Missbrauchsbeauftragte: Risiko für Kinder so hoch wie nie | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 13.10.2026 13:00

Missbrauchsbeauftragte: Risiko für Kinder so hoch wie nie

Die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, Kerstin Claus, sieht Fortschritte aber auch noch einen großen Handlungsbedarf im Kampf gegen sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche.  (Foto: Michael Kappeler/dpa)
Die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, Kerstin Claus, sieht Fortschritte aber auch noch einen großen Handlungsbedarf im Kampf gegen sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. (Foto: Michael Kappeler/dpa)
Die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, Kerstin Claus, sieht Fortschritte aber auch noch einen großen Handlungsbedarf im Kampf gegen sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. (Foto: Michael Kappeler/dpa)

Die Missbrauchsbeauftragte des Bundes, Kerstin Claus, hat eindringlich dazu aufgerufen, Kinder und Jugendliche besser vor sexueller Gewalt zu schützen und bestehende Schutzlücken kritisiert. „Noch nie war das Risiko für Kinder und Jugendliche, sexualisierte Gewalt zu erleben, so hoch wie heute“, sagte Claus in Berlin. „Die Risiken im digitalen Raum explodieren.“ Es habe sich viel getan, seit ihrem Amtsantritt, aber besserer Schutz sei machbar.

Anlass war die Vorlage ihres Berichts zum Ausmaß sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche und zum Stand von Prävention, Hilfe und Aufarbeitung. Die Zahl der betroffenen Kinder und Jugendlichen sei ungebrochen hoch, heißt es darin. Verwiesen wird auf bereits veröffentlichte Zahlen der Kriminalstatistik. Demnach zählte die Polizei 2025 insgesamt 17.126 Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs, rund 1.600 mehr als noch vor fünf Jahren und 772 mehr als im Vorjahr.

Netz „zentraler Tatort“ 

Einen Schwerpunkt legt der Bericht auf den digitalen Raum und Künstliche Intelligenz. Die digitale Welt verändere Möglichkeiten des Zugangs für Täter. Kommunikations- und Interaktionsorte im Netz seien zu „zentralen Tatorten sexualisierter Gewalt“ geworden. Verwiesen wird auf Gefahren durch KI, etwa dass unverfängliche Profilfotos mit KI zu Nacktbildern umgewandelt werden können, was sexuelle Erpressung („Sextorsion“) erleichtere.

Die Missbrauchsbeauftragte fordert in ihrem Bericht unter anderem die Einführung eines Schulfachs „Digitale Welt/Digitalität“, das digitale Kompetenzen an Kinder und Jugendliche vermittele und den Umgang mit Risiken im Netz einschließe. Missbrauchsdarstellungen im Netz müssten aktiv gesucht und proaktiv gelöscht werden, denn so lange sie dort kursierten, ende der Missbrauch nicht, sagte Claus außerdem. Sie forderte Schutzkonzepte für Kinder in allen Schulen, Kitas und Freizeitangeboten, die auch Formen digitalisierter Gewalt einschließen.

© dpa-infocom, dpa:261013-930-832634/1


Von dpa
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