Ein Leerstand weniger, ein Domizil für Ehrenamtliche mehr: Die Nachbarschaftshilfe Uffenheim hat eine neue Heimat gefunden, im ersten Stock des Ansbacher Tors. Am 21. Februar sollen die Räume intern eingeweiht werden, Koordinatorin Susanne Klaußecker hofft auf mehr Sichtbarkeit in der Stadt.
Die Uffenheimer Nachbarschaftshilfe scheint bisweilen ein Schattendasein zu fristen, zumindest hört Klaußecker aus Gesprächen immer wieder heraus, dass das Angebot entweder gänzlich unbekannt ist oder viele zumindest nicht genau wissen, was sich dahinter verbirgt. Das soll sich nun ein für alle Mal erledigt haben. „Nachbarschaftshilfe Uffenheim“ steht jetzt schon in Fenstern des Ansbacher Tors geschrieben, ebenso die Telefonnummer der freiwilligen Helferinnen und Helfer und im Kasten am Gehweg macht neuerdings ein großes Plakat auf dieses Ehrenamt aufmerksam. Klaußecker: „Wir wollen es ein bisschen mehr in die Stadt hineintragen.“
Was die Nachbarschaftshilfe (NBH) überhaupt macht, darüber soll der Schaukasten im Durchgang aufklären. Vorlesen, Gartenarbeit, Kinderbetreuung, Haustiere versorgen, Begleit- und Fahrdienst, kleine Hilfsdienste im Haus, Hilfe beim Schriftverkehr, Behördengänge, Gespräche führen und Gesellschaft leisten, Einkäufe und Besorgungen übernehmen, Umgang mit moderner Technik und Begleitung bei Spaziergängen ist dort aufgelistet – ein breites Portfolio. Unter Telefon 0151/62800111 oder per E-Mail an nachbarschaftshilfe@uffenheim.de kann jeder Kontakt aufnehmen.
„Die Leute sollen keine Angst haben, bei uns anzurufen“, betont Klaußecker. Die Hemmschwelle müsse weiter sinken. Bislang habe man nur ganz, ganz selten Anfragen ablehnen müssen, die Koordinatorin nennt beispielhaft einen Anruf, ob die Nachbarschaftshilfe die schwangere Ehefrau nicht – wenn es dann so weit ist – in die Klinik fahren könnte. „Das können wir nicht leisten.“
Ansonsten lohne sich jeder Anruf, denn viele Bedürfnisse könne man ehrenamtlich bedienen. „Immer anrufen und nachfragen, wir versuchen zu unterstützen, wo wir können. Wir haben gute Netzwerke und Kontakte.“ Offiziell gilt das Angebot nur für die Stadt Uffenheim und seine Ortsteile, aber auf dem kurzen Dienstweg haben Helfer auch schon Anfragen aus Gollhofen oder Ippesheim managen können. Teilweise entwickelten sich aus gemeinsamen Spaziergängen Freundschaften – so, wie es im Idealfall sein sollte, freut sich Susanne Klaußecker.
Im Ansbacher Tor laufen derweil bereits die Vorarbeiten, damit die Nachbarschaftshilfe dort bald einziehen kann. Der Bauhof hat den „kleinen und schnuckeligen Raum“ gestrichen, Bänke gestellt, den Boden gemacht und die Elektrik gecheckt. Früher hatte dort die Junge Union ihr Heim, danach stand das Stockwerk längere Zeit leer. Entsprechend putzen die Helfer derzeit einmal durch, richten alles her. „Ein Leerstand weniger“, sagt Klaußecker. „Auch wenn die Stadt dadurch keine Mieteinnahmen hat.“ Dankbar ist sie Bürgermeister Wolfgang Lampe fürs Einfädeln dieser Möglichkeit.
Bislang hatten die Nachbarschaftshelfer die Möglichkeit, sich im Trausaal zu treffen. „Da mussten wir immer vorher im Rathaus anfragen, damit wir keine Trauung stören.“ Flyer, Banner und was eben so anfällt hatte Susanne Klaußecker privat eingelagert – was nicht Sinn der Sache sein könne. Denn wenn sie einmal nicht da war, kamen die anderen nicht an die Materialien.
Das ist nun alles „viel flexibler“. Für das Ansbacher Tor bekommen die Freiwilligen einen Schlüssel und können ihren Raum jederzeit nach Bedarf nutzen, beispielsweise für mögliche Beratungstermine oder für Quartalssitzungen. Denn fünf bis sechs Mal im Jahr ist an einem Mittwoch ab 19 Uhr ein Treffen der Nachbarschaftshelfer anberaumt, um die Arbeit zu reflektieren, Helfer zu sehen und neue Gesichter zu begrüßen.
Um neue Zielgruppen zu erreichen, Helferinnen und Helfer kurz vorzustellen und neue Freiwillige zu finden, ist die Uffenheimer Nachbarschaftshilfe seit Januar auch verstärkt auf Facebook und Instagram präsent. Ein Kurzportrait von Theresa Jordan findet sich dort schon, eines von Renate Smola. Jeden Monat soll ein weiteres folgen.
Die Hoffnung: So erfährt vielleicht auch die junge Mutter aus Uffenheim von der Nachbarschaftshilfe und fragt nach einer Kinderbetreuung an, weil sie zum Elternabend muss. Und selbst wenn es nicht den erwünschten Erfolg hat, „schaden kann es nichts“, findet Klaußecker. Kontaktaufnahme: ausdrücklich erwünscht.