„Die Bachwoche ist ein kulturelles Juwel mit einer Strahlkraft weit über Franken und Bayern hinaus”, schwärmte Joachim Herrmann beim Staatsempfang zu Beginn des Ansbacher Musikfests. Die Stimme des bayerischen Innenministers ist bekanntlich laut und tragend, sodass sogar in den hinteren Reihen das Geplauder sofort verstummte.
Bei dem traditionellen Empfang der bayerischen Staatsregierung am späten Samstagabend in der Orangerie versammelten sich zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Justiz, der Wissenschaft, der US-Armee, der Kirchen und des kulturellen Lebens. Viele Gäste hatten zuvor in St. Gumbertus vier Kantaten mit dem Windsbacher Knabenchor und dem Freiburger Barockorchester genossen. Und ein berührendes Abschiedslied für den scheidenden Bachwochen-Intendanten Dr. Andreas Bomba, eine Motette von Felix Mendelssohn Bartholdy: „Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, dass sie dich behüten auf all deinen Wegen.”
Staatsminister Herrmann blickte kurz in die Geschichte der Bachwoche zurück: auf die Gründung des Musikfests 1947, als „Menschen sich nach der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs aufgemacht haben, die kulturelle Tradition neu zu beleben”. Kulturelle Traditionen auch weiterhin zu hegen und pflegen sei wichtig – gerade in der heutigen Zeit, die von „Irritationen und Problemen in unserem Land” geprägt sei. Die Bedeutung der Kultur dürfe nicht aus dem Blick verloren werden, betonte Herrmann.
Das Festival bringe die Musik Johann Sebastian Bachs stets „auf herausragende Weise zum Klingen, in großer künstlerischer Qualität und mit programmatischer Tiefe”. Somit werde Ansbach „für einige Tage zu einem hochkarätigen musikalischen Zentrum”. Der Innenminister dankte Intendant Dr. Andreas Bomba für sein „herausragendes Engagement” und sensationelle Erfolge über zwei Jahrzehnte hinweg. Auch dem Verein der Freunde der Bachwoche und allen weiteren Förderern und Sponsoren sprach er seinen besonderen Dank aus: „Wir brauchen die Unterstützung auch in Zukunft.”
In diesem Zusammenhang bekam der Wahlmünchner Günter Fabricius für seinen über 45 Jahre währenden Einsatz für das Musikfest das Bundesverdienstkreuz überreicht. Fabricius war und ist seit 1973 in zahlreichen Funktionen für die Bachwoche aktiv, etwa als Mitglied des Beirats, dann als Geschäftsführer des Vereins der Freunde der Bachwoche und als Vorstand im Stifterverein.
Auch Oberbürgermeister Thomas Deffner stellte das außergewöhnliche Flair und Leben „in Ansbachs historischen Straßen und Gassen” während der Bachwoche heraus: „Sie ist der strahlende Fixpunkt im musikalischen Kalender der Region und darüber hinaus.” Auf das insgesamt „breite Kulturangebot” in Ansbach sei er stolz, sagte Deffner mit Blick auf die in der Stadt erarbeitete und vor einigen Tagen präsentierte „Kulturstrategie”. Um das kulturelle Angebot zu erhalten, „braucht man einen fundierten gemeinsamen Ansatz”.
Jürgen Fitschen, der Vorstandsvorsitzende des Vereins der Freunde der Bachwoche, verwies auf den bevorstehenden Intendantenwechsel und bat den neuen Intendanten Johannes Mnich kurz auf die Bühne, damit alle geladenen Gäste zumindest schon einmal sein Gesicht sehen könnten. Der Kulturmanager wird im Januar mit der Arbeit für das Musikfest beginnen. „Wir sind dankbar, dass Sie diese Aufgabe übernehmen. So wird es auch ohne Dr. Bomba weitergehen”, so Fitschen.
Andreas Bomba richtete seinen Dank an sein sehr engagiertes Team in der Ansbacher Bachwochen-Geschäftsstelle. „Außerdem danke ich den vielen Helferinnen und Helfern, die als Pop-up-Team alle zwei Jahre hier zusammenkommen. Und vor allem danke ich allen Künstlerinnen und Künstlern”, erklärte der Intendant. Mit dem Freiburger Barockorchester, dem Windsbacher Knabenchor und den Solisten habe am Samstagabend in St. Gumbertus „ein Dreamteam” gesungen und musiziert. Das Konzert habe zu „den Sternstunden der Bachwoche” gehört.