Einen Verlust konnte Miroslav Klose in der Sommerpause zumindest nach außen hin locker verschmerzen. Der 137-malige Nationalspieler musste aus der Ferne miterleben, wie der mehrmalige Weltfußballer Lionel Messi ihm bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko den Torrekord wegschnappte. Klose hatte bei Weltmeisterschaften 16-mal getroffen, der Argentinier Messi zog beim Turnier vorbei. „Ich habe doch immer gesagt, der Messi ist kein Schlechter“, sagte Klose in typisch trockenem Humor. „Lionel Messi ist für mich der beste Fußballer aller Zeiten! Glückwunsch, Champion!“
Die Torrekorde der XXL-WM sind für Klose an diesem Montag nicht das große Thema, wenn der Weltmeister von 2014 mit dem 1. FC Nürnberg die Vorbereitung auf die neue Saison in der 2. Fußball-Bundesliga aufnimmt. Vier fest terminierte Testspiele und ein Trainingslager in Südtirol stehen an, ehe am zweiten August-Wochenende der erste Spieltag ansteht. Und zur besten Einstimmung wollen die „Club“-Profis vom ersten Training an „Vollgas geben“, wie Leistungsträger Julian Justvan betonte.
Nach den Leistungstests und Untersuchungen wird von Montag an auch wieder auf dem Rasen geschwitzt. Anders als in den vergangenen Spielzeiten muss Klose keinen ziemlichen Komplett-Umbau managen, aber auch diesmal sind die personellen Änderungen größer als nur punktuell. Nach dem Abgang von Innenverteidiger Fabio Gruber, den es in die Bundesliga zum FSV Mainz 05 zieht, wird ein neuer Kapitän gesucht. Eine naheliegende Wahl wäre Torhüter Jan Reichert, der schon eine Führungsrolle innehat.
Insgesamt verließen nicht so viele Leistungsträger den Verein wie vor einer Saison, als sich etwa Caspar Jander, Jens Castrop und Torjäger Stefanos Tzimas vom FCN verabschiedeten. Ein neuer Mann für die Sturmspitze wird aber auch für die nächste Spielzeit gesucht. Viel spricht dafür, dass Sigurd Haugen von Drittliga-Zwangsabsteiger TSV 1860 München kommt. Der Verbleib von Mohamed Alì Zoma, für den der FCN gerne eine Ablöse von mehr als zehn Millionen Euro haben möchte, kann nicht sicher eingeplant werden. Der Marktwert des gebürtigen Italieners liegt bei acht Millionen.
Zudem braucht Klose noch einen Linksverteidiger für die neue Spielzeit. Für diese erhoffen sich die Verantwortlichen um Sportvorstand Joti Chatzialexiou mehr Konstanz als in den vorangegangenen Jahren. Nach den Plätzen zehn und acht soll es noch etwas weiter nach oben gehen - der Druck auf Klose dürfte im ambitionierten „Club“-Umfeld keinesfalls kleiner werden.
Neben den fünf Verpflichtungen um Fynn Otto (SC Verl), Giannis Masouras (Omonia Nikosia), Rayan Ghrieb (1. FC Magdeburg), Alexios Kalogeropoulos (Olympiakos Piräus) und Can Moustfa (Energie Cottbus) sollen beim Trainingsstart auch die Probespieler Miguel Hurtado und Jhawer Diaz (beide Inter Palmira) auflaufen. Zudem kann Klose weiter mit dem spanischen Bayern-Talent Javier Fernández planen, dessen Leihe weiterläuft.
Gerade die Neuzugänge brennen auf den Auftakt. „Ich freue mich riesig“, sagte Otto vor seinem „Neustart“ in Franken. „Die Pause war lang genug. Ich habe es vermisst, wieder auf dem Platz zu stehen.“
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