Was treibt Firmen der Region um? Antworten gab in Ansbach der 12. Sommerempfang der westmittelfränkischen Gremien in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nürnberg für Mittelfranken. Die Vorsitzenden spannten den Bogen von der Stimmung über die Bürokratie bis zur Gesundheit. Für die IHK erklang eine Art Hymne.
Einen „IHK-Song“ präsentierte David Lugert, Sänger und Frontmann des A-cappella-Quartetts Viva Voce, am Beginn und am Ende des offiziellen Teils. Diesen umrahmte er mit diesem und anderen Liedern, begleitet von Franz Dietlein an der Gitarre. „IHK Westmittelfranken, unser Netz, das Chancen schafft“, hieß es im „IHK-Song“ – genau wie: „Wir fördern Mut und geben Kraft.“
Die Leiterin der IHK-Geschäftsstelle Ansbach, Karin Bucher, machte deutlich: „Unsere Region Westmittelfranken ist stark industriell geprägt.“ Gleichermaßen hob sie den stabilen Mittelstand und viele touristische Highlights hervor.
Sie und die Vorsitzenden der fünf IHK-Gremien stellten sich in einer Talkrunde in der Orangerie den Fragen des Moderators, Radio-8-Programmleiter Klaus Seeger. Eine Botschaft an die neue Bundesregierung lieferte Karin Bucher: „Ihr müsst’s reißen, ihr müsst jetzt was schaffen.“
Was wünscht sich die neue Vorsitzende des Gremiums Ansbach, Susanne Oppel, für ihre Kommune? „Ich würde mir mehr Begeisterung für die Stadt wünschen“, führte sie aus, „ich glaube, wir haben sehr, sehr gute Unternehmen in der Stadt“, allerdings auch im Umfeld. Ihrer Ansicht nach redet man in Ansbach ganz viel schlecht und kümmert sich immer nur um das, was nicht läuft und was nicht geht.
Die Zeiten sind vorbei, in denen man darauf warten konnte, dass einem die Dinge zufliegen. So äußerte sich der Vorsitzende des Gremiums Dinkelsbühl, Johannes Riegel. Man müsse die Dinge aktiv in die Hand nehmen. „Uns ist es wichtig, dass wir sichtbar sind und Mehrwerte schaffen, und ,Mehrwerte‘ kann auch medizinische Versorgung sein“, sagte er, von Klaus Seeger auf den Klinikstandort angesprochen.
Auch den Rothenburger Vorsitzenden Achim Schneider fragte er nach dem Krankenhaus. „Medizinische Versorgung ist einfach ein Standortfaktor für Mitarbeitende, die wir suchen, die zu uns kommen wollen“, erwiderte er. Er sprach ebenso massive Schwierigkeiten im Fachärztebereich an. Überdies ist ihm Kommunikation zwischen Behörden und Gewerbetreibenden, aber auch unter den Gewerbetreibenden wichtig.
Darüber dass Gewerbegebiete fehlen, klagte der Vorsitzende des Gremiums Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, Oliver Zeilinger. Auch die Bürokratie brennt ihm unter den Nägeln: „Ein Gesetz ist ja auslegbar.“ Wichtig ist ihm, Menschen mit nichtdeutscher Muttersprache schnell in Arbeit zu bekommen und ihnen einen leichter erreichbaren Ausbildungsberuf als Einstieg zu bieten, auf den sie aufbauen können.
Über den Kunststoffcampus Bayern in Weißenburg schwärmte Dr.-Ing. Simon Amesöder (Gremium Weißenburg-Gunzenhausen). „Wir haben, glaube ich, ein sehr, sehr tragfähiges Konzept zusammen entwickelt.“ Er berichtete von neuen Ideen, die sich für den Campus ankündigen.
Karin Bucher schätzte rund 150 Gäste. Nach dem offiziellen Teil blieb genug Zeit zum Netzwerken. Vlady Glussky (Gitarre, Gesang und Keyboard) musizierte, und Christian Singer stellte seine Zauberkunst vor.