Energiegeladen: Jamaram und Jahcoustix in den Ansbacher Kammerspielen | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 24.04.2026 17:47

Energiegeladen: Jamaram und Jahcoustix in den Ansbacher Kammerspielen

Auch nach 26 Jahren hat sich bei der Band Jamaram keinerlei Routine-Lethargie eingeschlichen. Reggae, Latin, Urban Vibes, Funk-Elemente und vieles mehr, machen deren energiegeladenen Sound aus. Am Donnerstag waren sie mit ihrem langjährigen Weggefährten Jahcoustix in den Kammerspielen. „Welcome to Arunga“ lautet das Motto ihrer Tour.

Das war ein überaus munter und mitreißend aufspielender Achter. Jeder für sich, das waren Murxen Alberti (Drums), Samy Danger (Gitarre, Gesang), Lionel Wharton (Keyboard), Benni Beblo (Bass), Nick Thäle (Percussion), Giovanni Pecorini (Saxophon), Daniel Noske (Trompete, Posaune) sowie als Gast Jahcoustix (Gitarre, Gesang), hätte schon Power genug gehabt, die Bühne zu rocken.

Mitreißende Bühnenpräsenz

Miteinander allerdings entwickelten sie eine derart ansteckende Bühnenpräsenz, dass sich ihr einfach nicht entziehen konnte. Die Besucherinnen und Besucher, langjährige Fans, aber auch Neulinge, hatten sich ganz schnell von dieser einnehmenden Energie anstecken lassen.

Das Kammerteam hatte im Vorfeld bereits richtig geplant und die Stuhlreihen nach draußen verbannt. Nur ein paar Stehtische waren im Saal noch vorhanden. Die restliche Fläche diente zum Tanzen. Die Energie floss von der Bühne zum Publikum und frisch aufgeladen wieder zurück zu den Musikern, die es bestens verstanden, die Menschen zum Mitmachen oder Mitsingen zu aktivieren. Das gelang wunderbar.

Ihre Musik ging in die Beine, verband Reggae-Rhythmen mit Latin- und Urban-Vibes oder legte, vor allem in den Brass-Soli funky Glitzer auf. Rhythmisch ließen Alberti und Thäle, an Schlagzeug und Percussion, keine Wünsche offen, ebenso wenig Keyboarder Wharton oder auch Bassist Beblo. Ausdrucksstark legten sich auch die beiden Sänger ins Zeug. Alles passte zusammen, verband sich zu einem großartigen Gesamteindruck.

Miteinander feiern, einen tollen Abend erleben, das schien die Devise zu sein. Die Lebensfreude, die die acht Musiker auf der Bühne zelebrierten, umfing auch das Publikum wie eine die Seele erwärmende Klangtherapie: als Stimmungsaufheller nur Musik und gute Laune, aber auch als Impuls, sich zu bewegen.

Gute Laune und kritische Töne

Gute-Laune-Moves in schwierigen Zeiten, wobei der Herren-Achter durchaus auch kritische Töne losließ, etwa wenn es darum ging, dass große Konzerne ihren Profit weit über alles andere, etwa Naturschutz, andere Menschen oder auch Abrüstung, stellten. Der Song dazu „Eat Your Money“. Nie wieder Krieg, nie wieder AfD, mehr friedliches Miteinander, waren weitere Statements.

„Mögt ihr Reggae-Musik?“, tönte es von der Bühne. Was für eine Frage! Die Party war in vollem Gang, sorgte für allerbeste Laune bei allen Beteiligten. Die acht zeigten sich in Höchstform, schafften es von Anfang an, den Kontakt zum Publikum erst zu finden und dann über knapp zwei Stunden, ohne Durchhänger, am Pulsieren zu halten. Vielfarbig durchwirkter Reggae-Groove als Frischzellenkur für die Fans und die, die es nach diesem Abend vielleicht sein werden.

In Höchstform: Jamaram und Jahcoustix in den Ansbacher Kammerspielen. (Foto: Elke Walter)
In Höchstform: Jamaram und Jahcoustix in den Ansbacher Kammerspielen. (Foto: Elke Walter)
In Höchstform: Jamaram und Jahcoustix in den Ansbacher Kammerspielen. (Foto: Elke Walter)
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