Die Freude stand Bürgermeister Michael Trzybinski ins Gesicht geschrieben, als er den bayerischen Verkehrsminister Christian Bernreiter auf Schloss Schillingsfürst begrüßte.
Bernreiter hatte den offiziellen Förderbescheid des Verkehrsministeriums für die weitere Planung des Güterbahnhofs mitgebracht, an dem künftig im Gewerbe- und Industriegebiet Interfranken Waren von der Straße auf die Schiene umgeladen werden sollen. 220.000 Euro beträgt die Förderung.
Keine Riesensumme im Vergleich zu den Millioneninvestitionen, die für das Industriegebiet nötig sind, aber von großer symbolischer Bedeutung. Von „spürbarem Rückenwind“ sprach der Zweckverbandsvorsitzende, Feuchtwangens Bürgermeister Patrick Ruh. „Wir nehmen deutlich an Fahrt auf“, sagte er.
Verkehrsminister Bernreiter meinte, man müsse jetzt alles tun, um gegen den „aktuellen wirtschaftlichen Niedergang“ anzugehen. Dazu gehöre auch die multifunktionale Umschlaganlage für den kombinierten Verkehr. Interfranken nannte er eine „vorbildliche kommunale Kooperation“. Der Standort am Autobahnkreuz sei optimal und fülle eine Lücke im Güterverkehrsnetz. Der Verknüpfungspunkt Interfranken ist daher im kürzlich vorgestellten Güterverkehrskonzept Bayern enthalten.
Regierungspräsidentin Dr. Kerstin Engelhardt-Blum signalisierte „wo nötig und möglich“ die Unterstützung der Regierung von Mittelfranken und rief dazu auf, die Bevölkerung „von Anfang an mitzunehmen“ bei der Umsetzung der Interfranken-Pläne.
Stellvertretender Landrat Stefan Horndasch sprach von einem „wichtigen Tag nicht nur für Interfranken, sondern für die ganze Region“.
Den Sachstand hinsichtlich des Gewerbe- und Industrieparks Interfranken erläuterte Patrick Ruh. Er erinnerte daran, dass Westmittelfranken historisch eine arme Region sei, die sich in den vergangenen 60 Jahren „ihren Platz erkämpft“ habe. Aktuell seien aber durch den Strukturwandel in der Industrie viele Arbeitsplätze in der Region gefährdet. Deswegen müsse man „strategisch investieren, weil wir sonst zurückfallen werden.“
Die kürzlich ermittelten Potenziale, die sich für den Güterumschlag von der Straße auf die Schiene und die Ansiedlung im Gewerbe- und Industriepark ergaben, erlauben nun nach Einschätzung des Zweckverbands den nächsten wichtigen Schritt in Richtung Realisierung.
Durch die Verkehrsverlagerung will der Zweckverband laut seinem Vorsitzenden einen Beitrag zur Verringerung der CO2-Emissionen im Güterverkehr und somit zur Erreichung der Klimaziele leisten. Der Standort soll mit Hilfe von Zukunftstechnologien neben der Ansiedlung von Industrieunternehmen auch bestehenden Firmen im Umkreis von 50 Kilometern einen Zugang zur Schiene schaffen. Außerdem hofft man auch, dass das Wasserstoffprojekt mit einer erneuten Förderung weiter vorangetrieben werden kann.