Mit Musik ließ das Trio Minnestrello aus Kaubenheim am Vorabend zum ersten Advent sein Publikum im in Bad Windsheimer Steinhaus in den Süden Italiens reisen. Mit dabei hatten sie Tänze, Liebeslieder und Geschichten. Der Erlös des Benefizkonzertes soll an den „Förderverein Klosterchor & historische Stadtbibliothek“ gehen.
Lange waren Ines und Werner Thoma als Duo unterwegs, mit Gesang, Gitarre, Fußtrommel, Akkordeon und Flöten. Mehrere Monate im Jahr verbringt das musikbegeisterte Ehepaar immer wieder in den Ursprungsregionen ihrer von dort mitgebrachten italienischen Lieder und Melodien.
Erst vor kurzem war Ulrich Eberhardt mit Rahmentrommel und dem charakteristischen Tamburello dazugekommen. Eine runde Sache, die das Trio in diesem etwa einstündigen Konzert in das historische Ambiente des Bad Windsheimer Steinhauses, einem der ältesten erhaltenen Bürgerhäuser der Stadt, zauberte. Schnell war der Gedanken-Kompass auf Süden gestellt.
Da wurden, hierzulande sicherlich nur Wenigen im Publikum bekannte Lieder, großteils in den originalen Dialekten gesungen, die sich wohlig in die Gehörgänge schmiegten. Das Trio orientierte sich leidenschaftlich und mit großem Einfühlungsvermögen an der traditionellen Musik etwa der Regionen Kalabrien, Apulien, Salento oder auch Sizilien. Eine eigene Handschrift hatten diese Interpretationen allerdings auch.
Mit den kleinen Anekdoten und Informationen zu den Stücken erfuhren die Besucherinnen und Besucher auch einiges über die Kultur dieser Gegenden. Etwa, welche Einflüsse in den süditalienischen Melodien zu erahnen seien, darunter neben anderem Elemente spanischer, arabischer, französischer, normannischer oder auch griechischer Kultur. Das rhythmisch schwungvoll dargebotene Lied „Pizzica Aradeu“ sangen die drei in einer ganz speziellen Sprache, dem „Griko“, einem Dialekt, der griechische und romanische Sprachelemente vereint. Auch das Rauschen des Meeres hatten die Drei mit „Lu rusciu te lu mare“ in den weihnachtlich geschmückten Raum des historischen Gebäudes mitgebracht.
Wind und Meeresimpressionen mischte Ulrich Eberhardt sehr bildhaft mit einer Ozean-Drum dazu. Das spielerische Können der Drei überzeugte auf ganzer Linie. Werner Thoma besonders mit seinem ausnehmend pointierten Gitarrenton, seine Frau an Flöten und Akkordeon, dem sie sogar Dudelsack-Impressionen entlocken konnte und zuletzt auch Percussionist Ulrich Eberhardt, der die Rhythmusspur anheizte, aber auch ganz dezent einfärben konnte.
Das wohl bekannteste Lied der italienischen Partisanen im Zweiten Weltkrieg interpretierte das Minnestrello-Trio ebenfalls. Das war nicht eine der vielen „Bella ciao“-Interpretationen, glattgehobelt und weit entfernt vom zeitgeschichtlichen Kontext. Gleiches galt für den Italo-Klassiker „Volare“. Werner Thoma stellte die Bedeutung dieses Liedes heraus, erinnerte gleichzeitig an diese mutigen Menschen, die sich dem Faschismus entgegengestellt hatten.
Das Trio Minnestrello brachte fetzige Tanzmelodien, poetische Liebeslieder und nachdenkliche Momente zusammen. Die Auswahl der Stücke war gut gewählt, gab einen Einblick in Musik, Kultur und Leben des italienischen Südens.