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Veröffentlicht am 17.06.2026 04:46, aktualisiert am 17.06.2026 07:53

Messi-Show der Superlative: „Gibt keine Worte mehr“

Lionel Messi trumpft wie ein Fußball-Gott auf. (Foto: Tom Weller/dpa)
Lionel Messi trumpft wie ein Fußball-Gott auf. (Foto: Tom Weller/dpa)
Lionel Messi trumpft wie ein Fußball-Gott auf. (Foto: Tom Weller/dpa)

Lediglich 78 Minuten reichten Lionel Messi, um ein weiteres Mal Fußball-Geschichte zu schreiben und alle Zweifler mit einer Zauber-Gala verstummen zu lassen. Gleich zum Auftakt seiner sechsten Weltmeisterschaft trumpfte der WM-Rekordspieler im Football-Tempel von Kansas City in weltmeisterlicher Manier auf und stellte mit einem unnachahmlichen Dreierpack und den WM-Toren 14, 15 und 16 die Bestmarke von Deutschlands Salto-Stürmer Miroslav Klose ein.

„Messi ist die WM“, schrieb die argentinische Zeitung „La Nacion“ nach dem unvergesslichen Abend in Missouri. Als Messi nach dem 3:0 (1:0) gegen Algerien um 23.45 Uhr Ortszeit das Kansas City Stadium verließ, strahlte er wie ein kleines Kind. „Ich spiele gerne Fußball, das ist seit meiner Kindheit meine Leidenschaft, und wenn ich in Form bin, gebe ich alles“, sagte der Superstar.

Zuvor hatte er auf dem Platz nach dem Traumstart in seine wohl letzte WM ungläubig den Kopf geschüttelt, als könne er dieses besondere Fußball-Spektakel selbst nicht so recht glauben. „Als Kind hätte ich mir nie vorstellen können, was ich alles erleben würde. All das ist ein Bonus“, sagte Messi. „Ich habe alles erreicht und noch mehr, und ich genieße es – diese wunderbare Mannschaft und das Gefühl, auf dem Platz wieder ganz in meinem Element zu sein, so wie ich es immer geliebt habe.“

Klares Zeichen an die Zweifler

Vor dem Turnier hatte es einige Zweifel an der Leistungsstärke von Messi gegeben. Wie fit ist der 38-Jährige noch? Warum tut er sich nach dem Triumph von Katar eine weitere WM überhaupt noch an? Die Antwort gab der achtmalige Weltfußballer gleich im ersten Spiel auf dem Platz und verzückte damit nicht nur die mehr als 40.000 argentinischen Fans im Stadion, sondern die ganze Fußball-Welt. „Willkommen zurück, ihr Experten des Pessimismus. Macht euch darauf gefasst, dass die Nummer 10 hier ist“, schrieb die Zeitung „Olé“.

„Man muss es genießen, denn wir werden ihn vermissen, wenn er nicht mehr auf dem Platz steht“, sagte Argentiniens Trainer Lionel Scaloni und wurde bei diesen Worten fast schon ein wenig sentimental. „Wir sind noch immer erstaunt, obwohl wir ihn jeden Tag sehen. Man muss kein Argentinien-Fan sein, um zu bewundern, was er im Alter von 38 Jahren vollbringt.“

So erfolgreich wie Klose

Messi zauberte in seinem 200. Länderspiel für die Albiceleste wie in besten Zeiten und brauchte nicht einmal die kompletten 90 Minuten, um die WM-Bestmarke von Klose mit 16 Toren einzustellen. Dass er den Rekord bei diesem Turnier noch knacken wird, daran hat nun endgültig niemand mehr Zweifel. Auch Kylian Mbappé hat die Chance, Klose bei diesem Turnier einzuholen. Der Franzose erzielte beim 3:1 gegen Senegal zwei Treffer und hat nun 14 WM-Tore auf dem Konto.

Den nächsten Rekord seiner unnachahmlichen Karriere nahm Messi gelassen zur Kenntnis. „Ich schaue nicht auf die Zahl“, sagte Messi. „Es ist eine Ehre, neben Klose, neben Ronaldo und neben Mbappé zu stehen. Auch wenn es mich mit Stolz erfüllt, bedeutet es nichts. Ronaldo ist, soweit ich das beurteilen kann, einer der Größten, und er steht nicht an erster Stelle. Es ist nur eine Statistik.“

Seine Teamkollegen rückten die Leistung dagegen ins rechte Licht - und zwar mit Ungläubigkeit. „Es gibt keine Worte mehr, um das zu beschreiben. Wenn jemand dachte, diese Mannschaft sei ohne Leo besser, dann ist heute klar geworden, dass er der Wichtigste von allen ist und wir eine Mannschaft aufstellen müssen, in der er sich wohlfühlt, denn er ist der Wichtigste von allen“, sagte Messis Mitspieler Alexis Mac Allister.

Argentinische Jubel-Orgie in Kansas City 

Bei seiner Auswechslung wurde Messi gefeiert, als habe er Argentinien bereits zur ersehnten Titelverteidigung geführt. Mit der erneuten WM-Krönung würde sich Messi endgültig unsterblich machen - wenn er das nicht längst ist.

Messi ist einer von 17 Katar-Weltmeistern, die auch in den USA im WM-Kader der Argentinier stehen. Das große Ziel ist klar: die Titelverteidigung. Das ist bislang in der WM-Historie nur den dieses Mal erneut nicht qualifizierten Italienern 1934 und 1938 sowie Brasilien mit dem legendären Pelé 1958 und 1962 gelungen. Mit dem historischen Abend von Kansas City legten Messi und Co. den Grundstein für den nächsten großen Coup.

WM-Debüt vor 20 Jahren

Sein WM-Debüt hatte Messi auf den Tag genau 20 Jahre vor dem ersten Spiel bei seiner sechsten WM gegeben: 2006 war das 6:0 in Gelsenkirchen gegen Serbien-Montenegro Messis erster Einsatz auf der WM-Bühne. Im Alter von 18 Jahren erzielte er direkt ein Tor. Messi kam als erster Spieler bei sechs Weltmeisterschaften zum Einsatz. Sein ewiger Rivale Cristiano Ronaldo kann ihm bei dieser WM noch folgen.

© dpa-infocom, dpa:260617-930-234716/5


Von dpa
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