Mädchen und Jungen schnuppern in Feuchtwangen Zirkusluft | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 28.06.2025 07:00

Mädchen und Jungen schnuppern in Feuchtwangen Zirkusluft

Bei ihrem Zirkusprojekt waren die Mädchen und Jungen von der Feuchtwanger Landschule engagiert bei der Sache: Nach intensiver Trainingsarbeit waren die vier Aufführungen ausverkauft. (Foto: Erich Herrmann)
Bei ihrem Zirkusprojekt waren die Mädchen und Jungen von der Feuchtwanger Landschule engagiert bei der Sache: Nach intensiver Trainingsarbeit waren die vier Aufführungen ausverkauft. (Foto: Erich Herrmann)
Bei ihrem Zirkusprojekt waren die Mädchen und Jungen von der Feuchtwanger Landschule engagiert bei der Sache: Nach intensiver Trainingsarbeit waren die vier Aufführungen ausverkauft. (Foto: Erich Herrmann)

Einmal die Magie der Manege erleben und Zirkusluft schnuppern – dieser Traum ist für 274 Schülerinnen und Schüler der Grund- und Mittelschule Feuchtwangen-Land Wirklichkeit geworden.

Unter der Leitung des Ersten Ostdeutschen Projektzirkus Andre Sperlich studierten die hochmotivieren Buben und Mädchen akrobatische Kunststücke ebenso ein wie lustige Auftritte von Clowns und Zaubertricks. Schließlich zeigten sie ihr neu erworbenes Können im Rahmen von vier Aufführung.

Eine Woche lang waren die Schülerinnen und Schüler von der ersten bis zur sechsten Klasse in der großen Manege neben dem Gelände des Spielmanns- und Fanfarenzugs aktiv: An zwei Tagen konnten sie jeweils fünf Stunden lang unter fachlicher Anleitung etliche Trainingseinheiten absolvieren, um eine großartige, rund zweistündige Zirkusvorstellung vorzubereiten.

Jedes Kind sollte seine Rolle finden

Eingangs hatte ein elfköpfiges Team vom pädagogischen Projektzirkus „Traumland“ den Mädchen und Buben unterschiedliche Zirkusnummern vorgestellt. Dabei sollte jedes Kind seine eigene Rolle finden: Sportliche konnten akrobatische Nummern am Trapez oder auf dem Schwebebalken einstudieren, während Wagemutige sich als Fakire und Feuerschlucker betätigten. Für motorisch Begabte boten sich derweil Jonglage und Seiltanz an. Indes wurde denjenigen, die eine besondere Freude am Spaß haben, fantasievolle Clownerie nähergebracht.

Beim Training, für das die Mädchen und Buben in zwei Gruppen aufgeteilt waren, sollten sie eine große Portion Disziplin, Teamgeist, Verantwortung und Mut an den Tag legen: „Zirkus kann Kinder verändern“, erklärte der Manegen-Chef Andrea Sperling. Bei dem Projekt würden motorische Kompetenz, das soziale Verhalten und der Wechsel in andere, neue Rollen umgesetzt und gestärkt. Zudem diene die Arbeit der Vermittlung wichtiger Lebenserfahrungen.

Piraten und Akrobaten

Nach harten Trainingseinheiten stand dann endlich das Programm. Und als es für die kleinen Artisten, Zauberer und Jongliere „Manege frei“ hieß, waren alle vier abendfüllenden Zirkusaufführungen bereits ausverkauft.

Zum Auftakt der Show wirbelten feenhafte Wesen leuchtende Bälle und Reifen durch die Luft. Danach zeigten Piraten wagemutige Schwertkämpfe, bevor ein Clown allerhand Schabernack mit dem Zirkusdirektor trieb. Auf eine aufwendige Nummer mit dressierten Tauben, die durch Ringe flogen und ein Rad drehten, zeigten Zauberlehrlinge ihre magischen Tricks, bei denen Harry Potter grüßen ließ.

Gestärkt mit Popcorn und kühlen Getränken sorgten nach der Pause Akrobaten für Kurzweil. Graziöse Indianermädchen zeigten auf dem schmalen Schwebebalken Kunststücke wie Spagat und Rückwärtsrolle. Noch schwieriger erschien danach der Ritt auf dem Hochseil: In luftiger Höhe, jedoch vom Trainer gesichert, zeigten Buben und Mädchen ihre grandiosen Turnkünste.

Fakire aus dem Orient

Schaurig wurde es, als Fakire aus dem Orient barfuß über Glasscheiben liefen und sich auf Nagelbretter legten. Zugleich zeigten afrikanische Feuerschlucker ihr Können und hielten das Publikum mit ihrer Flammenshow in Atem. Zum Abschluss des Spektakels gab es dann eine weitere Clown-Nummer sowie eine Pyramide, zu der sich wagemutige Akrobaten formierten. Für die viel umjubelte Vorstellung ernteten die kleinen Akteure viel Applaus.

Das Zirkusprojekt sei ein tolles Erlebnis für die Schülerinnen und Schüler gewesen, wertete Grundschulleiterin Ellen Schürrlein. Dass die Kinder in so kurzer Zeit so viel gelernt und einstudiert haben, beweise deren Begeisterung. Zudem würdigte die Rektorin, dass die Zirkusleute einfühlsam und geduldig mit den Mädchen und Buben gearbeitet hätten.

Besonders hervorgehoben wurden die Arbeit von Pädagogin Melanie Lachat, die das Projekt organisiert hatte, sowie die Unterstützung des Schulfördervereins. Zudem hatte der Elternbeirat Spenden in Höhe von 6000 Euro bei heimischen Firmen gesammelt und diese Summe für das Zirkusprojekt zur Verfügung gestellt.


Von Erich Herrmann
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