Der bayerische Staatsminister des Innern, für Sport und Integration, Joachim Herrmann, bezeichnete die Heirat der Feuerwehren Breitenau und Ungetsheim als außergewöhnlich: „Das ist ein mutiger und guter Entschluss“, lobte er die Verantwortlichen aus den beiden Feuchtwanger Ortsteilen. Die Fusion wurde im Rahmen des 150-Jährigen vollzogen.
Zudem war es dem Schirmherrn wichtig, auf die Bedeutung des Ehrenamts hinzuweisen. „Wir können uns Tag und Nacht darauf verlassen, dass die Feuerwehr bereit steht.“ Dieser ehrenamtliche Einsatz sei unbezahlbar, und darauf könne man stolz sein, zollte der Staatsminister den Wehren Respekt und Anerkennung.
„Die FFW Breitenau und die FFW Ungetsheim haben entschieden, künftig gemeinsam den Brandschutz in der Altgemeinde Breitenau und darüber hinaus sicherzustellen. Mit Wirkung vom 14. Juli 2023 an wird die Freiwillige Feuerwehr Breitenau-Ungetsheim gegründet.“ So lautet der Text der Gründungsurkunde, die Feuchtwangens Bürgermeister Patrick Ruh in der Funktion des Dienstherrn beim Festkommers quasi als amtlichen Verwaltungsakt im Festzelt verkündete. Dies alles in lockerer und sympathischer Weise dargestellt als eine „symbolisch zelebrierte“ Feuerwehr-Hochzeit, die es mit den gleichzeitigen 150. Geburtstagen beider Wehren zum „historischen Ereignis“ machte, wie es hieß.
Wegen dieser „Einmaligkeit ohne Vorbild und Beispiel“ haben die Beteiligten die Zeremonie analog einer tatsächlichen Hochzeit kreiert und die Eheschließung mit dem obligatorischen Ja-Wort besiegelt. „Ja, wir sind bereit“, antworteten die Kommandanten Daniel Hornberger (Ungetsheim) und Martin Reißig (Breitenau) auf die Frage des als Standesbeamten agierenden Bürgermeisters Patrick Ruh, ob sie bereit seien, die „Treue und Verbundenheit auf alle Ewigkeit einzugehen“.
Ihr Gelöbnis besiegelten sie dann mit ihren Unterschriften, worauf Ruh den „Zusammenschluss zur rechtmäßig verbundenen Feuerwehr kraft Gesetzes“ unter dem stürmischen Beifall der Festversammlung verkündete.
An das Ereignis soll künftig „anstatt der Hochzeitsringe“ ein „Gedenkstein mit einer Inschrift-Tafel“ erinnern, der temporär in der Dorfmitte am Gemeinschaftshaus aufgestellt werde, bis ein neues gemeinsames Gerätehaus gebaut werde. Dort solle der Denkmalstein dann seinen Platz finden, gaben die beiden Kommandanten mit den Vorsitzenden Günter Reißig (Breitenau) und Ralf Hornberger (Ungetsheim) vor.
Derweil erteilte Pfarrer Jürgen Rosen der neuen Einheitswehr den kirchlichen Segen als eine Gemeinschaft, in der jeder auf das Wohl des anderen achtet. Hierzu ergänzte Bürgermeister Ruh, dass die beiden Wehren durch ihren Schritt die dauerhaften Werte der Feuerwehr repräsentieren. „Halten Sie zusammen und führen Sie die Feuerwehr in die Zukunft“, motivierte er die jetzt vereinigten Brandschützer.
Landrat Dr. Jürgen Ludwig würdigte die Fusion, die sich im Sinne von „Heimat gemeinsam gestalten“ gerade für den ländlichen Raum vorteilhaft auswirken könne. Denn: „Sie gehören mit den 11.000 aktiven Wehrmännern im Landkreis zu den Aktivposten“, sagte er. Insofern dürften die Menschen wissen, dass sie sich bei ihrer Feuerwehr in guten Händen befinden.
Desgleichen taten die anwesenden Führungskräfte. Kreisbrandrat Thomas Müller lobte die Neuorientierung, aus welcher Fortschritt erwachsen könne. Insofern sei ihm nicht bange, dass die neue Feuerwehr sich positiv entwickeln werde. Dem schlossen sich Kreisbrandinspektor Holger Frohwieser und Kreisbrandmeister Jürgen Wiegner an. „Ihr habt eine gute Entscheidung getroffen“, beglückwünschten sie die Verantwortlichen zur Vermählung.
Eine Demonstration der Ehrerbietung und Gratulation erfuhren die „Jubelwehren“ schließlich beim sonntäglichen Festzug durch den Ort Breitenau mit Fahneneinmarsch in das Festzelt, wo das Doppelfest aus „Hochzeits- und Geburtstagsfeier“ beim Festkommers am Freitag begonnen hatte. Mit dem dreitägigen Begleitprogramm wurde es dann zum Volksfest für die Bevölkerung mit unzähligen Besuchern und Gästen.