Kommunalwahl in Heilsbronn 2026: Diese vier wollen Bürgermeister Pfeiffer beerben | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 21.02.2026 16:46

Kommunalwahl in Heilsbronn 2026: Diese vier wollen Bürgermeister Pfeiffer beerben

Sie wollen in Heilsbronn ins Bürgermeister-Amt: Gabi Schaaf, Sebastian Buhl, Eva Didion und Sebastian Gaukler. (Fotos: Raphael Rother, Zeynel Dönmez, Andreas Lederer, Amelie Bodendörfer)
Sie wollen in Heilsbronn ins Bürgermeister-Amt: Gabi Schaaf, Sebastian Buhl, Eva Didion und Sebastian Gaukler. (Fotos: Raphael Rother, Zeynel Dönmez, Andreas Lederer, Amelie Bodendörfer)
Sie wollen in Heilsbronn ins Bürgermeister-Amt: Gabi Schaaf, Sebastian Buhl, Eva Didion und Sebastian Gaukler. (Fotos: Raphael Rother, Zeynel Dönmez, Andreas Lederer, Amelie Bodendörfer)

In Heilsbronn beginnt eine neue Zeitrechnung: Nach 18 Jahren im Amt hat Bürgermeister Dr. Jürgen Pfeiffer beschlossen, bei der Kommunalwahl im März nicht mehr anzutreten. Mit Sebastian Buhl, Sebastian Gaukler, Gabi Schaaf und Eva Didion bewerben sich gleich vier Kandidierende um dessen Nachfolge.

Sollten die Wählerinnen und Wähler Sebastian Buhl (Freie Wähler) das Vertrauen schenken, würde für ihn ein Kindheitstraum in Erfüllung gehen, wie er im Gespräch mit der FLZ sagt. Woher das kommt? Im Alter von zwölf Jahren durfte Buhl erstmals in das Rathaus hineinschnuppern, hat ein Schülerpraktikum beim damaligen Bürgermeister Walter Träger absolviert. Hinzu komme die tiefe Verwurzelung in der Heimatstadt.

„Ich traue mir das auch zu”

Durch seine Arbeit in den Stadtverwaltungen Nürnberg und Ansbach weiß der gelernte Verwaltungsfachwirt, wie die Abläufe in einer Kommune sind. Hinzu kommt seine kommunalpolitische Erfahrung, die er in den vergangenen sechs Jahren im Stadtrat und als dritter Bürgermeister gesammelt hat. „Heilsbronn ist eine Kommune, in der es Spaß macht, Bürgermeister zu sein”, betont er. „Ich will es werden und traue mir das auch zu.”

Die Belebung und die Steigerung der Attraktivität der Innenstadt, Gastronomie, die Förderung von Vereinen und die Bildung hat sich Buhl unter anderem auf die Fahnen geschrieben. Bei letzterem Punkt denkt er vorrangig an die beiden Grundschulen. Luftschlösser will der Kandidat des Vereins „Freie Wähler Heilsbronn” nicht bauen. „Wir müssen die Projekte in die Umsetzung bringen”, sagt Buhl. „Aber es muss leistbar und finanzierbar sein.”

Neben der Verbundenheit zur Stadt ist es die Sorge um die Demokratie, die dazu führt, dass Eva Didion für die SPD als Bürgermeister-Kandidatin ins Rennen geht. In Zeiten, in denen die politischen Ränder immer stärker werden, sei es wichtig, Verantwortung zu übernehmen, macht sie deutlich.

Die Wirtschaft muss gestärkt werden

„Heilsbronn kann mehr”, sagt Didion weiter. Das vorhandene Potenzial will sie als Bürgermeisterin zusammen mit der Verwaltung, der Zivilgesellschaft und dem Stadtrat ausschöpfen. Auch sie spricht von der Belebung der Innenstadt. „Mit der Hauptstraße ist es nicht getan.” Zudem nimmt sie die Wirtschaft in den Blick. „Wir brauchen eine starke Wirtschaft.” Sie will dafür sorgen, dass große Arbeitgeber nicht mehr die Stadt verlassen, nur weil sie vor Ort keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr sehen.

Dem Stadtrat gehört sie bisher nicht an, ist aber bei den meisten Themen auf dem Laufenden. „Wir haben eine intensive Diskussionskultur bei der SPD.” Grundsätzlich glaubt Didion, dass sie durch ihre berufliche Erfahrung, sie ist Diplom-Kauffrau und arbeitet als Wirtschaftswissenschaftlerin in leitender Stellung an der Hochschule in Ansbach, alles mitbringt, was man für das Amt der Bürgermeisterin benötigt.

Die Entscheidung, Bürgermeister zu werden, ist keine, die man schnell trifft, sagt Sebastian Gaukler (CSU). Der Wunsch, die Entwicklung von Heilsbronn zu gestalten und voranzubringen, sei in den vergangenen Jahren immer mehr gewachsen. Gaukler will dazu beitragen, dass Heilsbronn und die Ortsteile lebenswert bleiben und für die Herausforderungen der Zukunft gut aufgestellt sind.

Attraktiver Standort für Wohnen und Arbeit

Im Stadtrat ist Gaukler aktuell nicht. Durch seine Arbeit als geschäftsleitender Beamter in Markt Erlbach hat er nach eigenen Worten tiefe Einblicke in die Abläufe der Kommunalpolitik und in den vergangenen Jahren entsprechende Erfahrungen gesammelt. Diese möchte er künftig in seiner Heimatstadt einbringen.

Heilsbronn sei ein attraktiver Standort für Wirtschaft und Wohnen, meint Gaukler. Durch die Lage, den S-Bahn-Halt sowie die Nähe zur B14 und zur A6 habe man gute Voraussetzungen. Hinzu kommt eine hohe Wohnqualität. Gaukler will dafür sorgen, dass dies mindestens so bleibt und besser wird – Stichwort zusätzliche Flächen. Die Innenstadt hat er sich ebenfalls auf die Fahnen geschrieben. „Die Hauptstraße ist nur der erste Schritt.” Die Stadt müsse die Rahmenbedingungen schaffen, damit sich hier auch wieder Gastronomie ansiedelt, hält er fest.

Für ein nachhaltiges und zukunftsfähiges Heilsbronn will sich derweil Gabi Schaaf einsetzen. Die Bürgermeister-Kandidatin der Grünen ist seit 2008 im Stadtrat. Nach annähernd 20 Jahren in der Kommunalpolitik „weiß ich, wie es abläuft. Ich will gestalten”, sagt sie. Als Vertreterin von Jürgen Pfeiffer habe sie auch viele Einblicke in die Verwaltung bekommen.

Der Klimaschutz als ein Schwerpunkt

Bei der Steigerung der Attraktivität der Innenstadt ist sich Schaaf einig. Hier muss etwas getan werden. Sie denkt zum Beispiel an ein Tourismuskonzept und an ein Leerstandsmanagement. Auch bezahlbarer Wohnraum fehle, erklärt sie. Ein Hauptthema von Schaaf ist freilich der Klimaschutz. „Wir brauchen ein Wassermanagement”, betont sie. Auch die städtischen Liegenschaften will sie mit Blick auf die energetischen Voraussetzungen angehen. Als Beispiele nennt sie die Dämmung und Heizung des Bauhofes. Auch das Freibad werde nur mit Gas beheizt. „Da brauchen wir eine nachhaltige Lösung.”

Ganz grundsätzlich muss aus der Sicht von Gabi Schaaf „mehr und schneller passieren”. Die Bürgerinnen und Bürger „müssen das Gefühl haben, dass etwas passiert”. Fördergelder sind nach ihren Worten wichtig für die Realisierung von Projekten. Diese zu bekommen, bindet aber oftmals viel Zeit und Personal. Was sie meint: Unter dem Strich könne es manchmal günstiger sein, ohne Zuschuss zu bauen.

Die Wahl in Heilsbronn

  • Bürgermeister-Kandidierende
    Sebastian Gaukler (CSU)
    Sebastian Buhl (Freie Wähler)
    Gabi Schaaf (Grüne)
    Eva Didion (SPD)
  • Amtsinhaber seit 2008
    Dr. Jürgen Pfeiffer (CSU)
  • Listen für den Stadtrat
    CSU
    SPD
    Grüne
    Freie Wähler
    ÖDP
  • Bisherige Sitzverteilung
    im 20-köpfigen Stadtrat

    CSU: 7 Sitze
    Freie Wähler: 6 Sitze
    SPD: 3 Sitze
    Grüne: 3 Sitze
    ÖDP: 1


Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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