Im Frühling und im Sommer erfreuen uns die 15 Mitarbeiter der Stadtgärtnerei mit ihren bunt bepflanzten Kübeln und Beeten. Doch was machen die kommunalen Gärtner im Winter? Den Männern und Frauen im orange-farbenen Outfit wird ganz sicher nicht langweilig, wie sich beim Ortstermin herausstellt.
An der Ludwigshöhe lässt Landschaftsgärtner Matthias Winter die Kettensäge röhren, während Kollegin Sabine Sachsner die abgeschnittenen Äste auf den Lastwagen wirft. Hier wird ein rostiges Geländer freigeschnitten, das von einer Fachfirma ausgetauscht werden soll. Der Gehölzschnitt ist eine klassische Tätigkeit der Stadtgärtner, bis Ende Februar werden Bäume gefällt oder Sträucher auf den Stock gesetzt, also bodennah gestutzt. Das Holz der Bäume wird als Brennholz verkauft, das Schnittgut verarbeitet eine externe Firma zu Hackschnitzeln. Es ist geplant, die Stadtgärtnerei an der Kläranlage künftig mit Hackschnitzeln und nicht mehr mit Öl zu beheizen.
Die Bäume würden streng nach einer Fäll-Liste entfernt, die mit den anderen Ämtern abgestimmt sei und auch den Bauausschuss passiert habe, betont Werner Ortner, der Leiter der Stadtgärtnerei. „Nach Möglichkeit versuchen wir die Bäume durch Pflegeschnitte zu erhalten“, sagt der Chef-Gärtner. Zwei seiner Mitarbeiter sind als ausgebildete Baum-Kontrolleure turnusmäßig unterwegs, im Zweifel wird noch ein externer Gutachter hinzugezogen. Wenn die Stadtgärtner markante Bäume aus dem Stadtbild entfernen, kommt schnell Kritik auf. Es ist zuweilen nicht einfach, die Standfestigkeit eines Baumes zu beurteilen.
Erst jüngst entschied man sich, eine mächtige Traubeneiche an der Meinhardswindener Straße zu fällen, obwohl sie im Frühjahr noch wunderbar ausgetrieben hatte. Als der Baum fiel, stellte sich heraus, dass der Stamm im Kern bereits komplett verfault war und die Eiche in naher Zukunft umgefallen wäre. Glück gehabt, gut gemacht.
Vor Weihnachten hätten seine Mitarbeiter Weihnachtsbäume in der Stadt aufgestellt und in der ersten Januarwoche wieder abgebaut, erzählt Ortner. Ach ja, auch für die Dekoration beim Neujahrsempfang der Stadt im Onoldiasaal hätten seine Leute gesorgt. Die Grünpflanzen in den Ämtergebäuden zu versorgen, gehört ebenfalls zu den Aufgaben der Stadtgärtner. Und während des Kälteeinbruchs haben sie beim Winterdienst ausgeholfen – mit zwei Kleintraktoren und einer Gruppe für die Handräumung von Gehwegen.
Zwei von Ortners Mitarbeitern sind derzeit im Stadtwald mit der Waldpflege beschäftigt. Und zwei Mitarbeiterinnen ziehen in den drei Gewächshäusern an der Kläranlage rund 30.000 Jungpflanzen vor. Der Nachschub ist gesichert.
Wenn der Boden auftaut, geht es an die Ersatzpflanzungen für die gefällten Straßenbäume. 50 bis 60 Bäume pflanzen die Ansbacher Stadtgärtner pro Jahr. Und Ende März startet die erste Auspflanzung mit den Stiefmütterchen. Dann sind auch die drei Saisonkräfte wieder an Bord und vervollständigen das 15-köpfige Team.
Die zweite Auspflanzungsrunde startet im Mai, nach den Eisheiligen. Dann werden auch die Kübel rausgeräumt und die Oleander kommen ins Freie, die den Winter in den Gewächshäusern an der Kläranlage verbracht haben. An historischen Vorbildern wie die Kollegen im Hofgarten orientieren sich die Stadtgärtner nicht. „Wir setzen uns zusammen und suchen uns einen Farbton aus“ erzählt Werner Ortner.
Den Sommer verbringen seine Mitarbeiter vor allem mit dem Gießen von Bäumen. Wegen der trockenen Sommer sei seine Truppe täglich mit Tankfahrzeugen unterwegs, damit die Pflanzen die Dürrezeit überleben. Und dann sind da noch die über 60 Spielplätze, wo das Gras gemäht und die Sandkästen sauber gehalten werden müssen.
„Es gibt viel zu tun und zu wenig Leute“, sagt Werner Ortner. Angesichts der Größe des Stadtgebiets komme Ansbach mit weit weniger Gärtnern aus als andere Städte. Unter den wachsamen Augen eines Anwohners hat sein Team die Aktion an der Ludwigshöhe beendet, und die Ladefläche des Lkw ist voll mit Ästen und Gestrüpp. Weiter geht’s, die nächste Aufgabe wartet schon.