Marsupilamis Rückkehr - Das gelbe Wesen erobert die Leinwand | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 19.08.2026 07:03

Marsupilamis Rückkehr - Das gelbe Wesen erobert die Leinwand

Philippe Lacheaus Film setzt auf Slapstick, Tempo und eine Prise Nostalgie für die ganze Familie. (Foto: -/Splendid Film/dpa)
Philippe Lacheaus Film setzt auf Slapstick, Tempo und eine Prise Nostalgie für die ganze Familie. (Foto: -/Splendid Film/dpa)
Philippe Lacheaus Film setzt auf Slapstick, Tempo und eine Prise Nostalgie für die ganze Familie. (Foto: -/Splendid Film/dpa)

Ein kleiner gelber Wirbelwind mit schwarzen Flecken, einem schier endlosen Schwanz und einer gehörigen Portion Schabernack: Wenn ein Marsupilami ein Kreuzfahrtschiff auf den Kopf stellt, Passagiere und Besatzung in Atem hält und eine wilde Verfolgungsjagd auslöst, scheint der Zauber der legendären Comicfigur wieder lebendig zu werden.

Vierzehn Jahre nach Alain Chabats „Auf den Spuren des Marsupilami“, der in Frankreich rund fünf Millionen Menschen in die Kinos lockte, bringt Philippe Lacheau das von André Franquin 1952 für die Comicreihe „Spirou und Fantasio“ geschaffene Fantasiewesen in einem neuen Kinoabenteuer zurück auf die Leinwand - diesmal als klassisches Familienabenteuer. 

Dass die Figur nichts von ihrer Anziehungskraft verloren hat, zeigt der Erfolg an den französischen Kinokassen: Rund sieben Wochen nach dem Start steuerte „Marsupilami“ auf die Marke von sechs Millionen Kinobesucherinnen und Kinobesuchern zu.

Ein geheimnisvolles Paket aus Palumbien

Im Mittelpunkt steht David Ticoule (Philippe Lacheau), der nicht nur ständig mit seiner Ex-Frau (Élodie Fontan) aneinandergerät, sondern auch als Vater nicht immer eine glückliche Figur macht. Als er nach einer durchzechten Nacht an seinem Arbeitsplatz, dem städtischen Zoo, mehrere Tiere freilässt, verdonnert ihn sein Chef (Jean Reno) zu einer ungewöhnlichen Strafaufgabe: Er soll ein geheimnisvolles Paket aus dem weit entfernten, fiktiven Palumbien abholen und sicher nach Frankreich bringen.

Gemeinsam mit seiner Ex-Frau und seinem Sohn Léo (Corentin Guillot) begibt sich David auf eine Kreuzfahrt zurück nach Europa. Seine wichtigste Aufgabe: Die ihm anvertraute Kiste unter keinen Umständen zu öffnen - schließlich ist ihr Inhalt äußerst wertvoll.

Chaos an Bord

Dass dieses Verbot nicht lange Bestand hat, ist kaum überraschend. Was sich darin verbirgt, allerdings schon: Aus der Kiste schlüpft ein gelbes Marsupilami-Baby mit schwarzen Flecken, großen Augen und einem schier endlosen Schwanz. 

Das extrem seltene und wertvolle Tier sorgt mit seinen Streichen für ein heilloses Durcheinander auf dem Kreuzfahrtschiff. Als seine Existenz schließlich in den sozialen Medien bekannt wird, machen sich brutale Söldner auf die Jagd nach dem kleinen gelben Wesen. Doch sie haben nicht mit dem Tierschützer Pablito (Jamel Debbouze) gerechnet, der ebenfalls ein Wörtchen mitzureden hat.

Wie schon in den Comics des belgischen Zeichners wird der legendär lange Schwanz des Marsupilamis zum eigentlichen Alleskönner: Mal dient er als Springseil, mal als Waffe oder Rettungsleine - und sorgt für viele gute Slapstick-Momente.

Die Umsetzung der Figur als Animatronic - einer künstlichen, lebensecht wirkenden Figur - erweist sich als echter Gewinn. Dadurch erhält das Fantasietier eine erstaunlich greifbare Präsenz und erinnert an die großen Familienfilme der 80er Jahre wie „E.T.“ von Steven Spielberg oder „Gremlins“ von Joe Dante.

Klamauk, Tempo und absurde Einfälle

Lacheau, der mit „Babysitting“ oder „Alibi.com“ große Erfolge feierte, setzt auch hier auf sein bewährtes Rezept: überdrehte Situationskomik, körperbetonten Slapstick, Wortspiele und einen bewusst albernen Humor. Nicht jeder Gag trifft jedoch ins Schwarze. Doch die Mischung aus Klamauk, Tempo und absurden Einfällen zeichnet seinen Stil aus. 

Auch das Zusammenspiel von Lacheau und Élodie Fontan als zerstrittenes Ex-Paar gehört zu den stärkeren Momenten des Films. Ihre kleinen Machtkämpfe und gegenseitigen Streiche verleihen der turbulenten Geschichte eine menschliche Note. 

Jean Reno als Zoodirektor 

Julien Arruti sorgt als liebenswert-tollpatschiger Kollege Stéphane für einige burleske Einlagen und zusätzliche Chaos-Szenen. Mit Jean Reno als skrupellosem Zoodirektor setzt Lacheau zudem auf ein vertrautes Gesicht des französischen Kinos. 

Auch wenn Lacheaus Hang zum Klamauk nicht jeden Geschmack trifft, besitzt sein Film genau das, was ein Familienabenteuer braucht: einen niedlichen Helden, der mit großen Augen und unbändiger Spielfreude berührt und zum Lachen bringt.

© dpa-infocom, dpa:260819-930-550210/1


Von dpa
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