Kritik an Nmecha-Jubel: „Glaube rechtfertigt keine Spaltung“ | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 08.11.2026 15:08

Kritik an Nmecha-Jubel: „Glaube rechtfertigt keine Spaltung“

Bei seinem Torjubel nimmt Nmecha eine imaginäre Krone von seinem Kopf legt diese kniend auf den Rasen vor sich.  (Foto: David Inderlied/dpa)
Bei seinem Torjubel nimmt Nmecha eine imaginäre Krone von seinem Kopf legt diese kniend auf den Rasen vor sich. (Foto: David Inderlied/dpa)
Bei seinem Torjubel nimmt Nmecha eine imaginäre Krone von seinem Kopf legt diese kniend auf den Rasen vor sich. (Foto: David Inderlied/dpa)

Die Fan- und Förderabteilung von Borussia Dortmund hat den BVB-Profi Felix Nmecha und das Netzwerk „Ballers in God“ zwei Wochen vor der Mitgliederversammlung des Vereins scharf kritisiert. Hintergrund der Kritik ist Nmechas wiederkehrender Torjubel, in dem er sich eine imaginäre Krone abnimmt und diese auf den Knien vor sich auf den Rasen legt. Die Borussia kündigte als Reaktion auf die Fan-Kritik ein Gespräch mit Nmecha an.

Die Geste ist der Kampagne „The King's Return“ zuzuordnen, die dem evangelikalen Netzwerk „Ballers in God“ nahesteht. „Ballers in God“ ist ein 2015 gegründetes Netzwerk christlicher Fußballer, das viele solcher Aktionen in den sozialen Medien aufnimmt und verbreitet. 

Torjubel hatte schon bei WM für Diskussionen gesorgt

Bereits in der Vergangenheit wurde Nmecha für evangelikale Inhalte in sozialen Netzwerken kritisiert, die als homophob oder queerfeindlich bewertet wurden. Diese Vorwürfe hatte er zurückgewiesen.

„Glaube rechtfertigt keine Ausgrenzung. Glaube rechtfertigt keine Spaltung! Und Glaube sollte auch nicht dafür missbraucht werden, die Vielfältigkeit der Gesellschaft, in der wir leben, nicht anzuerkennen“, teilte die Dortmunder Fan- und Förderabteilung mit.

Der Torjubel des Mittelfeldspielers hatte auch bei der Fußball-WM im Sommer für Diskussionen gesorgt. Auch ein Gebetskreis im Anschluss an das deutsche Gruppenspiel gegen Curaçao wurde diskutiert.

Nmecha mit Doppelpack gegen Elversberg

„Es geht uns nicht um eine Verurteilung eines Menschen aufgrund seines Glaubens“, machte die Fanabteilung in ihrer Stellungnahme deutlich. „Unsere Kritik richtet sich gegen religiöse Netzwerke, die unter dem Deckmantel des Glaubens ein Weltbild verbreiten, in dem Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung, ihrer geschlechtlichen Identität, ihrer Lebensweise oder ihrer persönlichen Entscheidungen abgewertet oder ausgegrenzt werden.“

Beim 2:1-Erfolg von Borussia Dortmund gegen die SV Elversberg hatte Nmecha mit seinem Doppelpack für den Heimsieg des BVB gesorgt. Im Anschluss an seine Tore nahm er sich vor der Südtribüne auf den Knien die imaginäre Krone vom Kopf.

BVB kündigt Gespräch mit Nmecha an

Der BVB teilte der „Bild“ mit: „Wir wissen um die Sensibilität religiös konnotierter Gesten und erwarten von allen Mitarbeitenden und Spielern, dass sie in ihrem Verhalten und Auftreten den gesetzlichen Vorgaben und den Grundwerten von Borussia Dortmund entsprechen. Dazu gehören Respekt, Vielfalt, Gleichberechtigung und die klare Ablehnung jeder Form von Diskriminierung.“ Nmecha habe sich stets respektvoll verhalten und gebe keinen Anlass für Zweifel. 

Der Club nehme die Diskussion in Fankreisen ernst und werde das Gespräch mit Nmecha suchen, hieß es. „Borussia Dortmund respektiert die Religions- und Glaubensfreiheit jedes Einzelnen. Unterschiedliche persönliche Überzeugungen gehören zu einer vielfältigen Gesellschaft“, erklärte der BVB.

© dpa-infocom, dpa:261108-930-964225/1


Von dpa
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