Markus Blank (33) aus dem Obernzenner Ortsteil Urphertshofen ist ein Tüftler. In den Sommermonaten beschäftigt er sich mit seinem historischen Schlepper, ist zudem Mitglied der Schlepperfreunde Oberer Zenngrund. Ein weiteres Herzensthema: seine Modellbahnanlage.
Im Mittelpunkt steht momentan aber etwas anderes: der Nachbau des früheren Bad Windsheimer Schmotzer-Areals. Die Geschichte des Herstellers landwirtschaftlicher Maschinen geht bis in das Jahr 1905 zurück, als Hans Schmotzer in Windsheim eine Fahrradwerkstatt aufbaute.
Schon nach kurzer Zeit kam der Vertrieb von landwirtschaftlichen Maschinen samt Werkstatt hinzu. 1922 folgte eine eigene Produktion von Hackmaschinen und nur wenige Jahre später die Fertigung von weltweit gefragten Kartoffelrodern. Ergänzt wurde das Portfolio mit weiteren Geräten und nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1955 mit Zuckerrübenerntemaschinen.
Dass dafür die entsprechenden Produktionshallen nötig waren, ein Verwaltungsgebäude unabdingbar war und wegen der gefragten Maschinen auch ein Bahnanschluss zum Versand via deutsche Überseehäfen einen enormen Vorteil bot, versteht sich von selbst. Hier kommt Markus Blank ins Spiel.
Detailliert, so weit es die 87-fache Verkleinerung zulässt, entsteht das Vorbild im kleinen Maßstab. Das heißt: Fabrikhallen selbst zu bauen, denn die gibt es nicht von der Stange – von den Einrichtungen ganz zu schweigen. Also greift Blank auf Fotos zurück, die ihm zur Verfügung gestellt wurden, spricht mit ehemaligen Mitarbeitern des einst größten Arbeitgebers Windsheims und orientiert sich an den Plänen, die ihm für sein Wunschprojekt überlassen wurden.
Diese Vorlagen sind im Maßstab 1:100 gehalten. Kein großer Unterschied – möchte man meinen. Anders sieht das der 33-jährige Modellbauer. Konsequent werden Längen, Breiten und Höhen umgerechnet, damit die Proportionen von Gebäuden, Gleisanlagen und den zugehörigen Fahrzeugen und kleinen Figuren zusammenpassen.
In der heimischen Werkstatt entstehen die Gebäudeteile aus dünnem Holz im Laserdruck. Und die passenden Landmaschinen entwirft Blank auf dem Computer und fertigt sie im 3D-Drucker. „Ich arbeite fast täglich an der Anlage, abends oft drei bis vier Stunden, das ist mein Ausgleich. Ich bin gelernter Schreiner, das hilft mir sehr beim Modellbau – denn räumliches Vorstellungsvermögen und Genauigkeit sind dafür unverzichtbar“, erzählt Markus Blank.
Denn inzwischen ist die Modelleisenbahn-Community auf das akribische und detailverliebte Schaffen des Bastlers aufmerksam geworden. Da muss jeder Dachziegel sitzen, und die Breite der Illesheimer Straße wurde eigens nachgemessen, weil ihm die auf den vorliegenden Unterlagen etwas breit vorkam. Ergebnis: Die Vorlage stimmt und ist jetzt exakt verkleinert. Selbst die Tulpen auf den Beeten der früheren Gärtnerei hinter dem Schmotzer-Gelände blühen auf der sechs Meter langen und fünf Meter breiten Anlage bereits.
Es stehen zwar noch viele Stunden Arbeit an, bevor der Perfektionist sein Werk abschließen kann. Dann sind aber auch noch zwei Schattenbahnhöfe entstanden. Schließlich sollen ja auch die Rangierarbeiten früherer Zeiten im Kleinen nachgestellt werden.
Sollte jemand noch Fotos haben, die dem Modellbauer weiterhelfen können, so bittet Markus Blank darum, ihn per E-Mail unter markus_modellbau@t-online.de zu kontaktieren.