Kleintiere im Frühlingsglück: Tipps für das Außengehege | FLZ.de | Stage

arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 07.04.2026 00:08

Kleintiere im Frühlingsglück: Tipps für das Außengehege

Frühlingsfreude im Freigehege: Kaninchen dürfen wieder raus, sobald es frostfrei ist. (Foto: Markus Scholz/dpa-tmn)
Frühlingsfreude im Freigehege: Kaninchen dürfen wieder raus, sobald es frostfrei ist. (Foto: Markus Scholz/dpa-tmn)
Frühlingsfreude im Freigehege: Kaninchen dürfen wieder raus, sobald es frostfrei ist. (Foto: Markus Scholz/dpa-tmn)

Wenn die Temperaturen steigen, beginnt auch für viele Kaninchen und Meerschweinchen die schönste Zeit des Jahres: Sie dürfen wieder in ihr Freigehege umziehen.

Aber: „Ein dauerhafter Umzug in die Außenhaltung sollte erst erfolgen, wenn die Nächte frostfrei sind“, sagt Selina Schlierenkamp vom Zentralverband der Heimtierbranche. Zuvor können die Kleintiere tagsüber stundenweise nach draußen gebracht werden, sofern es mindestens 15 Grad warm ist. 

Keinesfalls sollten die Tiere alleine gehalten werden, sie brauchen die Gesellschaft von Artgenossen. Schlierenkamp empfiehlt, mindestens zwei Tiere zu halten, artgerechter sei jedoch eine kleine Gruppe von etwa drei bis fünf Tieren. „Die beste Kombination ist meist ein kastriertes Männchen mit mehreren Weibchen“, so die Heimtier-Expertin. 

Sympathie entscheidet

Heiko Fröhlich, Betreiber der Internetseite „kaninchen-ratgeber“, spricht sich bei Kaninchen für eine Gruppe von zwei bis sechs Tieren aus. Meerschweinchen könnten gut in einer Dreiergruppe mit einem Männchen und zwei Weibchen gehalten werden. Aber auch Gruppen mit bis zu sechs Tieren seien bei Meerschweinchen problemlos möglich. 

Allerdings kann das Zusammensetzen einer Gruppe durchaus zur Herausforderung werden - denn nicht alle Tiere sind sich sympathisch. Laut Fröhlich vertragen sich Tiere des gleichen Geschlechts in der Regel weniger gut als gemischte Gruppen. 

Egal, ob Kaninchen oder Meerschweinchen in dem Gehege leben - es gilt: je größer, desto besser. Fröhlich empfiehlt eine Grundfläche von mindestens zehn Quadratmetern. Das nötige Platzangebot werde oft unterschätzt, sagt er: „Die Tiere wirken klein und zierlich, brauchen jedoch unbedingt genügend Freiraum, um sich zu bewegen.“ 

Das Gehege muss den Tieren nicht nur genügend Auslauf, sondern auch Versteckmöglichkeiten bieten. Zudem brauchen sie Schutz vor Zugluft, Kälte, Wärme - und natürlich vor Feinden. 

Stabil und sicher

Denn davon haben Kaninchen und Meerschweinchen viele: Etwa Füchse, Hunde, Katzen und Greifvögel können ihnen gefährlich werden. Daher sollten beim Bau des Außengeheges stabile Materialien wie massives Holz und engmaschiges, verzinktes Drahtgitter verwendet werden.

Da die Kleinsäuger gerne knabbern, müssen natürlich ungiftige Materialien genutzt werden. „Für die Rahmenkonstruktion eignet sich Fichten- oder Lärchenholz“, empfiehlt Fröhlich und rät weiter: „Zum Versiegeln von Holzoberflächen kann man Sabberlack einsetzen, den die Tiere bedenkenlos anknabbern können.“ Schrauben und Nägel dürfen wegen der Verletzungsgefahr nicht herausragen.

Da sowohl Kaninchen als auch Raubtiere graben können, muss das Gehege ebenfalls nach unten gesichert werden. Schlierenkamp empfiehlt hierfür eine stabile Bodenplatte, alternativ kann der Draht mindestens einen halben Meter tief in den Boden eingelassen werden. Nach oben muss das Gehege ebenfalls gesichert werden.

Ab 25 Grad wird's kritisch

Auch die Einrichtung ist wichtig: Kaninchen und Meerschweinchen brauchen mehrere Rückzugsorte und Schlafplätze, um sich wohl und sicher zu fühlen. Dazu gehören erhöhte Ebenen, Tunnel und Häuschen. Essenziell sind dabei eine gut isolierte Schutzhütte und genügend Plätze im Schatten. 

Hitze ist für Meerschweinchen und Kaninchen deutlich gefährlicher als Kälte, denn sie können nicht schwitzen. Bei über 25 Grad kann es für sie kritisch werden, ab 30 Grad ist sogar ein Hitzschlag möglich. „Es ist unbedingt notwendig, die Tiere zu kühlen oder eventuell sogar ins Haus zu holen“, betont Fröhlich. Vor allem ältere oder kranke Meerschweinchen und Kaninchen vertragen Hitze schlecht. 

Dagegen sind im Winter Temperaturen von bis zu minus zehn Grad für gesunde Tiere in einem gut ausgestatteten Gehege in der Regel kein Problem. Daher müssen sie nicht zwingend zurück ins Haus ziehen, wenn sich der Sommer verabschiedet. Wenn Gesundheit und das Gehege stimmen, können Meerschweinchen und Kaninchen theoretisch das ganze Jahr im Freien genießen. 

Abwechslung muss sein

Egal, ob Sommer oder Winter: Die Tiere mögen es, wenn ihnen immer wieder etwas Neues zum Erkunden geboten wird - etwa Äste oder Holzrinde. Entsprechend platziert, können diese zum Springen oder Klettern genutzt werden, außerdem knabbern Meerschweinchen und Kaninchen gerne daran.

Aber: „Nicht alle Hölzer sind geeignet“, warnt Schlierenkamp. Harzende Hölzer oder Zweige von giftigen Bäumen gehören nicht ins Gehege. Unbedenklich sind dagegen die Äste etwa von ungespritzten Obstbäumen.

Eingestreut werden sollte der Außenstall großzügig mit einer saugfähigen und isolierenden Einstreu. Schlierenkamp empfiehlt hierfür Stroh. „Regelmäßiges Reinigen ist Pflicht“, betont sie. Als Futter sollte Heu und auch frisches Grün wie etwa Gräser, Wildkräuter und Blattgemüse angeboten werden. Das Frischfutter sollte regelmäßig ausgetauscht werden, bevor es verwelkt und im verdorbenen Zustand Ungeziefer anzieht. Auch das Wasser sollte immer wieder erneuert werden. 

Die Tiere benötigen auf jeden Fall ein rohfaserreiches Futter wie Heu, Gräser und Hölzer. Davon profitiert zum einen ihr Darm aber auch ihre Zähne. „Kaninchen und Meerschweinchen haben als reine Pflanzenfresser ein Gebiss aus lebenslang nachwachsenden Zähnen“, so Schlierenkamp. Mit Heu und Hölzern reiben sich die Zähne ab, sodass sie nicht zu lang werden.

© dpa-infocom, dpa:260406-930-912828/1


Von dpa
north