Kurioser Frevel: Wer hat die Linden in Ansbach illegal gekürzt? | FLZ.de | Stage

arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 02.03.2024 07:00

Kurioser Frevel: Wer hat die Linden in Ansbach illegal gekürzt?

Der benachbarte Biber war es nicht. So viel steht schon einmal fest. Das Rätselraten ist derzeit allerdings groß, wer die elf Winterlinden auf städtischem Grund an der Schalkhäuser Landstraße unsachgemäß mit einem Radikalschnitt versehen hat. Ein reichlich kurioser Fall.

Grünen-Stadtrat Oliver Rühl hatte die Angelegenheit am Dienstag in der jüngsten Sitzung des Stadtrates unter dem Tagesordnungspunkt „Anfragen und Bekanntgaben“ zur Sprache gebracht. Rühl erkundigte sich, wer denn die zwischen der Einfahrt in die Berghofstraße und dem Ortseingang von Schalkhausen alleeartig angeordneten Bäume geschnitten habe und ob sich dafür womöglich die städtischen Mitarbeiter des Betriebsamtes verantwortlich gezeichnet hätten.

Haben sie nicht, konnte Ansbachs Oberster Baudirektor Jochen Büschl ganz eindeutig erklären. Ihm war der Baumfrevel längst zu Ohren gekommen und ließ ihn ebenfalls mit dem Kopf schütteln. „Wir sind gerade dabei, den oder die Verursacher zu ermitteln.“

Keinerlei Anhaltspunkte für den oder die Täter

Ein Vorhaben, das allerdings reichlich diffizil anmutet – schließlich gibt es derzeit keinerlei Anhaltspunkte dafür, wer denn überhaupt ein Interesse haben könnte, die betreffenden elf Winterlinden so drastisch zu stutzen. „Diese Fragen haben wir uns auch gestellt, eine Antwort aber nicht gefunden“, erklärte Büschl auf FLZ-Nachfrage.

Das könnte Sie auch interessieren
In Bruckberg herrscht ein Altkleider-Problem: Zusammenarbeit mit Turns überlegtVerkehr am Flugloch: Deshalb musste der Bad Windsheimer Lehrbienenstand umziehenNach Sorge um Schließung: In dieser Form bleibt die Edeka-Filiale in WindsbachMehr Sicherheit in Betzendorf: Stadtrat stimmt Verkehrsinseln zuAktion Stadtradeln startet im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad WindsheimWenn Leben von der Leine abhängt: Rehkitze benötigen jetzt SchutzSanierung oder Neubau: Viele Fragezeichen bei der Grundschule in HeilsbronnIntegrationsarbeit in Ansbach: Ein Brückenbauer im Einsatz für MigrantenIst das Ende des Solar-Wachstums in Ansbach erreicht?Projekt für Artenschutz: Schüler fertigen Nistkästen für Ansbacher NaturschutzbundHecht und Rehkitz im Nest: Was das Monitoring über Seeadler bei Rothenburg verrätKopflose Eichen im Taubertal bei Rothenburg: Das steckt hinter dem BrauchSchmetterlingsschwund spiegelt Zustand der Landschaft in der Region widerWaldbegehung in Matzmannsdorf: Entdeckungsreise durch Natur und GeschichteHunde an die Leine: LBV ruft zum Schutz von Wiesenbrütern in der Region auf

Aufgefallen war die Aktion, die sicher einige Stunden gedauert haben dürfte, Mitarbeitern des Betriebsamtes bereits in der Woche nach Fasching – was Büschl zu der Vermutung veranlasste, dass es sich dabei womöglich um einen schlechten Scherz handeln könnte. Denn tatsächlich sind die Bäume sicher nicht von einem Fachmann beschnitten worden.

Der Schnitt war nicht fachgerecht, die Entsorgung der Äste umso penibler

Gekürzt wurden tatsächlich alle dickeren Äste der Linden. Will man aber einen Formschnitt erreichen, müssten die unteren Ausläufer in Relation zu den oberen Ästen länger gelassen werden. Zudem wurden Wassertriebe stehen gelassen. „Fachgerecht war das nicht“, stellte Büschl fest, „die Bäume hätten das nicht gebraucht, und jetzt ist ein erhöhter Pflegeaufwand nötig.“

Kurios mutet auch der Umstand an, dass der bei der Aktion anfallende Baumschnitt offenkundig penibelst entsorgt worden ist. Unter den Linden findet sich kein Ästchen mehr. Lässt sich der Verursacher nicht ermitteln, will die Stadt Anzeige erstatten.

Der direkte Vergleich: Auf der linken Seite der Schalkhäuser Landstraße stehen die Winterlinden im vollen Saft, gegenüber die Exemplare, denen ein Radikalschnitt zuteil wurde. (Foto: Alina Boger)
Der direkte Vergleich: Auf der linken Seite der Schalkhäuser Landstraße stehen die Winterlinden im vollen Saft, gegenüber die Exemplare, denen ein Radikalschnitt zuteil wurde. (Foto: Alina Boger)
Der direkte Vergleich: Auf der linken Seite der Schalkhäuser Landstraße stehen die Winterlinden im vollen Saft, gegenüber die Exemplare, denen ein Radikalschnitt zuteil wurde. (Foto: Alina Boger)

Florian Pöhlmann
Florian Pöhlmann
Nach der journalistischen Grundausbildung beim Fernsehen rief 1999 die große weite Welt des Sports, die ich in Nürnberg in nahezu allen Facetten kennenlernen und in verantwortlicher Position gestalten durfte. Erst der verlockende Ruf aus Ansbach und die Aussicht, im fortgeschrittenen Alter Neues zu wagen, sorgten ab 2021 für einen Neustart in der Lokalredaktion.
north