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Veröffentlicht am 07.06.2026 10:00

Mehr Müll in Westmittelfranken: So stechen Ansbach und Neustadt heraus

Im Jahr 2024 sind nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik in Bayern rund 6,32 Millionen Tonnen Abfälle aus Haushalten und Kleingewerbe eingesammelt worden. Das sind rund 4,5 Prozent mehr als im Jahr 2023. Wie sieht die Entwicklung in Stadt und Landkreis Ansbach sowie im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim aus?

Laut Landesamt für Statistik verursachte 2024 jede Bayerin und jeder Bayer 478 Kilogramm Haushaltsabfälle – also fast eine halbe Tonne Müll pro Person. Das entspricht laut Pressemitteilung einem Anstieg von 18 Kilogramm im Pro-Kopf-Vergleich zum Vorjahr.

Eine rote Karte an der Biotonne signalisiert, dass zu viele Störstoffe im Müll Sind. Der Behälter wurde nicht geleert. Jetzt heißt es nachsortieren (Foto: Markus Gabler)

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Wie sich das Müllaufkommen in Westmittelfranken verändert hat, verrät eine interaktive regionale Müllkarte im Statistikportal des Bundes und der Länder. Ein Anstieg ist 2024 bei den Haushaltsabfällen je Einwohnerin und Einwohner im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen: von 629,3 Kilogramm auf 661 Kilogramm – und damit deutlich über dem bayerischen Wert. 2022 lag man bei 610,8 Kilogramm.

Weniger Müll kam im Landkreis Ansbach auf, wenngleich dennoch ein Anstieg zu verzeichnen ist: von 402,9 Kilogramm (2023) auf 411,4 Kilogramm (2024). 2022 erreichte man 404,7 Kilo. Die Stadt Ansbach sortiert sich zwischen den beiden Landkreisen ein. 566,7 Kilogramm betrugen die Haushaltsabfälle je Einwohnerin und Einwohner im Jahr 2024, 2023 waren es 553,5 Kilogramm (2022: 563,6 Kilo) – was ebenfalls einen Anstieg bedeutet.

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Sperr- und Hausmüll als größter Posten

Der Haus- und Sperrmüll machte 2024 in Bayern 35,6 Prozent des Gesamtaufkommens aller Abfälle aus Haushalten und Kleingewerbe aus. Bayernweit ist das Pro-Kopf-Aufkommen von Haus- und Sperrmüll im Jahr 2024 erstmals seit 2020 wieder gestiegen – auf 170 Kilogramm je Einwohnerin und Einwohner, heißt es in der Mitteilung.

33,3 Prozent vom Gesamtaufkommen aller Abfälle aus Haushalten und Kleingewerbe sind den getrennt erfassten organischen Abfällen (Garten- und Parkabfälle sowie Abfälle aus der Biotonne) zuzuordnen, 29,9 Prozent Wertstoffen wie Papier, Pappe und Kartonagen sowie Behälterglas, Metalle oder Leichtverpackungen, so das Landesamt.

Anstieg bei allen Abfallarten in Bayern

Das Abfallaufkommen im Jahr 2024 stieg in Bayern im Vergleich zum Vorjahr bei allen Abfallarten an. Betrachtet man die einzelnen Sparten, verzeichnen die getrennt erfassten organischen Abfälle mit 8,5 Prozent den stärksten prozentualen Anstieg bei den mengenmäßig relevantesten Abfallarten.

Die Menge an Haus- und Sperrmüll stieg 2024 im Vorjahresvergleich von 2,17 Millionen Tonnen um 3,4 Prozent auf 2,25 Millionen Tonnen. Dieser Anstieg könnte auf das Hochwasserereignis in Schwaben zurückzuführen sein, heißt es in der Mitteilung des Landesamtes. Bei den Wertstoffen erhöht sich das Aufkommen mit 1,2 Prozent geringfügig im Vergleich zum Vorjahr.

Blick nach Westmittelfranken

Der Haus- und Sperrmüll je Einwohnerin und Einwohner lag 2024 im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim bei 168,9 Kilogramm (2023: 164,3 Kilo). Darüber lag die Stadt Ansbach mit 170,1 Kilogramm im Jahr 2024 (2023: 160,1 Kilo). Auf nur 118,4 Kilogramm kam man dagegen im Landkreis Ansbach (2023: 115,7 Kilo).

Auf 179 Kilogramm getrennt erfasste Wertstoffe je Bürgerin und Bürger kam der Neustädter Kreis (2023: 174,3 Kilo). 152,4 Kilogramm waren es im Landkreis Ansbach (2023: 149 Kilo). In der Stadt Ansbach fielen 144,9 Kilogramm an, was im Vergleich eine Senkung zu den Vorjahren bedeutet und den niedrigsten Wert für die Stadt seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 2005 darstellt (2023: 155,4 Kilo).

81,4 Kilogramm Abfälle aus der Biotonne entfielen auf jede Einwohnerin und jeden Einwohner des Landkreises Neustadt/Aisch-Bad Windsheim (2023: 80,8 Kilo). Darunter ordnete sich die Stadt Ansbach mit 80 Kilogramm ein (2023: 87,8 Kilo) und lag damit unter den Vorjahreswerten. 98,4 Kilogramm waren es 2024 zuguterletzt beim Landkreis Ansbach (2023: 96,8 Kilo).

Unterschiede bei Grünabfällen

Bei den biologisch abbaubaren Garten- und Parkabfällen je Einwohnerin und Einwohner macht der Neustädter Kreis einen ordentlichen Sprung im Vorjahresvergleich: von 193,8 Kilogramm (2023) auf 217,7 Kilogramm (2024). Darunter lag man 2024 mit 171,1 Kilogramm in der Stadt Ansbach (2023: 149,5 Kilogramm). Einen großen Abstand weist dazu der Landkreis Ansbach mit nur 41,5 Kilogramm im Jahr 2024 (2023: 40,5 Kilo) auf.

Das Landesamt weist in seiner Pressemitteilung ausdrücklich darauf hin, dass aufgrund struktureller Unterschiede zwischen den Regionen die Abfallmengen pro Kopf voneinander abweichen können. „Beispiele sind das Aufkommen von Garten- und Parkabfällen in dicht besiedelten Regionen oder Abfälle aus Biotonnen in Regionen, in denen es kein Hol-, sondern nur ein Bring-System gibt.”

Weitere Faktoren sind finanzielle Aspekte (z.B. Höhe der Entsorgungsgebühren), das Ausmaß der Sensibilisierung der Bevölkerung für die Mülltrennung sowie außergewöhnliche Anstiege der Abfallmenge, beispielsweise aufgrund von Starkregen und Überflutungen.

Gut ein Drittel des Gesamtaufkommens aller Abfälle aus Haushalten und Kleingewerbe sind 2024 den getrennt erfassten organischen Abfällen, etwa Biomüll, zuzuordnen. (Archivbild: Constantin Prosch)
Gut ein Drittel des Gesamtaufkommens aller Abfälle aus Haushalten und Kleingewerbe sind 2024 den getrennt erfassten organischen Abfällen, etwa Biomüll, zuzuordnen. (Archivbild: Constantin Prosch)
Gut ein Drittel des Gesamtaufkommens aller Abfälle aus Haushalten und Kleingewerbe sind 2024 den getrennt erfassten organischen Abfällen, etwa Biomüll, zuzuordnen. (Archivbild: Constantin Prosch)

Anna Franck
Anna Franck
Redakteurin im Online-Team
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