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Veröffentlicht am 24.06.2025 09:25

Jungstörche rund um Feuchtwangen werden beringt

Über den Dächern von Mosbach: Storchenfreundin Sabine Edelberg und Feuchtwangens zweiter Bürgermeister Walter Soldner bei der Beringungsaktion. Zu Ehren des verstorbenen Storchenexperten Thomas Ziegler heißt der mittlere der drei Jungvögel jetzt Thom. (Selfie: Walter Soldner)
Über den Dächern von Mosbach: Storchenfreundin Sabine Edelberg und Feuchtwangens zweiter Bürgermeister Walter Soldner bei der Beringungsaktion. Zu Ehren des verstorbenen Storchenexperten Thomas Ziegler heißt der mittlere der drei Jungvögel jetzt Thom. (Selfie: Walter Soldner)
Über den Dächern von Mosbach: Storchenfreundin Sabine Edelberg und Feuchtwangens zweiter Bürgermeister Walter Soldner bei der Beringungsaktion. Zu Ehren des verstorbenen Storchenexperten Thomas Ziegler heißt der mittlere der drei Jungvögel jetzt Thom. (Selfie: Walter Soldner)

Eine ganze Reihe von Jungstörchen in Feuchtwangens Stadtgebiet hat Sabine Edelberg mit engagierten Helfern in den zurückliegenden Tagen beringt. Wie die Storchenfreundin erzählt, waren zunächst die kleinen Störche vom Feuchtwanger Bauamt an der Reihe.

Drei kräftige Jungvögel seien da im Nest, schreibt Edelberg in einer Mitteilung. Weniger schön sei indes ein Plastikteil gewesen, das sie am Horst entdeckt und mitgenommen habe.

Das zweite Nest, in dem der Storchennachwuchs seine Ausweise erhalten hat, war der neue Horst im Industriegebiet. In diesem habe ein Paar 2024 wetterbedingt seine Brut verloren. Aber: „Sie haben den alten Horst verlassen und in der zweiten Nisthilfe der Firma Macs Holding einen neuen Horst errichtet.“

Dennoch lasse das Brutpaar keine anderen Störche in das verlassene Nest: „Stattdessen benutzen sie ihn als zweiten Wohnsitz“, so die Storchenfreundin, laut deren Urteil die beiden Vögel „nicht so gesellig“ sind wie viele andere Störche zum Beispiel in Aurach oder Herrieden. Gleichwohl habe sie zusammen mit Jürgen Troßmann von der Stadt Feuchtwangen, der sie „mit dem Hubsteiger und seinen langen Armen“ bei der Aktion toll unterstützt habe, auch in dem neuen Horst drei sehr gut entwickelte Jungstörche entdeckt und beringt.

Die Population und der Autobahnbau

Als letzter Storchenstandort sei dann Mosbach an der Reihe gewesen, teilt Edelberg mit und freut sich, dass diesmal der nunmehr 100. in dem Feuchtwanger Ortsteil geschlüpfte Jungstorch seinen Ring bekommen habe. Nach Aussage von zweitem Bürgermeister Walter Soldner, der in Mosbach wohnt und das Team „bei diesem besonderen Anlass begleitet hat“, gab es bei den Störchen dort eine Unterbrechung von etwa zehn Jahren. In diesem Zeitraum sei bis Ende der 1980er Jahre auch die A7 in Richtung Ulm gebaut worden. Dabei sei bis heute unklar, ob es da einen Zusammenhang mit der örtlichen Storchenpopulation gab, oder ob deren Pause ein Zufall gewesen war.

Jedenfalls hätten die Mosbacher Störche jedes Jahr danach wieder ihre Brut großgezogen. Der inzwischen verstorbene Storchenexperte Thomas Ziegler habe die Jungvögel dort schon seit den 1970er Jahren beringt. Seit zwei Jahren führe nun sie diese Arbeit in einigen Nestern weiter, berichtet Sabine Edelberg und zeigt sich dankbar für wichtige Tipps, die ihr der überregional angesehene Fachmann noch 2023 vor Ort gegeben habe. Seit 2024 dürfe sie Störche auch alleine beringen, nachdem sie die Erlaubnis dafür erworben habe.

Horstbetreuergruppe teilt sich die Arbeit

Weiter erzählt die Storchenfreundin von einer Horstbetreuergruppe, deren Mitglieder sich die Arbeit an einem Teil der früher von Thomas Ziegler betreuten Nester teile. Dabei begleite Ingrid Ziegler die Ehrenamtlichen so weit wie möglich und gebe wertvolle Informationen von ihrem verstorbenen Mann weiter: „Sie hatte ihn die letzten Jahre immer begleitet.“

Und um Thomas Zieglers Verdienste posthum besonders zu würdigen, hätten die Ehrenamtlichen nun entschieden, den 100. Mosbacher Storch nach ihm zu benennen: Sie gaben ihm den Spitznamen des Storchenexperten „Thom“.

„Sicherheit hat immer oberste Priorität“

Schließlich erklärt Sabine Edelberg, dass sie die Freiwillige Feuerwehr Feuchtwangen ebenfalls unterstützt hätte. Aber: „Leider spielte erst das Wetter nicht mit und dann waren die Störche vom Feuchtwanger Marktplatz und die Jungstörche in Tribur leider schon zu groß.“ Folglich habe die Gefahr bestanden, dass die Vögel „wegen dem fehlenden Totstellreflex, der Akinese“, hätten flüchten können. Und: „Sicherheit hat immer oberste Priorität.“

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