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Veröffentlicht am 15.05.2026 00:07

Kinderwunsch ist da, aber nicht der Idealpartner: Was tun?

Sie halten Partner oder Partnerin für nicht elterntauglich? Da helfen nur ehrliche Gespräche - auch wenn es auf die Frage hinausläuft: Kind oder Partner?  (Foto: Christin Klose/dpa Themendienst/dpa-tmn)
Sie halten Partner oder Partnerin für nicht elterntauglich? Da helfen nur ehrliche Gespräche - auch wenn es auf die Frage hinausläuft: Kind oder Partner? (Foto: Christin Klose/dpa Themendienst/dpa-tmn)
Sie halten Partner oder Partnerin für nicht elterntauglich? Da helfen nur ehrliche Gespräche - auch wenn es auf die Frage hinausläuft: Kind oder Partner? (Foto: Christin Klose/dpa Themendienst/dpa-tmn)

In manchen Beziehungen gibt es unterschiedliche Einstellungen zum Kinderwunsch. In anderen möchte ein Partner zwar ein Kind, hält aber den anderen nicht für den idealen Kandidaten oder die ideale Kandidatin für die Mutter- oder Vaterrolle. Wie kommt man raus aus der Zwickmühle? 

„Ich würde mich erst einmal fragen: Warum kann ich mir ein gemeinsames Kind mit dem aktuellen Partner oder der aktuellen Partnerin nicht vorstellen?“, sagt Anna Schmutte, Coach und Therapeutin aus Berlin. Sie empfiehlt, mit dem Partner oder der Partnerin offen zu besprechen, dass man Kinder möchte – aber nur unter bestimmten Bedingungen oder Voraussetzungen.

Dann sollte man zusammen herausfinden, ob und wie sich diese Bedingungen gemeinsam herstellen lassen. Gibt es etwa Bedenken, dass der Großteil der Care-Arbeit an einer Person hängenbleiben könnte, sollte man zusammen besprechen: Ist der Partner oder die Partnerin bereit, sich in die gewünschte Richtung zu entwickeln?

„Und wenn ich da gar nicht darauf vertrauen kann und das Gefühl hab, 'Nein, das ist einfach die falsche Person für dieses Projekt', muss man schauen, was ist mir gerade wichtiger: diese Beziehung oder der Kinderwunsch“, so Schmutte.

Ehrliche Reflexion: Kann ich glücklich sein - auch ohne Kind?

Wer sich für die Beziehung entscheidet, sollte sich darüber im Klaren sein, dass das auch bedeutet, zurückzustecken, um sie zu erhalten. Es lohnt sich, ehrlich für sich zu prüfen: 

  • Kann ich mir vorstellen, mit diesem Partner oder dieser Partnerin auch langfristig glücklich zu sein – auch ohne Kind? 
  • Oder möchte ich mir lieber die Möglichkeit offenhalten, ein Kind zu bekommen, und mich nach jemandem umsehen, bei dem das Gefühl da ist, dass er oder sie der ideale Partner für dieses gemeinsame Vorhaben wäre?

Letzteres bleibt für Schmutte aber auch ein Stück weit Glückssache, denn man weiß vorher nicht, ob man jemanden treffen wird, mit dem beides – die Beziehung und der Kinderwunsch – zusammenpasst. „Doch gleichzeitig kann ich mein Bewusstsein dafür schärfen, was ich eigentlich suche“, so Schmutte. „Sollte ich mich trennen, weil es mich unruhig macht, jetzt hier auszuharren und zu wissen, dass ich keinen Schritt weiterkomme?“ Manchmal fühle es sich befreiender an, zu gehen – selbst wenn man keine Garantie hat, das ultimative Glück zu finden.

Soziologe: Ungewöhnliche Lebensmodelle werden zunehmen

Aber auch dann könnte man natürlich noch in Erwägung ziehen, als Solo-Mutter ein Kind zu bekommen oder entscheiden: „Ich suche mir einen Co-Parenting-Partner“, so Schmutte. Es gibt zum Beispiel verschiedene Plattformen, die es ermöglichen, eine Partnerperson für die Familiengründung ohne Liebesbeziehung zu finden.

Dass solche Modelle künftig häufiger werden, davon ist Peter Hofmann von der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz überzeugt. „Dazu gehört die bewusste Single-Elternschaft oder das Verteilen der Elternschaft auf mehr Köpfe als nur auf Vater und Mutter“, so Hofmann. „Bislang sind das alles sehr niedrige Prozentzahlen, aber ich bin mir sicher, dass in den nächsten Dekaden die Zahlen steigen werden.“

© dpa-infocom, dpa:260514-930-81574/1


Von dpa
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