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Veröffentlicht am 04.07.2026 02:48, aktualisiert am 04.07.2026 17:16

Immenser Schaden nach Feuer auf Stuttgarter Großmarkt

Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) beseitigen mit einem Bagger Schutt. (Foto: Enrique Kaczor/dpa)
Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) beseitigen mit einem Bagger Schutt. (Foto: Enrique Kaczor/dpa)
Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) beseitigen mit einem Bagger Schutt. (Foto: Enrique Kaczor/dpa)

Nach dem Ausbruch eines Feuers auf dem Stuttgarter Großmarkt hat die Feuerwehr den Brand nach mehr als 16 Stunden weitgehend löschen können. Die Brandbekämpfung habe sich wegen der teilweise einsturzgefährdeten Gebäude schwierig gestaltet, teilte Feuerwehrsprecher Daniel Anand mit. Nachlöscharbeiten sollten sich bis in den Abend ziehen.

Laut Polizei könnte sich der Schaden auf einen mindestens zweistelligen Millionenbetrag belaufen. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht nach Zeugen des Brandes. Verletzt wurde niemand.

Betroffen waren laut Märkte Stuttgart ein überdachter Großbereich mit Photovoltaik-Anlage und Händlerflächen. Davon ausgehend seien Teile von drei angrenzenden Hallen durch den Brand beschädigt worden.

Die Einsatzkräfte konnten diese zunächst nicht betreten, stattdessen wurde das Feuer stundenlang von außen bekämpft. Das Technische Hilfswerk riss mit Baggern Teile der Lagerhallen ab. Ein Statiker soll die Lage jetzt beurteilen.

Marktbetrieb startet noch am Vormittag wieder

Das Feuer war am Freitagabend aus noch unbekannter Ursache ausgebrochen. Was genau sich in den brennenden Hallen befand, war zunächst unklar. Auf dem Großmarkt sind mehr als 100 Import- und Großhandelsfirmen angesiedelt, die frische Waren wie Obst, Gemüse und Blumen an Hotels, Gaststätten und andere Gewerbekunden verkaufen. 

Der Großmarkt ist eigenen Angaben zufolge der drittgrößte Handelsplatz für frische Waren in Deutschland. Er liegt im Stadtteil Wangen, direkt am Neckar. Am Vormittag habe er zu großen Teilen wieder geöffnet und für den Betrieb freigegeben werden können, teilten die Märkte Stuttgart mit.

„Auch wenn der materielle Schaden erheblich ist, sind wir sehr erleichtert, dass kein Mensch zu Schaden gekommen ist“, sagte Geschäftsführer Thomas Lehmann laut Mitteilung. „Dass wir bereits wenige Stunden nach dem Ereignis Teile des Marktbetriebs wieder aufnehmen konnten, ist dem professionellen Zusammenspiel aller Beteiligten zu verdanken.“

Mehr als 200 Kräfte im Einsatz

Einen Brand in dieser Größenordnung und eine vergleichbar große Einsatzlage habe es in Stuttgart in den vergangenen Jahren nicht gegeben, sagte der Feuerwehrsprecher. Es handle sich um ein sehr „außergewöhnliches Ereignis“. 

Mehr als 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rotem Kreuz und Technischem Hilfswerk waren in der Nacht im Einsatz. Am Morgen wurde ein Großteil des Personals abgelöst. Im Laufe des Tages dämmten sie die Flammen ein.

Nachlöscharbeiten bis in den frühen Abend

Am Nachmittag bestand nach Einschätzung der Feuerwehr noch die Gefahr, dass Glutnester im Inneren der Gebäude weiterbrennen. Deshalb ziehen sich die Nachlöscharbeiten laut Anand bis in den Abend. „Wir haben unsere Einsatzkräfte reduziert und die Lage entspannt sich“, sagte er.

Da die Feuerwehr viel Löschwasser brauchte, wurde Wasser aus dem nahegelegenen Neckar gepumpt. Einsatzkräfte mit Booten stellten dabei sicher, dass der Fluss nicht verunreinigt wurde. Wie viele Liter Wasser aus dem Neckar gebraucht wurden, ist noch unklar. Ob eine Brandwache für die Nacht eingerichtet wird, entscheiden die Einsatzkräfte am Abend, so Anand.

Keine Gefahr für die Bevölkerung

Um den Schaden so gering wie möglich zu halten, seien geparkte Lastwagen von den Lagerhallen weggefahren worden, erklärte der Sprecher der Feuerwehr. Trotzdem fielen mehrere Fahrzeuge wie Gabelstapler und Transporter den Flammen zum Opfer. Durch die hohe Hitze sind auch Rolltore von gegenüberliegenden Gebäuden geschmolzen, bestätigte die Feuerwehr. 

Die Bevölkerungswarnung wurde aufgehoben. Anwohner könnten wieder lüften. Aufgrund der großen Rauchwolke über dem Industriegebiet hatte die Feuerwehr die Bevölkerung in einem Umkreis von vier Kilometern bis zum Mittag dazu aufgerufen, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Auch Klimaanlagen sollten ausgeschaltet bleiben.

© dpa-infocom, dpa:260703-930-331375/6


Von dpa
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