar“.
Das ist aus Sicht der DV Immobilien Management GmbH aus Regensburg, der das Brücken-Center gehört, freilich zu verschmerzen. Schließlich ist die Brücke für die Nutzung der Räume nicht notwendig. Eine Funktion als Fluchtweg wird ihr auch nicht zugeschrieben, weshalb in den kommenden Wochen alles seinen geplanten Gang nehmen dürfte: Die Hochschule kann einziehen, dabei steht die farbliche Gestaltung der Innenräume an, die ein eigenes Team übernimmt.
Das sind die Detailarbeiten des rund zehn Millionen Euro teuren Projekts – damit der Zeitplan bis zum Start des Sommersemesters Mitte März eingehalten werden konnte, war aber eine gemeinschaftliche Kraftanstrengung aller Beteiligten nötig. Nicht nur die Koordinierung der verschiedenen Gewerke machte die Umgestaltung der zweiten Etage des ehemaligen Real-Supermarktes zu einer Herausforderung.
Der Terminplan war eng gestrickt: Los ging’s im Frühjahr 2024, kein Jahr später standen die künftigen Nutzer quasi mit den Kartons vor der Tür. „Die kurze Bauzeit war schon brutal. Wir haben wirklich jeden einzelnen Tag intensiv genutzt“, berichtet Bauleiter Maximilian Preiß.
Etwa 4500 Quadratmeter ehemaliger Verkaufsfläche des Supermarktes wurden quasi entkernt. Entstanden sind ein großer Hörsaal für bis zu 350 Personen, 18 Büros mit Blickrichtung Altstadt für Professoren und Mitarbeiter, 17 Seminarräume sowie zwei Besprechungszimmer. Helles Holz schafft eine warme Atmosphäre, insgesamt 72 in die Decke geschnittene Einlässe sorgen für viel natürliches Licht.
Zumindest ein Teil des Platzproblems der prosperierenden Bildungsstätte ist damit gelöst. 3800 Studierende waren im Wintersemester an der Hochschule eingeschrieben, recht viel weniger dürften es in der bald beginnenden Sommer-Session nicht werden. Zumal mit dem Neubau fleißig Argumente gesammelt worden sind.