Die Reaktivierung der „Romantischen Schiene” und die Weiterführung von Wilburgstetten bis Nördlingen bewegt die Gemüter. Nachdem der Parlamentarische Staatssekretär Ulrich Lange (CSU) diese Hoffnung gedämpft hat, wirft ihm die Initiative „Mission Bahnstation” vor, die Bahnreaktivierung zu verhindern.
In einer Presseerklärung der Initiative blickt deren Sprecher Paul Hettler auf den Kommunalwahlkampf 2020 zurück, als Dinkelsbühls Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer und Landrat Dr. Jürgen Ludwig die Bahnreaktivierung angekündigt und als realisierbares Ziel fixiert hätten. „Bis an dem Schicksalstermin im Bundesverkehrsministerium der damalige Verkehrsminister Andreas Scheuer (CDU) und dessen damaliger Berater Ulrich Lange persönlich die Pläne und damit die Versprechungen vor den Augen Hammers in der Luft zerrissen haben”, heißt es in der Erklärung wörtlich.
Ulrich Lange ist mittlerweile Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums. Die Chance, ihn als „mächtigen Unterstützer für den Wahlkampf zu nutzen”, ist nach Auffassung der Mission Bahnstation „bei der CSU in Dinkelsbühl und Ansbach” nicht aufgegangen. Denn: „MdB Ulrich Lange versucht die Bahnreaktivierung zu verhindern.“ Diese Auffassung hatte Hettler bereits im März 2024 vertreten. Warum also ausgerechnet Lange als einflussreicher „Reaktivierungsgegner” zum CSU-Neujahrsempfang nach Dinkelsbühl eingeladen worden sei, erschließe sich nicht, so die Initiative in der Pressemitteilung weiter.
Valentin Huber, Kreisvorsitzender der Jungen Union, wisse seit einer Kooperations-Anfrage 2021 an die JU Nördlingen, dass die CSU Donau-Ries keinerlei Interesse an der Bahnreaktivierung habe, ruft die Reaktivierungsinitiative in Erinnerung. Als Antwort seien damals aus Nördlingen „fadenscheinige Argumente” gekommen. So sei die Rede davon gewesen, dass Verspätungen der Bahn nicht für Attraktivität sorgen würden. „Dass die CSU Donau-Ries bei dem Thema blockiert, ist jahrelang bekannt”, schreibt Mission Bahnstation.
Dagegen stehe auf Seiten des Landkreises Ansbachs eine geschlossene Haltung der Kommunalpolitiker aus verschiedenen Parteien, die sich in einer Arbeitsgruppe für die Reaktivierung ausdrücke, betont Hettler. Das Resultat daraus sei die greifbar gewordene Reaktivierung der nördlichen „Romantischen Schiene”. Dies sei durch das Suchen von Verbündeten und nicht „durch Kleinkriege zwischen Parteien, wie es jetzt der Fall ist,” gelungen.
Als kleinen Lichtblick bezeichnet Hettler das klare Bekenntnis von Manfred Scholl, dem Dinkelsbühler CSU-Ortsvorsitzenden, zur Durchbindung der Bahnlinie bis Nördlingen. Eine genauso klare Aussage erwartet die Reaktivierungsinitiative nun auch von den Dinkelsbühler Ortsverbänden der CSU und JU insgesamt, um Zweifel aus dem Weg zu räumen. „Es braucht die gesamte Überzeugungskraft aller politischen Akteure, um die CSU Donau-Ries und damit auch Ulrich Lange zur Reaktivierung zu bewegen”, ist Mission Bahnstation überzeugt.
Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, plant die Reaktivierungsinitiative mit überregionalen Partnern eine Sonderzugfahrten, die am 3. Mai von Nördlingen nach Wassertrüdingen und Wilburgstetten führen sollen – den beiden bisher nur von Güterverkehr befahrenen Strecken.