In Neustadt und Uffenheim zum Beispiel gibt es bereits eine organisierte Nachbarschaftshilfe. Jetzt wird auch in Bad Windsheim seitens der Stadt ein solches Angebot ins Leben gerufen. Das Konzept dazu steht, dringend gesucht werden nun ehrenamtliche Mitmacher.
Bürgermeister Jürgen Heckel ist einer, der sich freuen kann. Das tat er denn auch, als er eine handschriftlich ausgefüllte „Anmeldung zur Nachbarschaftshilfe“ in Händen hielt. Darauf angekreuzt war „Ich biete Unterstützung für Spaziergänge, Einkäufe, Gespräche“. So hatte er sich das vorgestellt und so hofft er, dass es weitergehen möge.
Denn die neu initiierte Nachbarschaftshilfe braucht jede Menge Ehrenamtliche, die sich engagieren wollen. Genauso braucht sie aber auch Menschen, die Unterstützung benötigen und sich bei Bedarf an die Nachbarschaftshilfe wenden.
Wie Aufbau, Organisation und Umsetzung einer Nachbarschaftshilfe funktionieren können, hatte sich eine Arbeitsgruppe um Bürgermeister Heckel von Verantwortlichen aus Neustadt und Uffenheim erklären lassen, wo das Projekt bereits erfolgreich läuft. Deren Erfahrungen seien bei der Planung sehr hilfreich gewesen und hätten wertvolle Orientierung geboten, hieß es. So habe man sich in Bad Windsheim bewusst dazu entschieden, zur Umsetzung des Angebots erst einmal keinen Verein zu gründen, sondern die Kommune an die Spitze zu stellen, unterstützt vom Quartiersmanagement.
„Die Kommune bietet die notwendige Infrastruktur, sorgt für die finanziellen Mittel. Wir sind der Kopf, das Kupplungsstück“, sagte Heckel. Die Stadt werde sämtliche bürokratischen sowie behördlichen Akte übernehmen und sich beispielsweise darum kümmern, dass die Freiwilligen versichert sind. Dadurch sollen sie sich voll und ganz auf die eigentliche Hilfeleistung konzentrieren können.
Die Voraussetzungen seien seitens der Stadt geschaffen und abrufbar. Nun sei die Bürgerschaft am Zug, sagte Heckel. Denn ohne sie werde es nicht gehen. Das betonte auch das Quartiersmanagement-Duo Markus Jocher und Daniela Pohl von der CIMA Beratung und Management GmbH mit Sitz in München. Sie sind aktiv in das Projekt eingebunden, das Teil des Förderprogramms „Demografiefeste Kommune“ ist.
Doch wer wird gesucht? „Jeder ab 18 Jahren, der sich ehrenamtlich für die Allgemeinheit engagieren möchte“, sagt Heckel. Welche Art der Hilfe die Freiwilligen anbieten möchten, ist ihnen komplett selbst überlassen. Die Liste möglicher Angebote darf gerne vielfältig und bunt sein: Handwerkliche Unterstützung, Hilfe beim Gassigehen oder beim Gang zum Arzt, beim Einkaufen oder im Garten. „Jeder hat ein besonderes Talent, das er einbringen kann. So wird im Laufe der Zeit ein bunter Blumenstrauß entstehen“, so Pohl.
Nutzen sollen die Nachbarschaftshilfe all jene Bürger, die unvorhersehbar und plötzlich in eine Notlage geraten sind. „Es geht nicht um eine regelmäßige, sich wiederholende Unterstützung wie Rasenmähen alle zwei Wochen oder die Fahrt zum Wochenmarkt“, erklärte Bürgermeister Heckel. Dafür gebe es gewerbliche Dienstleister, denen man mit der Nachbarschaftshilfe keine Konkurrenz machen wolle. Wer allerdings plötzlich erkrankt oder anderweitig in eine außergewöhnliche Lebenssituation gerate und deswegen dringend und kurzfristig Unterstützung benötige, der solle sich bei der Nachbarschaftshilfe melden.
Unterstützt wird das Projekt bereits vom Seniorenbeirat, der Organisation „Strohhalm“ und dem Jugendtreff „Schneiderscheune“. Besonders das Engagement der Jugend freut den Rathauschef. „Diese jungen Menschen zeigen gesellschaftliche Verantwortung“, sagte er. Das sei nicht selbstverständlich.
Wer bei der Nachbarschaftshilfe mitmachen will, kann bis zum 30. März an folgende Mail-Adressen schreiben: nachbarschaftshilfe@bad-windsheim.de oder an buergermeister@bad-windsheim.de. Anmeldungen können auch per Einwurf in den Rathaus-Briefkasten erfolgen unter Angabe von Namen, Adresse und Telefonnummer.