„Näher am Kunden”: 24/7-Automaten boomen in Stadt und Landkreis Ansbach | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 30.07.2024 12:00

„Näher am Kunden”: 24/7-Automaten boomen in Stadt und Landkreis Ansbach

Es geht auch ohne Technik. Manche Vermarkter bieten ihre Waren im Körbchen an. (Foto: Gudrun Bayer)
Es geht auch ohne Technik. Manche Vermarkter bieten ihre Waren im Körbchen an. (Foto: Gudrun Bayer)
Es geht auch ohne Technik. Manche Vermarkter bieten ihre Waren im Körbchen an. (Foto: Gudrun Bayer)

Für die einen sind sie eine Notlösung, wenn die Supermärkte geschlossen sind. Andere kaufen sich ganz bewusst Essen und Getränke aus Verkaufsautomaten. In Stadt und Landkreis Ansbach bieten immer mehr Direktvermarkter ihre Produkte über diese Verkaufsflächen an.

Es ist ein sonniger und warmer Tag. Das sieht Franz Hausmann nicht nur beim Blick auf den Himmel, sondern auch, wenn er in seinen Verkaufsautomaten schaut. Es sind nur noch zwei Flammlachse zum Grillen da. Vier 24/7-Automaten betreibt sein Familienbetrieb „Fischhof Hausmann“ mit Sitz in Altendettelsau im Landkreis Ansbach. 2021 haben die Hausmanns das erste Gerät in Neuendettelsau aufgestellt. Der lief so gut, dass rasch drei weitere aufgestellt wurden.

„Das Verkaufsverhalten der Menschen ändert sich. Sie werden spontaner“, meint Franz Hausmann. Doch die Leute, die es zu den Öffnungszeiten weder in den Hausmannschen Hofladen noch in ein anderes Geschäft schaffen, freuen sich trotzdem über Fisch. „Die Automaten sind ein wichtiger Teil unseres Standbeins geworden“, erklärt Hausmann.

Bestückt werden sie saisonal, aktuell mit Grillfisch und Geräuchertem, ab dem Herbst gibt es wieder Karpfen. Der Familienbetrieb ist stetig über eine App mit seinen Automaten verbunden. Wenn ein Produkt auszugehen droht, zeigt das die App an. „Das Auffüllen ist ein riesiger logistischer Aufwand“, sagt Franz Hausmann. Die Fische müssen speziell für den Automaten portioniert und dekoriert und die Bestände stetig kontrolliert werden.

Das Befüllen ist aufwendig

Dass die Automaten viel Arbeit machen, bestätigt auch Michael Maußer, der seit 2018 den Maußerhof in Ketteldorf bei Heilsbronn leitet. Er befüllt seine zwei Automaten – einer steht in Ansbach, einer in Heilsbronn – mit verschiedenen Produktsorten vom eigenen Hof: Eier und Grillfleisch von den eigenen Tieren und Kartoffeln frisch vom Acker. Weitere Produkte wie Honig und Tomatensoße kauft er von anderen Anbietern zu.

Rund um die Uhr kann an den Verkaufsautomaten eingekauft werden. (Foto: Antonia Müller)

24/7-Automaten in Stadt und Landkreis Ansbach: Das Sortiment der Direktvermarkter

Grillfleisch, Milch, Käse: Verkaufsautomaten für regionale Produkte sind ein echter Trend. Wo in Stadt und Kreis Ansbach die Geräte stehen: eine Übersicht.

Er kontrolliert den Füllstand regelmäßig über die Kamera, die die Automaten überwacht. „Man sieht, wenn ein Fach leer ist. Mindestens alle drei Tage fahren wir raus und füllen auf“, meint der Betriebsleiter. Auch für seinen Hof sind die Automaten eine wichtige Einnahmequelle.

Der Landwirt betont aber auch den sozialen Aspekt hinter dem Automatengeschäft: „Wir wollten näher am Kunden sein.“ An den Geräten sind Kontaktdaten des Hofes angebracht, Pfandbehälter holen die Maußers auch persönlich ab. „Wir kommen viel mit den Leuten ins Gespräch – und erhalten positives Feedback. Das ist besser, als den ganzen Tag alleine am Bauernhof zu sein und nicht zu wissen, was die Leute wollen“, meint Michael Maußer.

5000 bis 15.000 Euro in der Anschaffung

Im Schnitt zwischen 5000 und 15.000 Euro aufwärts kostet die Anschaffung eines Automaten für Direktvermarkter. Hinzu kommen die Stromkosten für den Betrieb – und falls empfindliche Ware angeboten wird, auch für die Kühlung. Immer mehr Betriebe wagen die Investition. Hergestellt werden die Automaten auch direkt im Landkreis Ansbach: bei Sielaff in Herrieden.

Der Automatenbauer stellt nach eigenen Angaben Geräte für die Bereiche „Kalt“ (für Getränke und Snacks), „Heiß“ (Kaffee und Suppe) und auch Rücknahmesysteme wie Pfandautomaten her. Allerdings verkauft das Unternehmen nur über größere Händler und nicht an kleiner Unternehmen oder an Privatpersonen. „Deshalb ist es für uns schwierig abzuschätzen, wie viele unserer Automaten wirklich bei uns in der Gegend stehen. Sichtbar werden aber definitiv immer mehr“, schreibt Sielaff auf Anfrage der FLZ.

Metzgereien, Bauernhöfe, Gastwirtschaften und Gemüseverarbeiter aus dem ganzen Landkreis haben inzwischen die praktischen 24/7-Automaten für sich entdeckt. Seien es Milch, Eier, Grillfleisch, Saft oder sogar Gemüse – vieles ist außerhalb der regulären Ladenöffnungszeiten erhältlich.

24/7-Automaten in Stadt und Landkreis Ansbach: Hier gibt es einen Überblick über die einzelnen Standorte in der Region und ihr Sortiment.

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