Das Pfarrhaus in Ammelbruch steht zum Verkauf an. Wie der als Geschäftsführer für die evangelische Kirchengemeinde tätige Dekan i.R. Hermann Rummel bei einer einberufenen Gemeindeversammlung betonte, seien die geschätzten 700.000 Euro für eine Generalsanierung des Gebäudes nicht aufzubringen.
Daran ändere auch ein möglicher 50-Prozent-Zuschuss der Landeskirche nichts. Weder Heizung noch Sanitäranlagen und Elektrik seien zeitgemäß, von den undichten Fenstern ganz zu schweigen. Hinzu komme, dass das Haus seit dem Auszug von Pfarrer Daniel Kelber 2019 leer stehe, da dessen Nachfolgerin Johanna Bogenreuther-Schlosser bereits auf dem Hesselberg wohnte.
So reifte im Kirchenvorstand der Entschluss, das Gebäude über einen Immobilienmakler der örtlichen Bank zu veräußern. Der Erlös stehe komplett der Kirchengemeinde zu, die aber aufgrund der erforderlichen Sanierung der Peterskirche ohnehin dringend auf Eigenmittel angewiesen sei.
Sollte eine Bewerbung für die Pfarrstelle im nächsten Jahr erfolgreich sein, müsse für die Pfarrerin oder den Pfarrer eine andere Wohnung gesucht werden. Eine Garantie für die Stellenbesetzung bestehe aber nicht, da es in Bayern 80 vakante Pfarrstellen und kaum Pfarrernachwuchs gebe. Abschließend wurde noch angemerkt, dass der große Pfarrgarten der Pfründestiftung gehöre und von dem Hausgrundstück abgetrennt werde.
Die Kandidierenden für die Kirchenvorstandswahl, die am Sonntag,19. Oktober nachgeholt werden, stellten sich den Gemeindemitgliedern vor. Rummel freute sich über die Kandidatur von sieben Personen. Das bedeute allerdings, dass dem bisher achtköpfigen Gremium künftig nur noch sechs reguläre Mitglieder angehören werden. Die Amtszeit werde fünf Jahre betragen, um wieder auf den üblichen Turnus zurückzukommen, hieß es. Angesichts der Tatsache, dass es laut Rummel „mit der Kirche zurzeit nicht ganz einfach“ sei, brauche es Zuversicht. Der demografische Wandel mache auch in Ammelbruch nicht Halt. Die Zahl von vormals über 1400 Gemeindemitgliedern habe sich auch durch Austritte auf rund 1200 reduziert.
Rummel ging kurz auf den bereits unterschriebenen Kooperationsvertrag zwischen Ammelbruch und den Kirchengemeinden Ehingen und Unterschwaningen ein. Die Planung von Regionalgottesdiensten sei unabdingbar, auch werde wohl künftig nicht jeden Sonntag in Ammelbruch und in Langfurth Gottesdienst gehalten werden können. Er sei aber „heilfroh über die halbe Diakoninnenstelle von Diana Priedigkeit“ und den Dienst mehrerer Lektoren. „Die Strukturen werden sich ändern“, betonte Rummel im Hinblick auf das Dreierdekanat Wassertrüdingen-Dinkelsbühl-Feuchtwangen und auf die Altersstruktur der Geistlichen.
Abschließend stellte Karin Beer als Vertrauensfrau des Kirchenvorstands die neue Friedhofsordnung vor. Es würden neben den bisherigen Einzel-, Familien- und Urnengräbern auch pflegefreie Bestattungsarten angeboten. So seien künftig Gräber im Urnenkreis und Wiesengräber für die Erdbestattung als Alternative zur Einäscherung möglich. Da Friedhöfe als kostendeckende Einrichtungen betrieben werden müssen, wurden auch die Gebühren angepasst.
Die gut besuchte Gemeindeversammlung wurde von Diakonin Diana Priedigkeit mit einer kurzen Andacht begonnen. Es gelte, Türen und Herzen für die Mitmenschen in der Kirchengemeinde und darüber hinaus zu öffnen. Mit dem Dank an alle Mitarbeitenden sowie dem Willkommensgruß für die neue Pfarramtssekretärin Sabine Rottler beschloss Rummel die Veranstaltung mit dem Segen an eine „lebendige Gemeinde“.