Ihr Ziel für den Tourismus ist klar: Mehr Gäste in den Steigerwald | FLZ.de | Stage

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 15.04.2026 07:00

Ihr Ziel für den Tourismus ist klar: Mehr Gäste in den Steigerwald

Silvia Emmerich ist die neue Geschäftsführerin für den Steigerwald Tourismus. (Foto: Andreas Reum)
Silvia Emmerich ist die neue Geschäftsführerin für den Steigerwald Tourismus. (Foto: Andreas Reum)
Silvia Emmerich ist die neue Geschäftsführerin für den Steigerwald Tourismus. (Foto: Andreas Reum)

Was die Vielfalt betrifft, so findet Silvia Emmerich, ist der Steigerwald „richtig toll aufgestellt”. Die neue Geschäftsführerin des Tourismusvereins weiß um die Stärken der Region. Die liegen vor allem in den zahlreichen kulturellen Kleinoden in einer vielerorts anheimelnden Naturlandschaft.

Emmerichs Wissen kommt nicht von ungefähr. Die 40-jährige Mutter zweier Söhne stammt aus einem Iphöfer Weingut, lebt in Iphofen und kam, als sie halb so alt war, als Seinsheimer Weinprinzessin in etlichen Weindörfern auch entlang der Mittelfränkischen Bocksbeutelstraße herum.

Zu den Ortskenntnissen gesellt sich noch jede Menge Fachwissen. Emmerich hat Tourismus studiert, in Vorarlberg in Österreich, ein stark praxisorientiertes Studium, sagt die Fremdenverkehrsexpertin. Vor etwa anderthalb Jahrzehnten stand sie zudem schon einmal in Diensten des Steigerwald-Tourismusverbands (dem Vorläufer des heutigen Vereins) in Verbindung mit dem Naturpark-Verein und der Kreis-Touristinfo. Darüber hinaus lehrte sie zuletzt den Weintourismus als Dozentin an der dualen Hochschule Baden-Württemberg.

Erfahrung bei Kreuzfahrten

Nach ihrem Studium sammelte Emmerich Erfahrungen auf Binnenkreuzfahrtschiffen in ganz Europa mit vorwiegend englischsprachigen Gästen. „Eine sehr, sehr spannende Zeit”, sagt sie rückblickend. Auf Usedom hat sie die Eröffnung eines Hotels begleitet und arbeitete in der Schweiz im Marketing-Bereich.

Österreich, die Schweiz und Usedom haben sicherlich keine Bekanntheitsprobleme. Beim Steigerwald ist das noch nicht ganz so selbstverständlich, zumal es auch in Thüringen eine kleine gleichnamige Region gibt. So sieht es Emmerich für sich und ihre beiden Mitarbeiterinnen in der im Scheinfelder Sparkassengebäude beheimateten Geschäftsstelle des Vereins als zentrale Aufgabe, die Region bundesweit und nach Möglichkeit auch darüber hinaus bekannter zu machen.

Wandern, Radfahren und Familienangebote

Die Zielgruppen hält Emmerich dabei für breit gefächert. Vielleicht mit Ausnahme des jugendlichen Party- und Club-Publikums kann der Steigerwald jeder Altersgruppe, für Familien und für Individualisten etwas bieten. „Der Steigerwald ist natürlich auf jeden Fall eine Wanderregion”, weiß auch Emmerich. Aber auch Radtouristen, zumal im Zeitalter der Pedelecs beziehungsweise E-Bikes, finden hier vielerlei ausgeschilderte Strecken.

Die Region, so fischt die Touristikerin aus ihren Zahlen heraus, hatte im vorigen Jahr gut 950.000 Gästeankünfte, davon über 810.000 aus Deutschland (ein Plus von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr) und rund 140.000 aus dem Ausland. Auch bei den Übernachtungszahlen ging es mit 2,15 Millionen um ein halbes Prozent nach oben.

Durchschnittlich bleiben die Gäste somit 2,3 Tage in der Gegend, bilanziert das Statistische Landesamt, das dabei nur die gewerblichen Übernachtungsbetriebe ab zehn Betten beziehungsweise die Campingplätze ab zehn Stellplätzen auswertet. Ein beträchtlicher Teil des Fremdenverkehrs entfällt allerdings auf die Weltkulturerbe-Stadt Bamberg, die ebenfalls zur Tourismusregion Steigerwald zählt.

„Gemeinsam nach innen und nach außen”

Rein auf die Zahlen will sich Emmerich jedoch ohnehin nicht fixieren. Die Steigerung des Bekanntheitsgrads ist ihr wichtiger als neue Gästerekorde. Die Vernetzung innerhalb des Steigerwalds ist ihr ebenfalls ein Anliegen. „Tourismus ist was, was man gemeinsam macht”, sagt Emmerich, beziehungsweise sollte man den Tourismus „gemeinsam nach innen und nach außen gestalten”, findet die Fachfrau.

Die Region sei letztlich nur so vielseitig wie die Akteure sie gestalten möchten. Dazu zählt Emmerich nicht allein die Bewirtungs- und Beherbergungsbetriebe, sondern beispielsweise auch Gästeführer, die es in der Region mancherorts, aber eben noch nicht flächendeckend gibt, oder auch private Gastgeber.

Übertourismus ist im Steigerwald jedenfalls noch längst kein Thema. „Wenn es so weit ist, melde ich mich”, sagt Emmerich und lacht.

north