Nur wenige Flüchtlinge kommen momentan in den Landkreis Ansbach. Klaus Miosga (CSU), der Integrationsbeauftragte des Kreises, mahnt deshalb, die Gelegenheit zu nutzen und Überlegungen anzustellen, wie man mit dem nächsten Ansturm umgehen will und kann.
Gerade einmal 25 Zuweisungen habe der Landkreis bisher in diesem Jahr von der Zentralen Ausländerbehörde bekommen. Aber die nächste Welle werde sicher kommen, sagte Miosga im Kreistag. Dort stellte er - wegen des bevorstehenden Endes der kommunalen Wahlperiode voraussichtlich zum letzten Mal - seinen Jahresbericht vor.
Gefragt seien Konzepte von den zuständigen Stellen in Berlin und Bayern. „Außer, dass wir nicht mehr mit Faxgeräten hantieren, hat sich an den Abläufen nicht wirklich was verändert”, kritisierte er. Aber auch die Kommunen müssten sich engagieren. Gemeindliche Integrationslotsen könnten Überlegungen anstellen, wie man Menschen unterbringen kann.
Geschehe dies nicht, habe der Landkreis beim nächsten Ansturm erneut nur die Möglichkeit, Objekte anzumieten. Dann werde gefragt werden, warum „da keiner was gemacht hat”. Dazu komme die Kritik, dass sich wieder „einige die Taschen voll” machen.
In den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellte Miosga in diesem Jahr die Arbeit der ehrenamtlichen und hauptamtlichen Helfer im Landkreis, die teilweise unter schwierigen Voraussetzungen arbeiten würden. Manchmal würden die Helfenden auch ausgebremst.
Der Integrationsbeauftragte rief die Verantwortlichen in den Gemeinden dazu auf, sich in den Prozess einzubringen. Das Integrationsteam unterstütze dabei gern. Nur gemeinsam könne man Lösungen finden bei Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel oder dem lückenhaften öffentlichen Nahverkehr. Es gebe „leider noch zu wenige Kommunen”, die bereit und in der Lage seien, einen zusätzlichen positiven Beitrag zu gestalten.
Als erstes positives Beispiel nannte er das Austauschtreffen der Beratungskräfte und Helferkreise, bei dem Kontakte mit dem Unterkunftsmanagement aufgebaut worden und Netzwerke gebildet worden seien. Es habe sich aber auch gezeigt, dass die Arbeit schwieriger wurde, weil Helfer wegbrechen und nur selten neue dazukommen.
Bei Mieterqualifizierungsveranstaltungen werden Geflüchtete und Migranten für den Wohnungsmarkt fit gemacht. Es gebe aber auch Dinge, die gut gemeint seien und dennoch teilweise zu Unverständnis führten. So könnten manche Menschen mit Weihnachten „nicht wirklich was anfangen.”
Probleme gebe es teilweise bei der Aufladung der Geldkarte, mit der Flüchtlinge einkaufen können. Werden Einkäufe umgetauscht oder zurückgegeben, könne nur bar ausgezahlt werden. In manchen Geschäften werde Geld aber nur auf die beim Kauf verwendete Karte zurückgebucht. Bei der Bezahlkarte sei das nicht möglich.
Noch von der alten Bundesregierung seien die Mittel für Sprachkurse und andere Integrationsmaßnahmen „massiv gekürzt” worden. Ohne Sprachkenntnisse sei eine Integration aber fast unmöglich. Miosga kritisierte vor allem den harten Schnitt bei den Sprachkursen. Das VHS-Lernportal biete eine gute Möglichkeit, selbstständig dennoch Deutsch zu lernen und die Sprachfähigkeit weiter zu entwickeln.
Klaus Miosga lobte die Unterstützung der Arbeit des Integrationsteams durch den Landkreis Ansbach, unter anderem bei der Werbung neuer Helfer. Die Gemeinden rief er auf, die interkulturelle Woche vom 21. bis 28. September mitzugestalten. Das Motto in diesem Jahr lautet „dafür!” In dieser Woche liegt auch der Tag des Flüchtlings am 26. September.
Positiv hob der Integrationsbeauftragte auch das Helferfest für die Ehrenamtlichen hervor. Bei der gemeinsamen Integrationskonferenz von Stadt und Landkreis Ansbach sprachen Fachreferenten zu verschiedenen Themen.
Lobende Worte fand er auch für das Netzwerk zur beruflichen Integration von Migranten. Dies übersteige aber den Auftrag des ehrenamtlichen Integrationsbeauftragten des Landkreises.