Wenn Schäfer, Hund und Herde zu einer Einheit werden, ist in Triesdorf wieder Lehrhüten angesagt. Zum 43. Mal treffen sich am Samstag, 12. September, Schäfer bei den Landwirtschaftlichen Lehranstalten (LLA) Triesdorf, um das Hütekönnen des Nachwuchses zu verfolgen und gemeinsam einen gemütlichen Tag in Schäferkreisen zu verbringen.
Für die Auszubildenden ist das Lehrhüten weit mehr als ein Wettbewerb, heißt es in einer Pressemitteilung der Landwirtschaftlichen Lehranstalten. „Das Lehrhüten ist ein wichtiger Meilenstein für die Auszubildenden, da sie sich unter Wettbewerbsbedingungen mit ihren Hunden einer fremden Herde stellen müssen“, erklärt Anne Schiborra, Leiterin der Tierhaltung mit Tierhaltungsschule an den LLA. „Am Ende des Tages wissen die Auszubildenden, ob sie auf dem Weg zur Abschlussprüfung ‚auf Spur‘ sind beziehungsweise wo sie sich noch verbessern sollten.“
Los geht es um 8 Uhr. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wird die Reihenfolge ausgelost – dann zieht der Schäfernachwuchs nacheinander mit der Herde los. Dieses Jahr nehmen drei Auszubildende mit ihren Hunden am Hütewettbewerb teil: Rebecca Fähnle aus Königsbronn (Baden-Württemberg), Tim Gackstatter aus Obernzenn (Bayern) sowie Kilian Schlamp aus Neustadt an der Donau (Bayern). Auch für alle Gäste außerhalb der Schäferszene bietet das Lehrhüten spannende Einblicke. Die Leistungen der Teilnehmenden werden fachkundig kommentiert, sodass auch Laien das faszinierende Zusammenspiel von Schäfer, Hund und Herde nachvollziehen können. Dabei wird deutlich, wie viel Erfahrung, Können und Vertrauen hinter der Arbeit mit einer Schafherde stecken.
Am Samstagmittag folgt ab 13 Uhr das Freundschaftshüten. Dies ist nicht nur ein sportlicher Vergleich. Viele Absolventinnen und Absolventen der vergangenen Jahre kehren zu diesem Anlass nach Triesdorf zurück, treffen alte Bekannte und tauschen Erfahrungen aus. Am Abend wird es festlich beim gemeinsamen Schäferabend ab 18 Uhr. Um 19 Uhr folgen die Hütekritik und die Verteilung der Hütebriefe. Anschließend werden die neuen Schäfergesellen des Prüfungsjahrgangs 2025/2026 feierlich freigesprochen und es folgt die Übergabe des Hütepokals.
Das Lehrhüten hat bereits eine lange Historie in Triesdorf. Mehr als 200 Nachwuchs-Schäferinnen und Schäfer haben den Wettbewerb bereits absolviert, 1983 riefen der Triesdorfer Schäfermeister Emil Leithner und der Schaffachberater Wolfgang Thomann das sogenannte „Nachwuchsleistungshüten“ ins Leben. Parcours und Bewertung der Hüteteilnehmenden und ihrer Hunde richten sich nach den Vorschriften für das Leistungshüten. Inzwischen ist das Lehrhüten ein verpflichtender Berufswettkampf für alle Auszubildenden in Bayern und zugleich ein beliebter Treffpunkt der Schäfergemeinschaft.
Zum Lehrhüten sind Gäste willkommen, die sich für Schäferhandwerk, -ausbildung und -gemeinschaft interessieren. Das Gelände ist ab der Hauptstraße ausgeschildert. Weitere Informationen gibt es untertriesdorf.de