Naturparktag in Scheinfeld: Vorrang für die Umwelt | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 18.06.2023 18:21

Naturparktag in Scheinfeld: Vorrang für die Umwelt

Basteln beim Naturparktag: An dieser Station wurden Nisthilfen für Wildbienen hergestellt. (Foto: Judith Marschall)
Basteln beim Naturparktag: An dieser Station wurden Nisthilfen für Wildbienen hergestellt. (Foto: Judith Marschall)
Basteln beim Naturparktag: An dieser Station wurden Nisthilfen für Wildbienen hergestellt. (Foto: Judith Marschall)

„Vorrang für die Natur“ hieß es auf dem Gelände des ehemaligen Scheinfelder Amtsgerichts. Im Schatten der großen Bäume hatten ein angehender Bio-Winzer, die Imker vom Oberen Ehegrund, der Bund Naturschutz (BN) und ein Hobby-Brauer ihre Stände aufgebaut und gewährten Einblicke in ihre Arbeit.

Das Garten-Ensemble inklusive Filmvorführung im Amtsgerichtgebäude gehörte zum in allen drei fränkischen Regierungsbezirken begangenen Naturparktag. Etliche Gemeinden, Verbände, Wanderführer und der Naturparkverein selbst boten vielfältige Mitmachaktionen, Exkursionen zu Fuß und mit dem Fahrrad, Kinderevents und Besichtigungsmöglichkeiten an. Den Steigerwald-Naturpark-Tag gab es bereits zum dritten Mal.

In Scheinfeld präsentierte sich unter anderen der Winzer Lukas Grün aus Oberambach. Mit dem Jahrgang 2023 wird sein Betrieb vollwertiges Mitglied der „Naturland Bauern AG“ werden. Im Anbaujahr 2022 fehlte nur noch ein letzter Weinberg, der nicht umgestellt war zur Anerkennung als Bio-Winzer. Grüns Weinberge liegen in Iphofen. Zum Naturparktag bot er nicht nur Weine, sondern auch Apfelsaft, Schaumwein und Obstler aus eigener Herstellung an.

Jedes Bienenvolk ist ein Individuum

Als naturverbunden begreifen sich die Imker seit je her. Wobei der Imkerverein „Oberer Ehegrund“ zwischen Bio-Imkerei und anderen Verfahren der Honigproduktion unterscheidet. Im Oberen Ehegrund, so Matthias Rühl, versuche man, von der Natur zu lernen, und nicht, ihr etwas aufzuzwingen. So entscheide das Bienenvolk selbst, wer Königin wird und das besondere Futter Gelee Royale bekommt.

Ferner konnte man beim Blick ins Bienenvolk erfahren, dass „jedes Volk, auch bei gleichem Standort, ein Individuum ist“. Denn der Honig ist stets anders. Ferner erzählte Rühl, dass die Scheinfelder Imker früher nach der Kirchweih im September, ihre Bienen einwinterten. Und dass dieses Einwintern oder Zufüttern nun mangels Blüten oft schon Ende Juli stattfindet.

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Ohne den Imkerverein wäre es auf jeden Fall etwas mager zugegangen in Scheinfelds Villenallee Richtung Schloss Schwarzenberg. Denn die feste Nahrung – Kuchen und Bratwurstsemmel – verkaufte der 74 Mitglieder zählende Honigclub vom Oberen Ehegrund. Auch wenn es bedauerlich sei, dass Scheinfelds Imkerverein sich aufgelöst hat, so bestehe doch ein guter Kontakt zu den hiesigen Imkern, so der Vorsitzende Tino Riedel.

Hobby-Brauer zeigte in Scheinfeld seine Kunst

Ein Blickfang war die Anlage des Hobby-Brauers Klaus Rolshoven. Er zeigte einen Brauvorgang. Und es wurde mächtig gefachsimpelt. Beispielsweise darüber, wie untergäriges Bier zu kühlen sei; und über den Vorteil eines Druckgärtanks, mit dem man gleichzeitig erhitzen und kühlen und Aromahopfen injizieren kann.

Die Natur, wie sie ohne den Menschen auskäme, präsentierte der BN: Mit einer Schautafel, die bei Knopfdruck das Quaken von Fröschen und Kröten von sich gab. Außerdem bastelte Corinna Gräßel mit Kindern Wildbienen-Nisthilfen.


Von Judith Marschall
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