Nach langen Diskussionen um die nächtliche Abschaltung der Straßenbeleuchtung scheint ein Kompromiss gefunden worden zu sein, mit dem eine breite Mehrheit offenbar leben kann. Baureferent Jochen Büschl jedenfalls berichtete im jüngsten Umwelt- und Verkehrsausschuss von „keinen negativen Erfahrungen“ bei der Umsetzung.
Worum geht es? Gegen fünf Stimmen hatte der Stadtrat im November 2024 beschlossen, dass die Straßenlaternen in Ansbach – mit Ausnahme jener an verkehrswichtigen Straßen – um 0.30 Uhr erlöschen und erst morgens um 5 Uhr wieder angehen. Dabei geht es weniger ums Stromsparen, weil die inzwischen fast flächendeckend eingeführte LED-Technik ohnehin die Energiekosten senkt. Vielmehr sollte die Reduzierung der nächtlichen „Lichtverschmutzung“ dem Schutz der Insekten dienen.
Das Ganze hat eine lange Vorgeschichte. Nach jahrelangem Streit hatte der Umwelt- und Verkehrsausschuss im September 2023 einstimmig beschlossen, dass es in den Ansbacher Straßen von 23.30 bis 4.30 Uhr dunkel bleiben solle. Das wurde in einigen Modellprojekten in den Außenorten umgesetzt, ohne dass es zu Einwendungen seitens der Bürger kam.
Als jedoch die nächtliche Abschaltung auch in der Kernstadt kommen sollte, geriet die Diskussion um die gelöschten Straßenlaternen zum Dauerbrenner in den Bürgerversammlungen. Viele Bürger fühlten sich nicht mehr sicher, wenn das Licht in den Straßen bereits um 23.30 Uhr ausging. Deshalb entschlossen sich die Stadträte, die Laternen abends eine Stunde länger brennen zu lassen. Dafür wurden bei den Haushaltsberatungen sogar 15.000 Euro für die höheren Stromkosten eingestellt.
Baureferent Büschl berichtete jetzt, wie die Verwaltung in den vergangenen sechs Monaten mit der Umsetzung vorangekommen ist. Demnach sind die modifizierten Abschaltzeiten in den Ortsteilen bereits zu 100 Prozent umgesetzt. In der Kernstadt sind allerdings bislang erst die Hälfte der betroffenen Straßen auf die Nachtabschaltung der Straßenlaternen umgestellt.
Es kämen laufend neue Straßen hinzu, erklärte Büschl. Allerdings habe man sich zunächst die Straßen vorgenommen, bei denen man die Nachtabschaltung ohne größere Umbauten realisieren konnte, so Büschl. Bei den verbleibenden Straßen gestalte sich die Umsetzung schwieriger. Deshalb werde man künftig nicht mehr mit der gleichen Geschwindigkeit vorankommen.