Viele Köche, so sagt der Volksmund, verderben den Brei. Aber Brei stand ja nicht auf dem Speiseplan, als am Freitag die neun Bürgermeister der Franken-3-Allianz-Kommunen gemeinsam die Kochlöffel schwangen.
Vielmehr wurde in der Küche des Berufsschulzentrums (BSZ) in Scheinfeld ein Vier-Gänge-Menü auf die Teller gezaubert: Suppe, Zwischengang, verschiedene Hauptspeisen und selbstverständlich auch ein Dessert. Die Idee zu diesem Gemeinschaftskochen war, so sagte der Allianzmanager Martin von Loeffelholz, bereits vor drei Jahren entstanden. Nun wurde sie umgesetzt.
Das BSZ stellte nicht nur seine Räumlichkeiten zur Verfügung, sondern auch ein bisschen Personal. Lehrerin Beate Dorn und eine Hand voll Schülerinnen des Ausbildungszweigs Ernährung und Versorgung (vormals als Hauswirtschaft bekannt) leisteten fachliche Unterstützung. Und die Hauswirtschaftsmeisterin Renate Ixmeier steuerte die Rezepte und ebenfalls ihr Know-how dazu bei.
Der kulinarische Abend diente dabei nicht allein zum Genießen. Der Sprecher der Kommunalen Allianz, Scheinfelds Bürgermeister Claus Seifert, nutzte die Gelegenheit, um die Werbetrommel für die Hauswirtschaftsausbildung zu rühren. Denn diese fand zuletzt trotz ihrer Vielseitigkeit nicht mehr so viel Zulauf.
Dabei erfüllt dieser BSZ-Zweig immer wieder einmal Sonderaufgaben, wie zum Beispiel die Bewirtung bei der Scheinfelder Jahresbaumpflanzung oder eben am Freitag, den Bürgermeistern unter die Arme zu greifen. Schülerin Michelle Schwemmer sprach von einem „abwechslungsreichen und schönen Tag“, als am Abend die Gäste im Foyer des BSZ-Küchengebäudes empfangen wurden.
Die Gäste, das waren zahlreiche Kommandanten der Feuerwehren im Gebiet der Kommunalen Allianz, die aus den Städten Scheinfeld und Schlüsselfeld sowie aus den Gemeinden Burghaslach, Geiselwind, Langenfeld, Markt Bibart, Markt Taschendorf, Oberscheinfeld und Sugenheim besteht. Über 40 Wehren gibt es dort, berichtete von Loeffelholz, knapp die Hälfte war am Freitagabend vertreten.
Beim Kochen waren die Aufgaben klar verteilt. Für die Kürbissuppe waren Anton Schiefer (Sugenheim) und Peter Sendner (Oberscheinfeld) zuständig, für den Feldsalat als Zwischengang Reinhard Streng (Langenfeld). Um das Karpfenfilet kümmerte sich Otmar Lorey (Markt Taschendorf), ums Gemüserisotto Klaus Nölp (Markt Bibart) und um das Schweinegeschnetzelte Armin Luther (Burghaslach). Die Ofenklöße formte Johannes Krapp (Schlüsselfeld) mit Unterstützung des Allianzmanagers. Nur Ernst Nickel (Geiselwind) war wegen einer Verletzung an der Hand außen vor, leistete jedoch seinen Kollegen moralische Unterstützung.
Den Rinderschmorbraten hatten Renate Ixmeier und die BSZ-Helfer schon am Vorabend in die Röhre geschoben und auf niedriger Temperatur über Nacht garen lassen. Die Hauswirtschaftsmeisterin betonte zudem, dass die Hauptzutaten allesamt aus dem Allianzgebiet stammten, das Rind aus dem Geiselwinder Ortsteil Langenberg, der Karpfen aus dem Schlüsselfelder Stadtteil Thüngfeld und das Schwein aus Scheinfeld, von der Oberlaimbacher Freilandschweine-Haltung. Die Feuerwehr als Gäste hatte sich die Allianz erkoren, um das ehrenamtliche Engagement der Brandschützer angemessen zu würdigen.
Diese nutzten ihrerseits den Abend für eine Fortbildung. Der Burghaslacher Kommandant Christoph Schorr gab einen Einblick in die heuer erfolgte Gründung und in die Arbeitsweise der „First Responder“; sein Scheinfelder Amtskollege Dominic Treuheit richtete bei seinem Vortrag einen Schwerpunkt auf die Kinderfeuerwehr.
Das First-Responder-Prinzip war für Landrat Dr. Christian von Dobschütz, der in Begleitung des Bundestagsabgeordneten Tobias Winkler zum Essen gekommen war, der Aufhänger, um eine Überlegung zur weiteren Stärkung des Rettungswesens im Landkreis zu präsentieren: die Einrichtung eines auf Smartphones basierten Ersthelfer-Netzes.