Kleine Wunderwelt: Tüftler errichtet Miniatur-Schmotzer-Areal in Bad Windsheim | FLZ.de | Stage

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 07.01.2026 14:36

Kleine Wunderwelt: Tüftler errichtet Miniatur-Schmotzer-Areal in Bad Windsheim

Markus Blank und sein bisheriger Nachbau des Schmotzer-Areals in Bad Windsheim. (Foto: Hans-Bernd Glanz)
Markus Blank und sein bisheriger Nachbau des Schmotzer-Areals in Bad Windsheim. (Foto: Hans-Bernd Glanz)
Markus Blank und sein bisheriger Nachbau des Schmotzer-Areals in Bad Windsheim. (Foto: Hans-Bernd Glanz)

Markus Blank (33) aus dem Obernzenner Ortsteil Urphertshofen ist ein Tüftler. In den Sommermonaten beschäftigt er sich mit seinem historischen Schlepper, ist zudem Mitglied der Schlepperfreunde Oberer Zenngrund. Ein weiteres Herzensthema: seine Modellbahnanlage.

Im Mittelpunkt steht momentan aber etwas anderes: der Nachbau des früheren Bad Windsheimer Schmotzer-Areals. Die Geschichte des Herstellers landwirtschaftlicher Maschinen geht bis in das Jahr 1905 zurück, als Hans Schmotzer in Windsheim eine Fahrradwerkstatt aufbaute.

Schon nach kurzer Zeit kam der Vertrieb von landwirtschaftlichen Maschinen samt Werkstatt hinzu. 1922 folgte eine eigene Produktion von Hackmaschinen und nur wenige Jahre später die Fertigung von weltweit gefragten Kartoffelrodern. Ergänzt wurde das Portfolio mit weiteren Geräten und nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1955 mit Zuckerrübenerntemaschinen.

Dass dafür die entsprechenden Produktionshallen nötig waren, ein Verwaltungsgebäude unabdingbar war und wegen der gefragten Maschinen auch ein Bahnanschluss zum Versand via deutsche Überseehäfen einen enormen Vorteil bot, versteht sich von selbst. Hier kommt Markus Blank ins Spiel.

Aufwändige Mathematik

Detailliert, so weit es die 87-fache Verkleinerung zulässt, entsteht das Vorbild im kleinen Maßstab. Das heißt: Fabrikhallen selbst zu bauen, denn die gibt es nicht von der Stange – von den Einrichtungen ganz zu schweigen. Also greift Blank auf Fotos zurück, die ihm zur Verfügung gestellt wurden, spricht mit ehemaligen Mitarbeitern des einst größten Arbeitgebers Windsheims und orientiert sich an den Plänen, die ihm für sein Wunschprojekt überlassen wurden.

Das könnte Sie auch interessieren
Streik im Nahverkehr: S-Bahn Nürnberg–Ansbach indirekt betroffen – DB reagiertIm Dienste der Zusammenarbeit: Scheinfelder BSZ wird „evidenzbasierte Schule”Unbefugte im Gleis: Verspätungen und Ausfälle zwischen Nürnberg und WürzburgBarrierefreier Ausbau am Bahnhof Neustadt/Aisch startet – wirft aber Fragen aufBürgerbus-Projekt: Dinkelsbühler OB sorgt für Verwunderung in SchopflochAktion für die Bahnreaktivierung: Initiative Mission Bahnstation plant GroßeventPolizeieinsatz in Emskirchen: Verdacht auf blinden Passagier unter der S-BahnWeiche war defekt: Züge fahren wieder zwischen Markt Erlbach und FürthBrand einer Regionalbahn? – Viele Feuerwehren am Bahnhof Steinach im EinsatzWie ein Filmemacher aus Leutershausen die Geschichte der Lokalbahn lebendig machtZugverkehr zwischen Nürnberg und Würzburg war „erheblich beeinträchtigt”Zug auf der Strecke Nürnberg–Würzburg repariert: Betriebslage wieder stabilRB12 von Markt Erlbach nach Siegelsdorf ausgefallen: Züge fahren wiederDefekter Zug bei Iphofen: Bahnstrecke Nürnberg–Würzburg kurzzeitig gesperrtBahnsperrung zwischen Wicklesgreuth und Ansbach: Wildunfall als Ursache

Diese Vorlagen sind im Maßstab 1:100 gehalten. Kein großer Unterschied – möchte man meinen. Anders sieht das der 33-jährige Modellbauer. Konsequent werden Längen, Breiten und Höhen umgerechnet, damit die Proportionen von Gebäuden, Gleisanlagen und den zugehörigen Fahrzeugen und kleinen Figuren zusammenpassen.

Teile entstehen in der heimischen Werkstatt

In der heimischen Werkstatt entstehen die Gebäudeteile aus dünnem Holz im Laserdruck. Und die passenden Landmaschinen entwirft Blank auf dem Computer und fertigt sie im 3D-Drucker. „Ich arbeite fast täglich an der Anlage, abends oft drei bis vier Stunden, das ist mein Ausgleich. Ich bin gelernter Schreiner, das hilft mir sehr beim Modellbau – denn räumliches Vorstellungsvermögen und Genauigkeit sind dafür unverzichtbar“, erzählt Markus Blank.

Denn inzwischen ist die Modelleisenbahn-Community auf das akribische und detailverliebte Schaffen des Bastlers aufmerksam geworden. Da muss jeder Dachziegel sitzen, und die Breite der Illesheimer Straße wurde eigens nachgemessen, weil ihm die auf den vorliegenden Unterlagen etwas breit vorkam. Ergebnis: Die Vorlage stimmt und ist jetzt exakt verkleinert. Selbst die Tulpen auf den Beeten der früheren Gärtnerei hinter dem Schmotzer-Gelände blühen auf der sechs Meter langen und fünf Meter breiten Anlage bereits.

Noch viele Stunden Arbeit nötig

Es stehen zwar noch viele Stunden Arbeit an, bevor der Perfektionist sein Werk abschließen kann. Dann sind aber auch noch zwei Schattenbahnhöfe entstanden. Schließlich sollen ja auch die Rangierarbeiten früherer Zeiten im Kleinen nachgestellt werden.

Sollte jemand noch Fotos haben, die dem Modellbauer weiterhelfen können, so bittet Markus Blank darum, ihn per E-Mail unter markus_modellbau@t-online.de zu kontaktieren.


Von HANS-BERND GLANZ
north