Mit dem Slogan „Wassertrüdingen denkt heute schon an morgen“ startete im Frühjahr des vergangenen Jahres die Interessensabfrage für ein Nahwärmenetz im südöstlichen Kernort. Ursprünglich wollte die Firma Stark nur neue Wohnungen an der Brauhausstraße mit Nahwärme versorgen.
Das Interesse an einer zentralen Nahwärmeversorgung auf dieser Trasse und in den angrenzenden Nebenstraßen verlief jedoch durchaus positiv, und dann, so erinnert sich Firmenchef Martin Stark, ging es Schlag auf Schlag. Das Unternehmen konnte überraschend ein Teilgelände samt Abbundhalle der ehemaligen Zimmerei Danner in optimal zentraler Lage an der Bahnhofstraße erwerben. Darin wurden dann ab Frühjahr 2025 in rund sechsmonatiger Bauzeit das Nahwärmenetz und die Heizzentrale entwickelt.
Zwei Öfen mit jeweils 400 Kilowatt Leistung pro Stunde garantieren die Wärmeversorgung. Dies sei ein wichtiger Baustein für die per Gesetz von der Regierung geforderte Wärmeplanung für Kommunen, so zweiter Bürgermeister Klaus Schülein bei einem Ortstermin am Heizkraftwerk der Firma.
Seit Anfang dieses Jahres beschäftigt sich Stadtbaumeister André Schultz mit der kommunalen Wärmeplanung. Wie er informierte, wurden bereits Überlegungen für eine gemeinsame interkommunale Wärmeplanung im Bereich der in der Integrierten ländlichen Entwicklung (ILE) kooperierenden Kommunen angestoßen.
Vom ausgeklügelten Prinzip des neuen Nahwärmenetzes zeigten sich sowohl der zweite Bürgermeister als auch der Stadtbaumeister begeistert. Die beiden Öfen - ein Reserveplatz für einen dritten ist vorhanden - werden vollautomatisch mit Hackschnitzeln „aus 100-prozentig eigenem Holz des Auhausener Sägewerkes und eigenem Wald“ bestückt. Überschüssige Wärme gelange in einen Pufferspeicher, erläuterte Firmenchef Martin Stark.
Fünf Kilometer Nahwärmeleitungen wurden verlegt und 75 Häuser angeschlossen. Darunter sind städtische Liegenschaften wie der Bahnhof, das Areal am Kulturtreff und das ehemalige Feuerwehrhaus sowie das Gebäudeareal am „Guten Hirten“, des Weiteren die evangelische und katholische Kita sowie das Kreisseniorenheim an der Bahnhofstraße. Nachverdichtungen und weitere Anschlüsse auf der bestehenden Trasse seien durchaus möglich, betonte der Projektleiter der Firma, Werner Schülein.
Eine Notversorgung bei Ausfall sei mit einer herkömmlichen Ölkesselheizung garantiert. Den Wassertrüdinger Netzaufbau bezeichnete Martin Stark als Paradebeispiel dafür, wie es gut laufen kann. In zügigem Ablauf seien Genehmigungen erteilt worden, Bau- und Lieferfirmen hätten Termine exakt eingehalten und die Stadt habe schnell die verkehrsrechtlichen Anordnungen erteilt und flexibel auf Herausforderungen reagiert. „Kein Sandkorn war im Getriebe“, so Stark.
Der Blick der städtischen Vertreter geht aber noch weiter. Für das geplante Gewerbegebiet am Schafhofkreisel könnten ebenfalls ein Nahwärmenetz und eine zweite Heizzentrale geschaffen werden und dann über die Nürnberger Straße der nördliche Teil Wassertrüdingens an die Nahwärme angeschlossen werden. Nachfragen von Hausbesitzern seien vorhanden.