Die Kirchweih in Wildenholz ist eng mit der Geschichte seiner Jakobskirche verbunden.
Sie wurde als Chorturmanlage schon um 1300 aus Sandsteinquadern errichtet. Auch die Kirchhofmauer ist im Kern wahrscheinlich mittelalterlich. Der Ostturm mit Zeltdach ist wesentlich jünger. Er wurde erst im 19. Jahrhundert angefügt.
Im Jahr 1732 zählte das Pfarrdorf schon 31 Anwesen. Neben den Bauernhöfen gab es damals bereits eine Schmiede und eine Badstube mit Backrecht. Dazu kamen noch einige Kleinbauern, die noch außerhalb ihrer Landwirtschaft als Holzknechte oder Handwerker arbeiteten, weil der Ertrag ihres Anwesens für den Lebensunterhalt ihrer Familie nicht ausreichte.
Bis 1871 hatte Wildenholz noch 534 Einwohner. Bis 1972 gehörte Wildenholz noch zum Landkreis Rothenburg o.d.T. Durch die Gebietsreform wurde der Ort mit Oberampfrach, Unterampfrach, Haundorf und Gailroth in die Gemeinde Schnelldorf aufgenommen.
Dass Wildenholz in der lokalen Verwaltungsgeschichte lange Zeit eine größere Rolle gespielt hat als Schnelldorf, trägt immer noch zum Selbstbewusstsein seiner Einwohner bei. Bis 1700 wurde Schnelldorf vom Amtsschultheißen der Gemeinde Wildenholz mitverwaltet. Auch heute regiert Wildenholz kräftig in Schnelldorf mit. Immerhin haben es die 300 Einwohner geschafft 2 Mitbürger des Ortes in den Gemeinderat von Schnelldorf zu wählen. Eine weitere Rätin ist Wildenholz zumindest über ihr musikalisches Engagement eng verbunden.
Bis vor wenigen Jahren hatte Wildenholz noch einen eigenen Bäcker und einen Laden, wo man sich mit dem Nötigsten versorgen konnte. Außerdem gibt es zwei Gasthäuser, in denen man auch heute noch etwas zu trinken bekommt. Heute braut Wildenholz sein eigenes Bier. Die Rook-Bräu versorgt den Ort auch an der Kirchweih zuverlässig mit dem begehrten Grundnahrungsmittel. Zur Kirchweih gibt es ein Festbier. Im Angebot sind auch immer alkoholfreie Getränke.
Das rege Vereinsleben zeugt davon, dass in Wildenholz nicht nur zur Kirchweih etwas los ist. An erster Stelle ist dabei die bekannte Blaskapelle zu nennen, die seit 1923 das Dorf musikalisch prägt. Ihre Dirigenten haben dafür gesorgt, dass Wildenholz weit über die Gemeinde hinaus bekannt wurde. Dirigentin Katrin Unbehauen sorgt mit ihrem Verein „Musikus“ dafür, dass in der Grundschule Schnelldorf junge Talente gefunden und gefördert werden. In der örtlichen Feuerwehr stehen 30 Freiwillige bereit, falls es im Dorf zu brandgefährlichen Situationen kommen sollte.
Die Kirchweih ist das Herzstück des Dorflebens. Die Organisation übernimmt der Brauchtumsverein, wo fast die ganze Dorfgemeinschaft mitmacht. Ohne seine Aktiven gäbe es an der Kirchweih kein Zelt, keinen Festzug und auch keine Schlachtschüssel. Ferner organisieren die Mitglieder das Bockbierfest, das Maibaumfest, das Dorffest und den Weihnachtsmarkt. Wildenholz hat sogar seinen eigenen Faschingsumzug.