Kindheitserinnerungen zieren das Vitanas-Seniorenzentrum in Uehlfeld | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 03.02.2025 11:00

Kindheitserinnerungen zieren das Vitanas-Seniorenzentrum in Uehlfeld

Uehlfelds Bürgermeister Detlef Genz hat historische Aufnahmen aus dem Ort an die Leiterin des Vitanas-Seniorencentrums Izabela Rosinski übergeben. (Foto: Johannes Zimmermann)
Uehlfelds Bürgermeister Detlef Genz hat historische Aufnahmen aus dem Ort an die Leiterin des Vitanas-Seniorencentrums Izabela Rosinski übergeben. (Foto: Johannes Zimmermann)
Uehlfelds Bürgermeister Detlef Genz hat historische Aufnahmen aus dem Ort an die Leiterin des Vitanas-Seniorencentrums Izabela Rosinski übergeben. (Foto: Johannes Zimmermann)

Die roten und gelben Wände im Uehlfelder Vitanas-Seniorencentrum haben ausgedient. Nach vielen Jahren wird saniert – neue Wandfarben, neue Möbel und neue Dekoration. Für die Gestaltung hat sich Leiterin Izabela Rosinski etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Mit Hilfe von historischen Aufnahmen will sie die Uehlfelder Geschichte aufleben lassen.

Bislang zierten „kitschige Bilder, sehr abstrakt“ die Gänge. Die Senioren stammen aus der Region, etliche auch direkt aus Uehlfeld. Also zählte Rosinski eins und eins zusammen – und kam auf eine Idee: Wieso nicht historische Bilder aus dem Ort präsentieren? Eine Art Dauerausstellung in den Räumen des Seniorencentrums. Die Idee gefiel ihr so gut, dass sie kurzerhand auf Bürgermeister Detlef Genz zuging. Und der konnte ihr gleich weiterhelfen.

Das große Glück mit dem 900. Geburtstag

Das große Rosinski-Glück: Genz hatte für die Jubiläumsfeier zum 900. Geburtstag Uehlfelds ohnehin einen Aufruf gestartet, historische Aufnahmen an die Gemeinde zu schicken. So wurden große Drucke gefertigt, die während des Jubiläumsjahres auf Staffeleien in den Geschäften ausgestellt waren. Das Resümee: sehr umfangreich und stets positiv. „Ich bin wirklich froh, dass wir das gemacht haben“, sagt Genz. Viele Motive und Postkarten stammten aus dem Fundus des begeisterten Uehlfelder Heimatsammlers und Storchenpapas Gerhard Bärthlein.

Dass er damit jetzt auch noch dem Vitanas-Centrum einen Gefallen tun konnte, ist eine weitere Win-win-Situation, findet Genz. „Nachdem es schon so supergut ankam, kann ich mir die Idee hier im Seniorencentrum auch sehr gut vorstellen.“

Kindheitserinnerungen bei den Senioren wecken

Rosinskis Hintergedanke: Kindheitserinnerungen bei den Senioren wecken. „So kommen Leute ins Gespräch.“ Ja, das funktioniert tatsächlich. Die übergebenen Bilder vom Bürgermeister lagern bisher noch in ihrem Büro. Aber schon jetzt haben sich einige Besucher daran erfreut und sofort ihre Gedanken geteilt – nach dem Motto: „Ach, das kenne ich doch.“ Besonders bei Demenzerkrankten könne das ganz wohlige Gefühle auslösen, sagt die Leiterin.

Die Sanierung ist schon weit fortgeschritten – die Fassade wurde gestrichen, die Gänge – und die Zimmer haben neue Möbel bekommen. Alles fein aufeinander abgestimmt. Jetzt fehlen in den Fluren nur noch die Wandschutz-Einrichtungen, damit die Rollatoren keine unschönen Spuren hinterlassen. Ende Februar, Anfang März, so hofft Rosinski, könnte das passiert sein.

Dann ist sie am Zuge, die historischen Aufnahmen ins passende Licht zu rücken. Ende 2025/Anfang 2026 soll sich dann noch die Renovierung des Eingangsbereichs und des Speisesaals anschließen, erklärt die Vitanas-Centrumsleiterin.

Bilder von den Hochwassern im Ort

Auf einem Bild ist ein schweres Hochwasser 1941 am Uehlfelder Torhaus zu sehen. Ein Szenario, das sich im Juli 2021 bei den Aischfluten wiederholt hat. Schon damals hatte ein Bewohner aus einer Foto-Sammlung ein Bild herausgesucht – und erzählte Rosinski ganz begeistert von seinen Hochwasser-Erfahrungen als Kind.

Das erhofft sich die Uehlfelder Centrumsleiterin, die in Burghaslach wohnt, dann auch für das weitere Projekt – derartige Aha-Momente.

Kirchweih-Tänze und die Hauptstraße

Bilder von Kirchweih-Tänzen, den beiden Brauereien im Dorf, vom alten Torhaus, das heute gar nicht mehr existiert, von der Hauptstraße oder eine historische Ansicht Uehlfelds aus der Bootsperspektive gehören zum Fundus.

Izabela Rosinski würde sich aber noch über weitere Fotos aus der Vergangenheit freuen, falls jemand noch Exemplare zu Hause haben sollte. Ergänzt werden die Sepia-Aufnahmen noch durch aktuelle Fotos, ein Mitarbeiter habe schon ganz tolle Luftbilder von Uehlfeld eingereicht.

Auch Bürger dürfen sich die Dauerausstellung anschauen

Das Projekt steht in Kooperation mit einem Dachsbacher Fotostudio, das die Bilder auf Leinwände druckt – sofern es die Qualität überhaupt hergibt. Im Zuge des 900. Geburtstages Uehlfelds wurde der Gemeindefundus denn auch gleich digitalisiert, was Izabela Rosinski und ihrem Team die Arbeit nun wesentlich erleichtert.

Wenn die Bilder schließlich hängen, freut sich Rosinski auch auf interessierte Bürgerinnen und Bürger, die eingeladen sind, die „Dauerausstellung“ selbst einmal anzuschauen. Eine gute Gelegenheit hierfür, betont Detlef Genz, wäre beispielsweise auch das Sommerfest der Senioreneinrichtung mit 79 Plätzen.

„Ich überlege schon jeden Tag, wie wir die Bilder am besten aufhängen“, sagt die Leiterin. „Aber ich habe gute Berater.“ In allen Stockwerken sollen am Ende welche hängen – 50 bis 60 Bilder insgesamt. „Es dürfen sich aber auch ein paar wiederholen.“ Und dann werden sie hoffentlich geweckt: die Kindheitserinnerungen der Uehlfelder Senioren.

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