Bei Höchstwerten nahe der 40-Grad-Marke sind am Wochenende mehrere Menschen beim Baden in Bayern gestorben. Die Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) zählte nach einer Auswertung am Montag vier Badetote, wie eine BRK-Sprecherin auf Nachfrage sagte. Alle vier tödlichen Badeunfälle hätten sich in Oberbayern ereignet.
Damit stieg die Zahl der beim Baden in Bayern tödlich verunglückten Menschen in diesem Jahr laut BRK auf 21. Bei 20 von ihnen handelte es sich um Männer.
Am Sonntagabend sei ein 84-Jähriger im Starnberger See ums Leben gekommen, teilte die Polizei mit. Der Rentner sei regelmäßig dort baden gegangen. Als er nicht zurückkam, habe seine Familie die Polizei gerufen.
Im Olchinger See nahe München ging am selben Tag laut Polizei ein 31-Jähriger unter. Der Mann sei etwa zehn Meter vom Ufer entfernt in Not geraten. Zeugen hätten sofort Rettungskräfte der Wasserwacht gerufen, die den Mann aus dem Wasser bargen. Der 31-Jährige sei aber wenig später in einem Krankenhaus gestorben. Der Mann habe nicht schwimmen können.
Schon am Freitag war ein 23-Jähriger laut Polizei beim Baden im Starnberger See ertrunken, nachdem er von einem Boot ins Wasser gesprungen und untergegangen war. Mehrere Menschen hätten noch erfolglos versucht, den jungen Mann aus dem Wasser zu retten. Taucher hätten ihn später in etwa acht Metern Tiefe gefunden.
Auf dem Chiemsee geriet laut Polizei ein 68-Jähriger ins Wasser, als er von einem Elektroboot aus baden gehen wollte. Kurz darauf habe ihn seine Begleiterin aus den Augen verloren, Rettungskräfte hätten den Mann schließlich leblos im Wasser gefunden. Die Kripo ermittelte zu den genauen Umständen des Unglücks.
„Offene Gewässer sind keine Schwimmbäder“, mahnte Thomas Huber, der Landesvorsitzende der BRK-Wasserwacht Bayern. Entfernung, Kälte, Erschöpfung oder ein kurzer Moment der Unsicherheit könnten schnell lebensgefährlich werden.
Im oberfränkischen Trebgast (Landkreis Kulmbach) musste ein Vater seinen fünf Jahre alten Sohn aus einem Badesee retten. Als der Vater ihn im Wasser zu fassen bekam, war der Junge bereits bewusstlos, wie die Polizei mitteilte. Der Fünfjährige hatte am Freitag zuvor an einem Steg am Seeufer gespielt und war dann verschwunden. Andere Badende hätten dem Vater gesagt, dass der Junge tauchen gehen wollte.
Der Vater sei daraufhin ins Wasser gesprungen und habe seinen Sohn herausziehen können. Ersthelfer hätten den Jungen reanimiert. Er sei in eine Kinderklinik gebracht worden.
Aus einem schlammigen Bachbett musste eine 90-Jährige nach einer Suchaktion in Oberbayern am Samstag gerettet worden. Die Frau war nach dem Schwimmen von einem See in Riedering (Landkreis Rosenheim) nicht nach Hause gekommen, wie die Polizei mitteilte. Als Angehörige in der Nähe des Tinninger Sees ihre Badesachen fanden, wählten sie den Notruf.
Die Polizei fand die 90-Jährige kurz darauf am Ufer eines Bachbetts. Sie habe sich aus dem schlammigen Untergrund nicht mehr befreien können. Sanitäter brachten die Frau in eine Klinik, wo sie nach einer ambulanten Behandlung wieder entlassen wurde.
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