Grüne und Linke haben scharfe Kritik an einem Foto und einem Videoausschnitt von AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund und CDU-Fraktionschef Guido Heuer drei Monate vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt geübt. Der Bundesvorsitzende der Grünen, Felix Banaszak, sagte der „Frankfurter Rundschau“: „Dieses Video wirft ein beunruhigendes Licht auf das Verhältnis zwischen CDU und AfD in Sachsen-Anhalt. Es zeigt, wie eng die Beziehung zwischen dem CDU-Fraktionschef und dem AfD-Spitzenkandidaten offenbar bereits ist. Da ist keine Distanz mehr erkennbar.“
Das Foto war am Donnerstagabend bei einer Podiumsdiskussion in Halberstadt (Landkreis Harz) entstanden - der CDU-Mann stützt sich auf die Schulter des AfD-Politikers, beide Abgeordnete haben die Hand am selben Mikrofon. Diskutiert wird die Szene in den sozialen Netzwerken auch deshalb, weil in Sachsen-Anhalt immer wieder über die Stabilität der CDU-„Brandmauer“ zur AfD und über mögliche Konstellationen nach der Wahl spekuliert wird. Heuer wies den entstandenen Eindruck einer Vertrautheit am Samstag am Rande des Landesparteitags der CDU in Dessau-Roßlau zurück. „Das war eher Konfrontation, keine Verbrüderung“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.
Am Sonntag fachte ein kurzer Videoausschnitt die Debatte weiter an. Darin sagt AfD-Spitzenkandidat Siegmund an den neben ihm sitzenden Heuer gewandt: Man könne „irgendwie meinen, dass ihr noch nie was mit der Regierung zu tun hattet, wenn ich so zuhöre“. Dabei legt er dem CDU-Mann die Hand auf die Schulter. „Nee“, sagt Heuer zunächst mit verschränkten Armen. Er greift sich das Mikrofon von Siegmund, legt die Hand auf dessen Schulter, als er sich vorbeugt und sagt: „Ich saß noch nie im Bundestag.“ Es folgt ein kurzer, von Lachen begleiteter Wortwechsel zwischen den beiden Politikern.
Die 27 Sekunden lange Aufnahme dokumentiert nur einen kleinen Ausschnitt der Podiumsdiskussion. Inwieweit vor oder nach der Szene eine inhaltliche Konfrontation zwischen den Politikern stattgefunden hat, lässt sich aufgrund des kurzen Videos nicht sagen.
Auch von den Linken kam Kritik: „Diese Aufnahmen sind kein Versehen“, sagte die Vize-Fraktionschefin der Linken im Bundestag, Clara Bünger, dem „Spiegel“. Der CDU-Fraktionschef in Sachsen-Anhalt posiere mit einem Mann, der Remigration „zum Gebot der Stunde“ erklärt habe und auf dessen Wahlkampfveranstaltungen „Sieg“-Rufe skandiert würden, kritisierte Bünger. „Wie soll man der CDU dann noch glauben, dass sie sich von der AfD abgrenzt, wenn sie ständig das Gegenteil beweist?“, so die Bundestagsabgeordnete.
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