Der benachbarte Biber war es nicht. So viel steht schon einmal fest. Das Rätselraten ist derzeit allerdings groß, wer die elf Winterlinden auf städtischem Grund an der Schalkhäuser Landstraße unsachgemäß mit einem Radikalschnitt versehen hat. Ein reichlich kurioser Fall.
Grünen-Stadtrat Oliver Rühl hatte die Angelegenheit am Dienstag in der jüngsten Sitzung des Stadtrates unter dem Tagesordnungspunkt „Anfragen und Bekanntgaben“ zur Sprache gebracht. Rühl erkundigte sich, wer denn die zwischen der Einfahrt in die Berghofstraße und dem Ortseingang von Schalkhausen alleeartig angeordneten Bäume geschnitten habe und ob sich dafür womöglich die städtischen Mitarbeiter des Betriebsamtes verantwortlich gezeichnet hätten.
Haben sie nicht, konnte Ansbachs Oberster Baudirektor Jochen Büschl ganz eindeutig erklären. Ihm war der Baumfrevel längst zu Ohren gekommen und ließ ihn ebenfalls mit dem Kopf schütteln. „Wir sind gerade dabei, den oder die Verursacher zu ermitteln.“
Ein Vorhaben, das allerdings reichlich diffizil anmutet – schließlich gibt es derzeit keinerlei Anhaltspunkte dafür, wer denn überhaupt ein Interesse haben könnte, die betreffenden elf Winterlinden so drastisch zu stutzen. „Diese Fragen haben wir uns auch gestellt, eine Antwort aber nicht gefunden“, erklärte Büschl auf FLZ-Nachfrage.
Aufgefallen war die Aktion, die sicher einige Stunden gedauert haben dürfte, Mitarbeitern des Betriebsamtes bereits in der Woche nach Fasching – was Büschl zu der Vermutung veranlasste, dass es sich dabei womöglich um einen schlechten Scherz handeln könnte. Denn tatsächlich sind die Bäume sicher nicht von einem Fachmann beschnitten worden.
Gekürzt wurden tatsächlich alle dickeren Äste der Linden. Will man aber einen Formschnitt erreichen, müssten die unteren Ausläufer in Relation zu den oberen Ästen länger gelassen werden. Zudem wurden Wassertriebe stehen gelassen. „Fachgerecht war das nicht“, stellte Büschl fest, „die Bäume hätten das nicht gebraucht, und jetzt ist ein erhöhter Pflegeaufwand nötig.“
Kurios mutet auch der Umstand an, dass der bei der Aktion anfallende Baumschnitt offenkundig penibelst entsorgt worden ist. Unter den Linden findet sich kein Ästchen mehr. Lässt sich der Verursacher nicht ermitteln, will die Stadt Anzeige erstatten.