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Veröffentlicht am 23.07.2026 11:03, aktualisiert am 23.07.2026 13:25

Klopps Bundestrainer-Start mit Parallele zu Legende Zidane

Jürgen Klopp kann bald als Bundestrainer loslegen. (Archivbild)  (Foto: Tom Weller/dpa)
Jürgen Klopp kann bald als Bundestrainer loslegen. (Archivbild) (Foto: Tom Weller/dpa)
Jürgen Klopp kann bald als Bundestrainer loslegen. (Archivbild) (Foto: Tom Weller/dpa)

Mit dem großen Zinédine Zidane verglichen zu werden, ist ganz nach dem Geschmack von Jürgen Klopp und für ihn ein perfekter Start in seinen Traumjob als Bundestrainer. Die Zeit als ersehnter Retter der Nationalmannschaft beginnt für den 59-Jährigen tatsächlich mit einer - wenn auch zufälligen - Parallele zu Frankreichs Fußball-Ikone.

Nur knapp eine Stunde, bevor der Deutsche Fußball-Bund nach den letzten Detailarbeiten am Klopp-Vertragswerk zu einer Pressekonferenz am Freitag um 11.00 Uhr auf den DFB-Campus eingeladen hatte, wurde in Frankreich ein ähnliches Event für Dienstag terminiert. In beiden Fällen fehlten in den Schreiben der Verbände die Namen der allen bekannten Hauptakteure.

Klar ist nämlich: So sicher wie der neue Nationalcoach in Frankreich Zidane heißt, so sicher wird in Deutschland Klopp künftig Bundestrainer sein und am Freitag erstmals in dieser Funktion auf dem Podium in der Frankfurter Verbandszentrale sitzen. Dass der Name des 59-Jährigen in der Mitteilung nicht erwähnt wurde, hatte nur noch formale Gründe. So tickt der DFB.

DFB-Gremien geben letztes Go

Kurz bevor der einstige Erfolgscoach als 13. Cheftrainer der Nationalmannschaft und Nachfolger des gescheiterten Julian Nagelsmann präsentiert wird, geben die Top-Funktionäre der zuständigen DFB-Gremien in einem digitalen Meeting noch ihre Zustimmung. Zweifel an einem Go für Klopp gibt es nicht mehr, da hat sich DFB-Chef Bernd Neuendorf in persönlichen Gesprächen abgesichert.

Offen ist noch, ob der DFB auch gleich einen neuen Geschäftsführer benennt. Ex-Weltmeister Per Mertesacker gilt für den Posten als Favorit. Auf dem Podium soll am Freitag aber nur Klopp als Neuzugang sitzen, hört man.

Zidane hat andere Voraussetzungen

Der kann dann mit der erhofften Rettung des deutschen Fußballs und speziell der bei der WM schon wieder abgewatschten DFB-Elf offiziell beginnen. Denn die fehlenden Namen sind die einzige Parallele zu Zidane. Der kann in Frankreich mit einem Sammelsurium an Weltstars um Kylian Mbappé die erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers Didier Deschamps angehen. Titel sind das logische Ziel.

Klopp muss hingegen rudimentäre Aufbauarbeit leisten und steht wie sein Vorgänger Nagelsmann vor dessen Start vor drei Jahren an einem Tiefpunkt. Auch zu dessen Vorstellung im September 2023 lud der DFB damals übrigens auch ohne Namensnennung. Eine gerade weniger willkommene Parallele.

Wenn nicht mit Pomp und Gloria, dann wird Klopp doch mit den für ihn markigen Sprüchen sein Programm vorstellen. Der Verband rechnet offenbar angesichts der internationalen Strahlkraft mit einem riesigen Interesse. „Für internationale Medien wird es zudem eine digitale Tonspur mit englischer Übersetzung geben“, lautete der dritte und letzte Satz der kurzen Medieneinladung.

Klopp ein Name mit großem Hall

Welche Wucht der Name Klopp zum Beispiel auch in England auslöst, hatte gerade noch der Auftritt von Pop-Ikone Robbie Williams im MagentaTV-Interview nach dem WM-Finale dokumentiert. Alle lieben Kloppo - auch auf der Insel. Diese kollektive Begeisterung im gedemütigten schwarz-rot-goldenen Fußball-Land hat ihn ins Amt gespült.

„Klopp ist genau der Richtige für diese Position. Jürgen steht für etwas Physisches und hohes Tempo. Er hat eine klare Spielidee mit und gegen den Ball. Er hat Aura und Autorität“, lieferte Matthias Sammer im „Zeit“-Interview noch mal Argumente. 

Die Verpflichtung des Wunschkandidaten hatte schon zuletzt klare Züge angenommen. „Wir sind nicht weit davon entfernt, etwas verkünden zu können. Das sollte in den nächsten Tagen passieren“, hatte Klopp noch in seiner Funktion als WM-Experte von MagentaTV vor dem Finale zwischen Spanien und Argentinien (1:0 n.V.) in East Rutherford gesagt.

Red-Bull-Lösung als wichtiger Schritt

Mit der Beendigung seiner Verpflichtungen aus dem Vertrag mit Red Bull als weltweiter Fußball-Chefstratege des Getränkeunternehmens hatte Klopp selbst einen Beitrag geleistet, nun in seinen neuen Traumjob starten zu können, zwei Jahre, nachdem er beim FC Liverpool auch aus großer Erschöpfung sein bisher letztes überaus erfolgreiches Trainer-Engagement beendet hatte.

Die DFB-Führung unter Neuendorf und seinem Stellvertreter Hans-Joachim Watzke hatte sich schnell nach dem WM-Debakel mit dem Zwischenrunden-Aus gegen Paraguay und dem folgenden Rücktritt von Nagelsmann auf Klopp als klaren Top-Kandidaten festgelegt. Das DFB-Spitzenduo war für ein Meeting mit dem Wunschcoach nach New York geflogen. Danach kam schon die Nachricht einer prinzipiellen Einigung.

Anschließend wurde auch mit Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff eine Lösung gefunden. Laut „Bild“-Zeitung bekommt die Stiftung des Unternehmens eine Spende von einer Million Euro als Entschädigung. Das wäre eine vergleichsweise kostengünstige Lösung. Der DFB kommentierte oder bestätigte Vertragsinhalte bisher nicht.

Premiere in den Niederlanden

Klopp hat nun noch neun Wochen Zeit, sich auf die nächsten Länderspiele der Nationalmannschaft vorzubereiten. Am 24. September (20.45 Uhr/RTL) steht in Amsterdam die Premiere für ihn in der Nations League gleich mit dem Prestigeduell gegen die Niederlande an. Binnen zehn Tagen folgen die nächsten Partien gegen Griechenland (27. September), gegen Serbien (1. Oktober) und in Griechenland (4. Oktober).

Bis zur ersten Kadernominierung Mitte September muss Klopp wichtige Personalien klären. Erwartet wird, dass Joshua Kimmich Kapitän der DFB-Elf bleibt. Offen ist, auf welchen Torwart der neue Bundestrainer nach dem Rücktritt von Manuel Neuer setzt. Der junge Jonas Urbig (22) vom FC Bayern München oder die routinierten Oliver Baumann (36) und Marc-André ter Stegen (34) wären Kandidaten.

Nach den abschließenden Länderspielen des Jahres in der Nations-League-Gruppenphase am 13. November in Serbien und drei Tage später in Berlin gegen die Niederlande hat Klopp noch einen wichtigen Termin. Am 6. Dezember werden in Belfast die Qualifikationsgruppen für die EM 2028 ausgelost. Da wird auch Zidane als Frankreich-Coach bestimmt zugegen sein.

© dpa-infocom, dpa:260723-930-425702/2


Von dpa
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