Neu gewählter Stadtrat von Bad Windsheim: Gewinner, Verlierer und ein Kuriosum | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 09.03.2026 18:45, aktualisiert am 10.03.2026 11:33

Neu gewählter Stadtrat von Bad Windsheim: Gewinner, Verlierer und ein Kuriosum

Im Bad Windsheimer Rathaus haben sich mit der Kommunalwahl einige Dinge geändert. (Foto: Anna Franck)
Im Bad Windsheimer Rathaus haben sich mit der Kommunalwahl einige Dinge geändert. (Foto: Anna Franck)
Im Bad Windsheimer Rathaus haben sich mit der Kommunalwahl einige Dinge geändert. (Foto: Anna Franck)

Mit welchem Team arbeitet der neue Bad Windsheimer Bürgermeister Philipp Flierl ab Mai zusammen? Eine Antwort auf diese Frage bekamen er und die Bürgerinnen und Bürger am Montag erst am Nachmittag. Nun sitzen drei ehemalige Bürgermeister im Rat. Die AfD trat erstmals an und holte sich drei Sitze.

Ein noch unerfahrenes Team aus Wahlhelferinnen und Wahlhelfern war am Montag länger mit der Auszählung beschäftig, als gedacht. Etliche Wahlhelfer standen am Mittag im Bürgerbüro im Rathaus. Am Boden reihten sich graue Kisten, gefüllt mit dicken braunen Umschlägen. Wie ein beladener Güterzug, der auf Abladung wartet. Darin befanden sich die Stimmzettel für Stadt- und Kreistag.

Heckel hart abgestraft

Diese mussten erst alle noch einmal kontrolliert werden, erklärte Ordnungsamtsleiter Kevin Wießner. Die anderen Kommunen des Landkreises hatten zu diesem Zeitpunkt längst die Zusammensetzungen ihrer Gemeinde- und Stadträte vorliegen. „Wir sind ein noch sehr neues Team“, erklärte Wießner, warum die Auszählung in Bad Windsheim ins Stocken geraten ist. Viele der Wahlhelferinnen und Wahlhelfer seien das erste Mal überhaupt bei einer Wahl im Einsatz, erklärte er.

Um 15.29 Uhr stand dann das Ergebnis fest. Genauso herbe Verluste wie ihr Bürgermeisterkandidat, der amtierende Rathauschef Jürgen Heckel, der mit 35 Prozent abgewählt wurde, mussten seine Windsheimer ins Rathaus und Ortsteilbürger (WiR) einstecken. Aktuell sitzen vier Räte und eine Rätin im Bad Windsheimer Gremium. Ab Mai sind es nur noch ein WiR-Trio. Einer davon ist Heckel, der vom Chefsessel in die Ratsrunde wechselt, da er auch für den Stadtrat kandidiert hatte. Wiedergewählt wurde Erika Löblein. Mathias Flory und Dr. Wolfgang Stadler müssen noch zittern. Auf beide entfielen jeweils 1412 Stimmen. Das bedeutet, der Wahlausschuss entscheidet per Los.

Freie Wähler büßen Platz ein

Ebenfalls einen Platz einbüßen musste die Freie Wähler Gemeinschaft (FWG), dafür gibt es auch bei ihr keine neuen Gesichter. Nur noch vier Plätze belegt die FWG im neuen Gremium. Erneut gewählt wurden Alexandra Horst, die sich mit 4002 Kreuzen Stimmkönigin nennen darf, Altbürgermeister Wolfgang Eckardt, Annette Wild und Dr. Stefan Eckardt.

Weiterhin drei Plätze belegen SPD und Liste Land. Bei den Sozialdemokraten hat sich nichts getan, sie werden auch im neuen Stadtparlament von Matthias Oberth, Sabine Detsch und Ronald Reichenberg vertreten. Für die Liste Land zieht Silke Städtler erneut ins Gremium ein. Mit 2312 Stimmen setzte sie sich deutlich vor ihre beiden Kollegen, Newcomer Hans Wattenbach (1445) und Erhard Wolf (1333), der nach sechs Jahren Pause wieder zurückkommt.

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Weiterhin zwei Plätze nehmen die Grünen ein. Michael Lappler der als Bürgermeisterkandidat nur 6,7 Prozent der Stimmen erhalten hatte, zieht gemeinsam mit Annemarie Bruckert, die dem Stadtrat bereits angehört, ins Gremium ein.

AfD mit drei Sitzen im Stadtrat vertreten

Ihre sechs Plätze halten konnte die CSU, aber auch hier hat sich wenig getan. Die meisten Stimmen entfielen auf Heckels Vorgänger im Amt, Bernhard Kisch. Nach Alexandra Horst bekam er mit 3196 die zweitmeiste Anzahl an Stimmen. Weiter im Rat bleiben Georg und Johannes Gerhäuser, Dieter Hummel und Horst Allraun. Matthias Helm, der schon zwei Legislaturperioden im Stadtrat saß, wurde nach sechs Jahren Unterbrechung wieder ins Gremium gewählt.

Drei Sitze nimmt die AfD in Anspruch. Sie trat erstmals in Bad Windsheim an und holte sich auf Anhieb drei Plätze, die Denis Neumeister, Monika Hartmann und Dr. Benno Bulitta einnehmen.

Auf Philipp Flierl, der mit 58,3 Prozent direkt zum neuen Bürgermeister gewählt wurde, wartet nun die Aufgabe, wieder Ruhe in den Stadtrat zu bringen. Besonders kurios: Er hat mit Wolfgang Eckardt, Bernhard Kisch und Jürgen Heckel drei ehemalige Bürgermeister in seinem Gremium.


Katrin Merklein
Katrin Merklein
Redakteurin
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